Männer fangen wilde Pferde mit ihren bloßen Händen

Die Herde der Dülmener Wildpferde.
Die Herde der Dülmener Wildpferde.
Foto: dpa
Einmal im Jahr werden die Tiere im Merfelder Bruch zusammengetrieben. Viele Besucher gucken dabei zu. Die einjährigen Hengste werden dann eingefangen und verkauft. Tierschützer finden nicht gut, wie das gemacht wird.

Mit wehenden Mähnen preschen die Pferde über eine Weide. Dahinter laufen Männer. Sie tragen blau-weiß gestreifte Hemden. Um den Hals haben sie rote Tücher gebunden. Das konnte man am Wochenende in Dülmen sehen, beim Dülmener Wildpferdefang.

Es gibt keinen Stall

Die Pferde auf der Weide sind nämlich wilde Pferde. Man nennt sie so, weil die Vorfahren der Tiere früher frei umherzogen. Heute leben die Pferde auf einem großen Gelände. Es ist eingezäunt. Es gibt aber keinen Stall. Und Hilfe von Menschen bekommen die Tiere fast nie. Die Dülmener Wildpferde gibt es schon Hunderte Jahre. „Es ist eine der ältesten Pferderassen, die uns bekannt ist“, sagt Expertin Antje Feldmann.

Einmal im Jahr werden die Tiere zusammengetrieben. Das machen die Männer mit den Halstüchern, auch Fänger genannt. Sie versuchen, den jungen Pferden mit bloßen Händen ein Halfter anzulegen. So wollen sie die einjährigen Hengste von der Herde trennen. Später werden die Tiere verkauft.

Tierschützer protestierten am Samstag gegen den Wildpferdefang. Das Ganze sei für die Tiere zu viel Stress und mache ihnen große Angst. Der Besitzer der Tiere aber sagt: Würden die jungen Hengste dableiben, käme es zu Rangkämpfen zwischen den Tieren. Die Verlierer hätten in dem eingezäunten Gebiet keine Möglichkeit, zu fliehen. Außerdem brauche er das Geld, das er bei der Aktion verdiene.

Hintergrund

Früher zogen die Pferde wild umher. Das änderte sich erst vor über 150 Jahren. Damals wurde Land aufgeteilt und an verschiedene Besitzer vergeben. Für die Wildpferde gab es keinen Platz mehr.
Darum ließen die Herzöge von Croÿ die Wildpferde auf ihrem Land leben. Das ist bis heute so.
Die Herde ist auf einem großen Gelände in unserem Bundesland Nordrhein-Westfalen zu Hause. Es liegt im Naturschutzgebiet Merfelder Bruch.

 
 

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