Jugendliche verleihen deutschem Innenminister einen Schmähpreis

Der deutsche Innenminister Hans-Peter Friedrich hat einen Preis bekommen. Die Gruppe "Jugend ohne Grenzen" hat ihn am Freitag zum "Abschiebeminister 2012" gewählt. Freuen kann Hans-Peter Friedrich sich darüber nicht. Denn die Auszeichnung ist ein Schmähpreis. Die Jugendlichen wollen damit sagen, dass er zu hart gegenüber Flüchtlingen ist.

Rostock (dapd-kid). Der deutsche Innenminister Hans-Peter Friedrich hat einen Preis bekommen. Die Gruppe "Jugend ohne Grenzen" hat ihn am Freitag zum "Abschiebeminister 2012" gewählt. Freuen kann Hans-Peter Friedrich sich darüber nicht. Denn die Auszeichnung ist ein Schmähpreis. Die Jugendlichen wollen damit sagen, dass er zu hart gegenüber Flüchtlingen ist.

Jedes Jahr kommen Kinder und Erwachsene als Flüchtlinge aus dem Ausland über die deutsche Grenze. Sie sind aus ihren Heimatländern weggegangen, zum Beispiel, weil bei ihnen Krieg herrschte und sie um ihr Leben fürchten mussten. Mitunter verlassen Menschen ihr Land aber auch, weil sie wegen ihrer Religion oder ihrer politischen Meinung verfolgt werden. Sie müssen damit rechnen, dass ihnen Schlimmes passiert, wenn sie bleiben. Daher gehen sie fort und suchen Schutz in anderen Ländern, zum Beispiel in Deutschland.

Hier können Flüchtlinge versuchen, Asyl zu erhalten. Das ist ursprünglich ein griechisches Wort und heißt übersetzt "Zufluchtsort". Die deutschen Behörden müssen dann prüfen, ob die Flüchtlinge bleiben dürfen. Entscheiden die Behörden dagegen, können Flüchtlinge aus Deutschland ausgewiesen werden. Sie dürfen dann nicht mehr in Deutschland leben und müssen in ihr Heimatland zurück. Das nennt man Abschiebung.

Die Organisation "Jugend ohne Grenzen" setzt sich dafür ein, dass Flüchtlinge in Deutschland bleiben dürfen. Der deutsche Innenminister ist auch für das Thema Flüchtlinge zuständig. Die jungen Leute schauten deshalb, wie Hans-Peter Friedrich zu Asyl und Abschiebung steht. Nun haben sie entschieden: Der Innenminister ist nach ihrer Ansicht zu hart gegenüber Flüchtlingen. Deshalb haben sie ihn zum "Abschiebeminister 2012" gewählt. Als Preis überreichten sie einen Koffer, der für die Ausreise aus Deutschland stehen soll. Hans-Peter Friedrich nahm den Koffer nicht selbst entgegen. An seiner Stelle kam ein Pressesprecher und holte den Koffer ab.

dapd

EURE FAVORITEN