Emil Berliner erfand vor 125 Jahren Grammophon und Schallplatte

Mit einem MP3-Spieler können wir unsere Lieblingslieder hören. Auch CDs berieseln uns mit Musik. All das gäbe es nicht ohne eine Erfindung, die nun Geburtstag feiert: Am Mittwoch werden Schallplatte und Grammophon 125 Jahre alt. Sie wurden am 26. September 1887 patentiert.

Berlin (dapd-kid). Mit einem MP3-Spieler können wir unsere Lieblingslieder hören. Auch CDs berieseln uns mit Musik. All das gäbe es nicht ohne eine Erfindung, die nun Geburtstag feiert: Am Mittwoch werden Schallplatte und Grammophon 125 Jahre alt. Sie wurden am 26. September 1887 patentiert.

Schallplatten gibt es bis heute. Sie können unterschiedlich groß sein. Die schwarzen Scheiben haben auf jeder Seite eine lange Rille, die kreisförmig vom Rand nach innen führt. Diese Scheibe wird auf einen Plattenspieler gelegt und ein sogenannter Tonarm mit einer ganz dünnen Nadel an der Spitze in die Rille gelegt. Wenn der Plattenspieler die Schallplatte nun in Bewegung setzt, tastet die Nadel die Platte ab, und die Aufnahme darauf ist zu hören.

Als die Schallplatte vor 125 Jahren entstand, gab es zunächst noch keine Plattenspieler, wie wir sie heute kennen. Der Erfinder der Schallplatte baute aber damals ein anderes Gerät, um die menschliche Stimme aufnehmen und abspielen zu können. Dieses Gerät heißt Grammophon. In diesem Namen stecken die beiden griechischen Wörter Gramma und Phon. Übersetzt heißen sie Geschriebenes und Ton. Mit dem Grammophon konnte man also einen auf eine Schallplatte geschriebenen Ton hörbar machen. Auffällig an einem Grammophon ist ein großer Trichter, der als Lautsprecher dient.

Erfunden hat beides Emil Berliner. Er kam 1851 in Hannover zur Welt. Das ist heute die Landeshauptstadt des Bundeslandes Niedersachsen. Weil es in seiner Familie so üblich war, wurde der junge Emil zunächst Kaufmann. Doch er erfand leidenschaftlich gerne Sachen. Nachdem er als junger Mann von Deutschland nach Amerika ausgewandert war, dachte er sich unter anderem die Schallplatte und das Grammophon aus. Ende September 1887 ließ Emil Berliner sich diese beiden Erfindungen patentieren. Ein Patent zu haben, bedeutet, dass der Erfinder einer Sache alleine das Recht hat, sie zu bauen, zu nutzen und zu verkaufen.

Die erste Schallplattenfabrik der Welt stand in der Heimatstadt des Erfinders. Denn Emil Berliner hatte eine große Familie, die in Hannover geblieben war. Zusammen mit einem Bruder gründete er ein Unternehmen, das viele Jahrzehnte lang Schallplatten herstellte. Ohne Schallplatten gäbe es nach Ansicht von Experten heute keine CD und keinen MP3-Spieler.

Einem anderen Forscher, Thomas Alva Edison, war es zwar schon zehn Jahre vor Emil Berliner gelungen, die menschliche Stimme aufzunehmen und wiederzugeben. Aber da das ältere Verfahren technisch kompliziert und sehr teuer war, setzte sich Emil Berliners Schallplatte durch. Denn seine Erfindung ermöglichte es, Aufnahmen massenhaft zu vervielfältigen. Emil Berliner gilt deshalb als Gründer der modernen Musikindustrie. Da seine Erfindung noch immer beliebt ist, denken Experten, dass Schallplatten auch in Zukunft noch gehört werden. Etliche Menschen haben die alten Scheiben noch und können sie auf ihrem Schallplattenspieler auch noch abspielen. Die Schallplatten sind zudem sehr widerstandsfähig. CDs sind nicht so robust wie sie, sagen Experten.

Die meisten Menschen auf der Welt kennen übrigens die Schallplatte. Nur wenige aber wissen, wer sie erfunden hat. Emil Berliner ist eher im Hintergrund geblieben. Die Menschen wissen meist nicht, wer er ist und was er sich ausgedacht hat.

dapd

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