Ägypter hoffen auf Demokratie

Diese ägyptischen Frauen freuen sich über den Sturz von Mohammed Mursi.
Diese ägyptischen Frauen freuen sich über den Sturz von Mohammed Mursi.
Foto: dpa
In dem Land haben Soldaten den Präsidenten Mohammed Mursi abgesetzt. Das Militär hat dort eine große Macht. Das hat viel mit der Geschichte zu tun.

In dem Land Ägypten hat es einen Machtwechsel gegeben. Präsident Mohammed Mursi wurde abgesetzt. Sein Nachfolger für eine Zeit des Übergangs ist der 69-jährige Adli Mansur. Den Umsturz hat die ägyptische Armee möglich gemacht. Doch warum mischen sich dort Soldaten in Regierungsdinge ein?

In Ägypten geht es schon lange drunter und drüber. Menschen gehen auf die Straße, demonstrieren und liefern sich Schlachten. Dabei wurden viele verletzt, einige getötet. „In Ägypten hat das Militär eine andere Stellung als etwa bei uns“, sagt der Ägypten-Experte Christian Wolff von der Universität Erlangen-Nürnberg.

Ruf als Beschützer der Bürger

Das hat viel mit der Geschichte des Landes zu tun: Es gab eine Zeit, da behandelte die Regierung das Volk ungerecht. Sie behielt etwa viel Geld für sich selbst. Dann kam das Militär, stürzte die Regierung und sorgte für viele gute Dinge im Land. Das war im Jahr 1952 – also vor mehr als 60 Jahren. „Seither sehen viele Menschen in Ägypten das Militär als Beschützer der Bürger“, sagt der Experte.

Außerdem hat die Polizei in Ägypten einen schlechten Ruf. Sie unterdrückte lange Zeit viele Leute. In Ägypten sitzen Leute des Militärs direkt mit in der Regierung. Der Minister für Verteidigung ist zum Beispiel Soldat. So reden die Armee-Leute auch viel mehr direkt mit. Es gibt aber auch die Angst, dass die Armee ihre Macht nicht mehr hergibt, wenn sie erst einmal in dem Land bestimmt. Die meisten Ägypter wollen in einem demokratischen Land leben.

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