ZeusPower-Reporterinnen: "Europa ist für uns jetzt viel klarer und greifbarer"
22.05.2009 | 10:00 Uhr 2009-05-22T10:00:00+0200
Brüssel. Wie funktioniert eigentlich die Europäische Union? Was passiert da genau? Auf Einladung der EU-Abgeordneten Dr. Silvana Koch-Mehrin konnten jetzt zwei ZeusPower-Reporterinnen Einblicke gewinnen. Was sie erlebt haben, schildern sie hier.
Klares Fazit: „Europa ist für uns jetzt viel klarer und greifbarer“, das beschlossen die jungen Journalistinnen einstimmig, die am Seminar der ALDE Gruppe im Europäischen Parlament in Brüssel teilnahmen.
Einblicke hinter die Kulissen
Zwei Tage lang bekamen mehr als 100 Mädchen aus Deutschland, Dänemark, Großbritannien und Rumänien einen Einblick in die Arbeit der Politiker im Europäischen Parlament und der Europäischen Kommission. Die deutsche Gruppe war von der FDP-Politikerin Dr. Silvana Koch-Mehrin zu dem Programm eingeladen worden.
Zu Gast bei der ALDE
Nach der Akkreditierung in Europaparlament und einer kurzen Einführung vom Pressesprecher der ALDE Fraktion Axel Heyer, in der Grundlagen wie das EU-Machtdreieck anschaulich erläutert wurden, lernten die Teilnehmer zunächst „ihre MEPs“ kennen. Silvana Koch-Mehrin beantwortete aufgeschlossen die Fragen der jungen Medienmacherinnen, von denen sich die meisten in Schüler- und Lokalzeitungen beweisen.
Zeit mit Dr. Silvana Koch-Mehrin
Dabei erläuterte sie vor allem die Bedeutung der EU, die Zusammenarbeit mit den Regierungen der einzelnen Staaten und das Problem der Wahlbeteiligung. „In diesem Jahr setzen wir auf einen Opa-Wahlkampf und auf einen Enkel-Wahlkampf, denn der Generationswechsel in Deutschland zählt auch zu unseren wichtigsten Projekten“, so Koch-Mehrin. Neue Dialogmaßnahmen seien hierbei notwendig.
Besonders interessant war die Gesprächsrunde mit Mirjam Stoeckel, einer in Brüssel tätigen Journalistin. Sie gab viele hilfreiche Einblicke in die Arbeit als freiberufliche und als fest angestellte Journalistin und gab Tipps für die Zukunft. Bereitwillig legte sie ihren Werdegang dar, um den jungen Zuhörerinnen ihre spätere Entscheidung zu erleichtern und betonte, wie wichtig kulturelle Zusammenarbeit sei.
Gespräch mit Lobbyistin
Doch es stand in diesen zwei Tagen nicht alleine der Journalismus im Vordergrund.
Ein besonderer Gast war die Lobbyistin Michaela Koller, die einen ganz anderen Blickwinkel auf den oft so negativ dargestellten Lobbyismus aufzeigte. Im Vordergrund standen die Fragen, was die Arbeit als Lobbyistin ausmacht und in wie weit die Verbände den Politikern im EU-Parlament bei ihren Gesetzesentwürfen hilfreich sind.
Diskussion mit anderen Europäerinnen
Als besonderer Höhepunkt stellte sich nach einem Vortrag von Neil Corlett, dem Chef-Pressebeauftragten der ALDE-Gruppe der Workshop zum Thema „How to write about an EU topic for our media?“ heraus.
Dabei diskutierten die deutschen Teilnehmer gemeinsam mit Däninnen, Rumäninnen und Britinnen unter Anderem über das Testen von Tieren für medizinische und andere Zwecke oder neue Richtlinien für die Reduzierung von Diskriminierung im Alltag und stellten ihre Ergebnisse anschließend in einem auf Englisch gehaltenen Vortrag vor. Dabei sollte die Arbeitsweise der Pressebeauftragten im EU-Parlament kennen gelernt werden.
Auch das Programm am zweiten Tag gestaltete sich sehr interessant. So diskutierten die jungen Journalistinnen mit der EU-Kommissarin für Verbraucherschutz, Meglena Kuneva, und erfuhren, warum beispielsweise in Deutschland immer noch gesundheitsschädigendes Kinderspielzeug auf dem Markt ist.
Das Seminar brachte den Teilnehmerinnen nicht nur neue internationale Freundschaften, sondern auch einen guten Einblick in die Abläufe und die Arbeit in der EU, vor allem im Europäischen Parlament.
70 Prozent der Gesetze kommen aus Brüssel
„Die meisten Menschen in Europa kennen nur das Europa des Wohlfühlens“, so Axel Heyer, „aber was vor Allem wichtig ist, ist das vielfältige Raumschiff Brüssel zu erkunden, das bei vielen lediglich für Macht und Distanz zum Volk steht“.
Bei einer Wahlbeteiligung von 43 Prozent bei der letzten Europawahl, kann das nur auf eine Besserung in diesem Jahr Hoffnung machen. „Viele Menschen wissen überhaupt nicht, welche Bedeutung Europa für sie selbst hat“, sagt Silvana Koch-Mehrin, „das ist schade, wenn man bedenkt, dass 70 Prozent der Gesetze auf die EU zurückgehen. Die Menschen müssen einmal anfangen, das Europa in ihrer Nachbarschaft zu suchen.“
Kim Schulte, 17 Jahre, und Claudia Witkowski, 18 Jahre

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