Das Auszeitblog
Teil 1 - Abenteuer Kanada
17.03.2010 | 10:50 Uhr 2010-03-17T10:50:00+0100
Ausbildung abgeschlossen, Studium noch nicht begonnen. Da ist doch Zeit für eine kleine Auszeit! Zum Beispiel in Kanada. ZeusPower-Reporterin Salia wagt den Sprung über den Teich und erkundet für sechs Monate das Land der unendlichen Weiten. Jobben inklusive.
Freitag, 05.03.2010.
Frankfurt-Vancouver. Heute tausche ich mein Leben gegen ein neues ein. Ich habe die Katze im Sack gekauft. Am anderen Ende der Welt. Aber einmal im Leben muss man ja mal unvernünftig sein und einfach das Beste hoffen.
Rückblick: Ca. vier Monate habe ich eine breite Spanne an Gefühlen durchlebt, während ich meine Reise plante oder von meinen Plänen erzählte. "Auf und Davon" macht ja heute fast jeder - damit konnte ich mich beruhigen und ich wusste, dass ich diesen Schritt zumindest überleben würde. Also folgten: Visa-Antrag, Flugbuchung, Unterkunftsuche. Mit einigen Monaten Entfernung zum Abflugtermin war die Welt in Ordnung. Dann: Panik, Zweifel, Freude.
Jetzt gerade am Flughafen versuche ich zu realisieren: Vancouver wird mein neues Zuhause - auf Zeit. Es geht nicht. Ich beobachte und warte ...
Wo ist mein roter Koffer?
Immer noch Freitag, mein Flieger startet um 12 Uhr, und um 14 Uhr am gleichen Tag komme ich in Vancouver an. (-9 Stunden)
Vom Jetlag geflasht, aber zuversichtlich mache ich mich mit meinem roten Koffer und zu schwerem Handgepäck auf den Weg. (Tipp: Ein roter Koffer bedeutet nicht, dass man am Abhol-Band leichtes Spiel hat, zu viele Zwillinge sind unterwegs. Empfehlung: Grün oder Pink)
Mit dem "SeaBus" überquere ich den English Bay in zehn Minuten und bin im Stadtteil North Vancouver. Hier lebt meine Homestay-Familie, die ich im Internet "gefunden" habe. (Tipp: http://toronto.en.craigslist.ca/ taugt für alles, was man in Kanada braucht)
Ich treffe die Homestay-Mutter namens Patricia am Lonsdale-Quay ("Ki"), die Bushalte-Stelle des SeaBus. Mir fällt es etwas schwer, Freude zu zeigen, weil ich einfach nur müde bin. Das Auto gefällt mir nicht. Es ist etwas zu dreckig im Innenraum und hat ein Kassettendeck anstatt eines CD-Players ...
My sweet home
Das Haus bestätigt meinen Verdacht. Ironischerweise weist mir die Mutter den Weg zur Haustür mit den Worten "Welcome to my messy house".
Im ersten Moment will ich es gar nicht glauben: Es riecht seltsam, es scheint unordentlich und zu dreckig. Mein Zimmer schließlich ist mit den einfachsten Holzmöbeln ausgestattet. (Scheint aber sauber:) Nun muss ich dazu sagen, dass ich aus einem der saubersten Haushalte der Welt - dem meiner Mutter - hier herkam, und meine Zimmerausstattung immer einem modernen Standard entsprochen hat. Allerdings habe ich es hier auch mit einer Großfamilie zu tun, die einiges Chaos anrichten kann, zumal beide Eltern berufstätig sind. Es gehören drei Kinder dazu und - mich eingerechnet - zwei Homestay-Studenten.
Jetzt heule ich meinem besten Freund via Skype (ich wecke ihn um fünf Uhr morgens) erst mal die Ohren voll ...