Tagebuch zum Redaktionspraktikum
08.11.2011 | 10:58 Uhr 2011-11-08T10:58:00+0100
Essen. Mit einem großen Fragenzeichen im Gesicht, was sie erwarten würde, hat die ehemalige Zeus-Reporterin Melanie Schäfer ein Praktikum in der Essen WAZ-Lokalredaktion angetreten. Aufgehört hat sie mit einem fetten Grinsen im Gesicht.
Mit einem großen Fragenzeichen im Gesicht, was sie erwarten würde, hat die ehemalige Zeus-Reporterin Melanie Schäfer ein Praktikum in der Essen WAZ-Lokalredaktion angetreten. Aufgehört hat sie mit einem fetten Grinsen.
Montag, 10. Oktober 2011:
Den ersten Tag in der Lokalredaktion habe ich überlebt. Mit der anderen Praktikantin war ich an der Uni und habe mich über die Kampagne „Mit dem Rad zur Arbeit!“ informiert. Der Artikel erscheint am Donnerstag auf der Uni-Seite.
Dienstag, 11. Oktober 2011:
Heute Morgen war ich ganz allein auf einem Außentermin bei der EBE. Um mich herum nur erfahrene Journalisten. Der Text über die Miniermotte ist morgen schon in der Zeitung zu lesen.
Mittwoch, 12. Oktober 2011:
Es ist zehn nach sechs, seit 11 Uhr bin ich in der Redaktion. Außentermin war heute in der Bockmühle. Den Text dazu musste ich mir ganz schön aus den Fingern saugen. Ein langer Tag geht hoffentlich gleich zu Ende.
Donnerstag, 13. Oktober 2011:
Heute war ich gleich auf zwei Terminen. Erst mit einer Kollegin bei der Messe Essen und dann allein beim Azubi-Tag der Allbau AG. Langweile kam also nicht auf. Ein wirklich guter Tag, obwohl es wieder über zwei Stunden gekostet hat, bis ich mit meinem Text wirklich zufrieden war.
Freitag, 14. Oktober 2011:
Eine Woche ist schon vorbei! Zu tun hatte ich heute fast gar nichts. Von 14 bis15 Uhr war ich mit einer Online-Redakteurin beim Casting von „Deutschland sucht den Superstar“. Danach gab es leider nichts mehr für mich zu tun. Auf ins Wochenende ...
Montag, 17. Oktober 2011:
Schon wieder Montag! Gestern war ich für ZeusPower bei den Kinderfilmtagen und freie Zeit in der Redaktion habe ich direkt mal genutzt, um den Bericht zu schreiben. Ich habe in letzter Zeit definitiv zu viele Nachrichten geschrieben und bearbeitet. Dementsprechend sieht der Text auch aus. Siehe: www.zeuspower.de.
Dienstag, 18. Oktober 2011:
Eine Kollegin hat mich mit zur Ausschusssitzung im Rathaus genommen. Nach fünf Minuten hat sie mir einen Zettel zugeschoben: Verstehst du irgendetwas? –Geht so. –Ging mir beim ersten Mal auch so. Bin eingeschlafen -> Bochumer Rat. Danach habe ich noch eine Meldung für sie geschrieben und um 19 Uhr war ich zu einem Vortrag in der Alten Synagoge. Ein langer, aber schöner und erfolgreicher Tag.
Mittwoch, 19. Oktober 2011:
Heute gab es wieder einiges zu tun. Die Frau vom Denkmalamt habe ich zurückgerufen. Sie hat mit Informationen aber reichlich gespart, sodass nur eine kurze Meldung draus wurde, die die Fragen des Lesers, der uns geschrieben hat, nicht im Geringsten beantworteten. Über den Vortrag in der Synagoge gestern sollte ich mich mal richtig „ausschreiben, damit ich mal das Gefühl für den langen Atem bekomme“. Herausgekommen sind knapp 140 Zeilen, die mit Fotos als Aufmacher auf der sechsten Seite dienen. Was ziemlich Großes für eine Praktikantin. Vom Chef gab’s Lob.
Donnerstag, 20. Oktober 2011:
Kaum war ich heute in der Redaktion, durfte ich auch schon wieder gehen. Bei der Schuldnerhilfe war’s aber super. Die haben mir sogar das Spiel geschenkt, um das es ging. Der Redaktionsleiter hat mich noch mal für meinen 140-Zeiler gelobt. In der Konferenz ist wohl auch nur Positives darüber gesagt worden. Auf jeden Fall möchte er nicht, dass ich umsonst arbeite. Deshalb bekomme ich jetzt 20 Cent pro Zeile. Das ist so super! Im gleichen Atemzug hat er mir noch eine freie Mitarbeit für’s Wochenende angeboten. Der Tag war echt spitzenmäßig. Ich bin den ganzen Tag mit einem fetten Lächeln durch die Gegend spaziert.
Freitag, 21. Oktober 2011:
Heute war ein relativ „normaler“ Tag: 11 Uhr Konferenz, einen Artikel mithilfe eines Redakteurs „schleifen“ (also kürzen), telefonieren, um noch mehr Infos zu bekommen, später dann auf einigen Seiten Korrektur lesen und um kurz vor sechs nach Hause.
Montag, 24. Oktober 2011:
Heute ist der erste Ferientag und direkt Ebbe in der Redaktion. Der Redaktionsleiter und seine Stellvertreterin sind nicht da. Termine haben wir aber auch keine. Schwierig, schwierig. Mal sehen, ob sich die Praktikumsverlängerung noch lohnen wird in dieser Woche. Heute war’s nicht so dolle.
Dienstag, 25. Oktober 2011:
Mein Gott ist das super, wenn man sich durch die gesamte Stadtverwaltung telefoniert und niemand Auskunft geben kann! Dann habe ich endlich die Richtige gefunden und auf ihren Rückruf bis um 18 Uhr gewartet. Eine Leserin, die Informationen für mich hat und sich bei mir melden wollte, hat auch noch nicht zurückgerufen. Geschrieben habe ich heute keine einzige Zeile für’s Blatt, nur telefoniert, telefoniert und auf Rückrufe gewartet.
Mittwoch, 26. Oktober 2011:
Ganz klasse! Die Stadtteil-Redakteurin hätte meinen Artikel für morgen dringend gebraucht, nur die Stadt kommt nicht in die Pötte. Die Dame vom Schulamt habe ich erreicht (zur Erinnerung: Sie wollte zurückrufen), leider darf aber auch sie mir keine Auskunft geben. Das Presseamt der Stadt Essen war auch nicht in der Lage, die Informationen innerhalb eines Tages zu bekommen oder einfach eine Freigabe auszustellen. Schließlich wurde ich wieder auf morgen vertröstet. Da bin ich ja mal gespannt.... Der Außentermin war super, die 110 Zeilen sind schon fertig und größtenteils mit einem Redakteur durchgesprochen. Morgen wird noch ein bisschen dran gefeilt. Um 18.35 Uhr wurde ich mit den Worten: Jetzt siehst du aber zu, dass du schnell nach Hause kommst, aus der Redaktion vertrieben.
Donnerstag, 27. Oktober 2011:
Vorletzter Tag schon. Dabei bin ich jetzt erst mal so richtig in der Redaktion angekommen. Heute habe ich sogar 33 Zeilen für die erste Seite geschrieben. Das Presseamt bzw. Schulamt hat mich schon wieder vertröstet. Ein Redakteur hat dann da mal angerufen und Druck gemacht. Wenn ich morgen immer noch keine Infos habe, wird es eine Beschwerde geben. Gerade habe ich Kuchen gebacken für morgen. Ich würde am liebsten noch länger bleiben!
Freitag, 28. Oktober 2011:
So, vorbei sind drei wunderbare Wochen, in denen ich so viel gelernt habe und unheimlich viel Spaß hatte. Zum Glück kann ich als freie Mitarbeiterin in Zukunft weiter für den Lokalteil und die Stadtteile schreiben. Ansonsten hätte ich das alles so wahnsinnig vermisst! Mein Kuchen wurde auch vollständig weggefuttert. Aber jetzt mache ich erst mal Ferien und fahre nach Wien!
P.S. Man glaubt es kaum, aber die Mitarbeiterin vom Schulamt hat sich nach vier Anrufen und einer Beschwerde beim Presseamt doch noch tatsächlich gemeldet und ich konnte noch 95 Zeilen dazu schreiben.
Melanie Schäfer, Essen

0mitdiskutieren