Fernsehen

Praktikum „beim RTL“

24.08.2012 | 12:39 Uhr
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Praktikum „beim RTL“
„Die ‘VIP’-ies sind ein super Team und die mit Abstand lustigste Abteilung der ‘Punkt 12’-Redaktion“, findet Praktikantin und ZeusPower-Reporterin Nadine Oesterwind (3. v. l.).Foto: Zeus

Köln.   In die Welt der „VIPs“ eintauchen, das wünschen sich viele Jugendliche. ZeusPower-Reporterin Nadine Oesterwind hat sich den Traum erfüllt. Sie hat drei Wochen ihrer Sommerferien „geopfert“, um ein Praktikum in der „Punkt 12“-Redaktion von RTL zu machen, wo sie nicht nur den „Checker“ getroffen hat.

Bunt, schrill, außergewöhnlich: Die Medienwelt. Fragt man heute Menschen zwischen 15 und 25 was sie später mal werden wollen, dann bekommt man nur noch selten gängige Berufe wie beispielsweise Friseur, Arzt oder Lehrer als Antwort. Immer häufiger heißt es: „Ich will irgendwas mit Medien machen.“ Diese Antwort hat den Vorteil, dass man sich nicht festlegen muss, auf einen speziellen Bereich, denn es gibt viele verschiedene Job-Möglichkeiten in der Branche. Und trotzdem kann man der Oma sicher und zielstrebig eine Antwort geben, wenn diese sich mal wieder nach der Zukunft des eigenen Enkels erkundigt.

Auch ich gebe - trotz des „Hypes“ - diese Antwort, wenn die Oma fragt. Aber ich habe eine konkrete Vorstellung: Die redaktionelle Arbeit für einen Fernsehsender soll es später einmal für mich werden. Ein Traumberuf mit vielen Konkurrenten. Deswegen bleibt mir nur eine Möglichkeit: Ich muss die Fühler schon früh genug ausstrecken. Also opfere ich drei Wochen meiner Sommerferien, um ein Praktikum bei RTL zu machen.

Mit einem vor Nervosität leerem Magen stehe ich also am 2. Juli 2012 vor dem riesigen Komplex der RTL Medien Gruppe direkt am Rhein. Fünf Minuten später finde ich mich schon in der Konferenz der größten RTL-Redaktion „Punkt 12“ wieder, die jeden Morgen um kurz vor 8.00 Uhr stattfindet. Wie sich herausstellt, lande ich anschließend in der mit Abstand lustigsten Abteilung der Redaktion, bei den „VIPs“. Genau das, was uns Mädels am besten steht, nämlich lästern, spekulieren und kritisieren gehören die nächsten drei Wochen zu meinem Alltagsprogramm.

Mit Herzklopfen in der Kritikkonferenz

Nach einer Woche ist es dann so weit. Sehnsüchtig erwartete ich unseren Sendungsteil um 12.35 Uhr, in dem mein erster eigener Beitrag als „Spotlight“ laufen soll. Ich bin wahnsinnig stolz, doch dann kommt die Kritikkonferenz, zu der die Außenstudios Berlin, München und New York zugeschaltet werden. Ich überlebe sie mit lautem Herzklopfen – Kritik kann auch sehr hilfreich sein.

Konzentriert und sekundengenau ist die Arbeit beim Cutter, wobei der Spaß nie zu kurz kommt.

Die Konferenz, bei der am meisten gelacht wird, ist die Themenkonferenz, die immer im Anschluss an die Kritikkonferenz stattfindet – obwohl es mir selbst sehr schwer fällt, geeignete Themen für den nächsten Tag zu finden. Entweder sind die Leute zu uninteressant oder meine Kollegen hatten das Thema schon in den Sendekalender eingetragen. Dafür verantwortlich sind die Planer, wovon es zwei „Feste“ gibt und jeweils einen Springer. Für den Dreh arbeiten dann noch vier weitere Redakteure, die die Beiträge vorbereiten. Der Chef vom Dienst (CvD) ist als verantwortlicher Redakteur der „VIPs“ das königliche Oberhaupt. Erst wenn er einen Beitrag abgenommen hat, darf dieser gesendet werden.

Die Flure mutieren zu Sprintstrecken

Allerdings sollte man an dieser Stelle nicht denken: „Och, das hört sich ja ganz entspannt an!“ Das ist es nämlich definitiv nicht. Wenn beispielsweise die Redaktionsleitung um 11.00 Uhr – also eine Stunde vor der Sendung – entscheidet, dass Nelly Fourtados neues Musikvideo unbedingt mit in die Sendung muss, dann kann es vorkommen, dass nur 15 Minuten Zeit bleiben, um den Beitrag zu schneiden. Die Flure mutieren in solchen Situationen zu kleinen Sprintstrecken, auf denen man mit Bedacht Leuten mit Kaffebechern ausweichen sollte. Sobald alle Beiträge ausgestrahlt worden sind, drosselt sich das Tempo auf den Gängen aber auch wieder und es kann über den ein oder anderen „S-Laut“ in der Sendung gelacht werden.

Jörn Schlönvoigt und Sila Sahin, die hier mit Praktikantin Nadine Oesterwind (rechts) für die Kamera posieren, geben nicht nur in der Serie "GZSZ" ein Traumpaar ab.

Die Medienwelt ist wirklich bunt und verrückt. Doch vor allem lustig und abwechslungsreich: Kein Tag sieht gleich aus. Die guten Promis lassen sich zum Glück auch immer wieder etwas Neues einfallen.

Nach vier Wochen fällt es mir wirklich schwer, von der Truppe Abschied zu nehmen, die mir so viel mit auf den Weg gegeben hat. Ich habe, wenn ich ehrlich bin, nicht erwartet, dass ich so viel selber machen darf und dazu lerne. Die Unterstützung, die ich bekommen habe, war großartig und auch die Kritik war immer angebracht. Alle Vorurteile gegenüber dem „Niveau“-Sender RTL habe ich über Bord geworfen. Wenn ich könnte, würde ich sofort nach den Sommerferien zurück gehen. Es hat sich eindeutig gelohnt, die drei Ferienwochen zu opfern, obwohl ich meinen Wecker so manches Mal um 5.00 Uhr gerne aus dem Fenster geschmissen hätte, anstatt meine Füße aus dem Bett zu bewegen.

Nadine Oesterwind, Mülheim an der Ruhr

ZeusPower-Reporterin

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