Politik langweilt Jugendliche
30.04.2010 | 17:32 Uhr 2010-04-30T17:32:00+0200
Hagen.Wenn Politiker reden, hören Jugendliche weg.
Interesse für politische Themen entstehen – gerade bei Jugendlichen – nur dann, wenn sie wirklich spannend und lebendig rübergebracht werden. So spannend, dass man nicht mehr aufhören kann, darüber zu diskutieren. Vor allem dann, wenn man über die Vorgehensweisen der Parteien uneinig ist, die eigene Meinung verteidigen und sich eventuell auch darüber aufregen kann – das Interesse ist geweckt und damit auch die Beteiligung.
Am Zeitgeist vorbei
Denn jeder Mensch – und damit auch jeder Jugendliche – hat das Recht darauf, zu erfahren und auch mit zu entscheiden, wie es in der Welt vor sich geht. Doch wie soll das funktionieren, wenn die heutige Politik nicht den Zeitgeist der Jugend trifft?
Vor allem bei Themen, bei denen es wichtig ist, die Meinung der Jugendlichen zu erfahren, da es speziell um sie geht, beispielsweise bei Bildung oder Jugendarbeitslosigkeit. Wenn sich junge Menschen am politischen Geschehen beteiligen sollen, wieso kommt man ihnen dann nicht einfach ein Stück entgegen?
„Sagt es einfach!“
Der Prozess der politischen Meinungsbildung beginnt früh. Schon in der Schule sollte das Interesse an Geschichte und Politik geweckt werden. Es gibt Bücher, die Jugendlichen Politik näher bringen wollen. Aber heutzutage greifen immer weniger zu Büchern. Schon in den Grundschulklassen werden Bücher bestellt, mit denen das Lesen trainiert werden soll.
Doch nicht jedes Kind interessiert sich für den Inhalt des Buches, da es ohne Absprache mit den Schülern bestellt wurde. Für das Kind ist es dann Pflichtlektüre, die Geschichte zu lesen. Das führt dazu, dass viele auch später noch der Meinung sind: „Wieso soll ich mir die Mühe machen, mich durch Bücher zu kämpfen, wenn es doch auch Filme gibt, und das Ganze viel einfacher zu verstehen ist.“
Das Interesse der Kinder am Lesen sollte schon früh geweckt werden. Vielleicht bekommen sie dann auch Lust, mehr über die heutige Politik zu erfahren und sehen sich Nachrichten an. Wenn diese dann auch noch einfach und verständlich sind und die Politiker es schaffen, auch bei schwierigen Themen ehrlich mit den Menschen umzugehen, dann wären wir auf einem guten Weg. Also ganz einfach: Sagt’s einfach!
Lea Weinrich, ZeusPower-Reporterin aus Hagen

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