Interview

„Musiker sein, ist meine Berufung“

03.05.2012 | 15:01 Uhr
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„Musiker sein, ist meine Berufung“
Andreas Bourani eröffnete die diesjährige Echo-Verleihung mit einer tollen Show. Am 11. Mai gibt’s die Möglichkeit, ihn live zu erleben, denn er tritt beim Festival „Wortklang“ in Iserlohn auf. Foto: Axel Schmidt/dapd

Andreas Bourani ist musikalisch durchgestartet – seit 2011 scheint ihm alles zu gelingen. Doch wie kam es zu diesem Erfolg? ZeusPower-Reporter Cedrik Pelka sprach mit ihm über seine Karriere, die zu Beginn auch einige Schwierigkeiten in sich barg.

Andreas Bourani ist musikalisch durchgestartet – seit 2011 scheint ihm alles zu gelingen. Seine Lieder „Eisberg“ oder auch „Wunder“ laufen im Radio rauf und runter und für die Single „Nur in meinem Kopf“ erhielt er sogar eine goldene Schallplatte. Doch wie kam es zu diesem Erfolg? ZeusPower-Reporter Cedrik Pelka sprach mit ihm über seine Karriere, die zu Beginn auch einige Schwierigkeiten in sich barg.

Wollten Sie schon von klein auf Musiker werden oder kam Ihre Karriere mehr oder weniger überraschend?

Tatsächlich habe ich die Schule – ich besuchte ein musisches Gymnasium – abgebrochen. Kurz vor dem Abitur habe ich den Entschluss gefasst: Ich brauche nicht zu studieren, ich will Popmusiker werden.

Und was haben Ihre Eltern dazu gesagt?

Tatsächlich habe ich die Schule – ich besuchte ein musisches Gymnasium – abgebrochen. Kurz vor dem Abitur habe ich den Entschluss gefasst: Ich brauche nicht zu studieren, ich will Popmusiker werden.

Ihre Biografie berichtet von vielen Rückschlägen, die Sie einstecken mussten. Von vielen Fehlern, die Sie gemacht haben. Doch was hat Sie dazu gebracht, immer wieder aufzustehen und weiterzumachen?

Das stimmt schon, dass ich mit falschen Personen zusammengearbeitet habe, die in mir etwas anderes gesehen haben, als ich bin. Aber: Ich habe mir von früh an in den Kopf gesetzt, eine CD zu veröffentlichen. Mit meiner ersten Platte schaffte ich das zwar nicht, aber ich hatte nun schon so viel in meinen Beruf investiert, ich konnte nicht mehr zurück. Ich hatte mich so festgebissen – ich wollte diese Veröffentlichung. Wenn es dann scheitert, können wir über Plan B sprechen. Außerdem steckt in dem Wort „Beruf“ die „Berufung“. Und Musiker sein, ist meine Berufung.

Welche Inspiration bewegt Sie dazu, solch emotionale Liedtexte zu verfassen?

Das Leben ist die Inspiration. Man ist ja Künstler und beobachtet. Das ist die Aufgabe, dass man seine Perspektive schildert und aufschreibt. Im Prinzip habe ich nichts anderes gemacht, als aufmerksam zu sein und mich zu fragen: „Was wühlt mich auf? Was macht mich glücklich, was traurig?“. Die Emotionen haben ich in Worten festgehalten und geguckt, wo lässt sich ein Song daraus machen?

Früher sangen Sie auf Englisch. Warum sind sie auf Deutsch umgestiegen?

Zu Beginn habe ich eine Band gesucht und in Bayern auch eine gefunden. Ich wollte von klassischer Musik auf Pop umsteigen. Die Band hatte schon ein paar Songs und die waren auf Englisch. Ich habe dann mit den Jungs auch Songs geschrieben. Beim Schreiben von englischen Texten musste ich jedoch immer viel nachschauen. Das unterbricht den kreativen Prozess. Es ist ohnehin schon schwierig seine Emotionen in Worte zu fassen.

Gefällt Ihnen eines Ihrer Lieder besonders gut?

Das ist wieder die Frage nach dem Lieblingskind. Ich habe 13 Stücke geschrieben und da kann ich mich für keins entscheiden. In jedem Song steckt ein Stück von mir drin?

Sie treten bald beim Musikfestival „Wortklang“ in Iserlohn auf. Was reizt Sie, daran teilzunehmen?

Ich liebe es, auf der Bühne zu stehen. Die Leute dort sollen mich und meine Lieder kennenlernen. Ich möchte als Künstler alles präsentieren. Und die Plattform ist dort ideal.

Bei „Wortklang“ sollen die verschiedensten Gruppen für Musik begeistert werden – junge Menschen ebenso wie alte. Gibt es eine Gruppe, der Sie sich besonders verbunden fühlen und die Sie mit Ihrer Musik erreichen möchten?

Nein. Als Künstler sucht man sich das Publikum nie aus. Man bietet seine Kunst nur an. Ob die Leute das dann kaufen oder auf ein Konzert kommen, ist ein ganz anderer Schuh. Bei meiner ersten Tour war ich ganz neugierig und habe mich gefragt, wer kommt da eigentlich hin? Ich war positiv überrascht, dass ich junge wie auch alte Menschen angetroffen habe, dass meine Musik also generationsübergreifend glücklich macht. Ich grenze meine Zielgruppe überhaupt nicht ein.

Für viele sind Sie jetzt ein Idol. Doch haben Sie auch eins?

Es gibt viele inspirierende Menschen aus verschiedenen Bereichen, wie zum Beispiel Karl Lagerfeld im Bereich der Mode: Er ist ein alter Kauz, aber trotzdem liebevoll. Ein spezielles Idol habe ich nicht. Ich finde die Texte von Herbert Grönemeyer sehr emotional, doch ich würde niemanden für mich auf einen Thron stellen.

Noch eine andere Frage: Beim Fußball, so haben sie mal berichtet, haben sie zwei linke Füße – aber was halten Sie davon, dass der BVB Deutscher Meister geworden ist?

Das ist mir völlig Latte. Fußball interessiert mich nur während der WM oder EM. In meiner Band gibt es zwar einen Fan von Werder Bremen, einen vom FC Bayern und einen vom VFB, doch ich stehe mehr auf Ballsportarten, die mit der Hand gespielt werden. Ich selber habe nämlich auch mal Handball und Basketball gespielt.

Zum Schluss: Was können sie jungen Musikern noch mit auf dem Weg geben?

Besonders wichtig ist, dass man an seine Ideen glaubt, sie nicht vergisst und sich selbst treu bleibt. Außerdem muss man sich Zeit nehmen, um sich mit der Musik vertraut zu machen. Jeder sollte das Gefühl haben: Hey, das bin ich. Denn wenn man dann plötzlich im Rampenlicht steht und einen Rattenschwanz von Leuten hat, sollten die Lieder einem gefallen.

Cedrik Pelka, Essen

ZeusPower-Reporter

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