Mediengestalter sind unentbehrlich
07.07.2010 | 12:29 Uhr 2010-07-07T12:29:00+0200
Essen.Punkt 19.30 Uhr: Beginn der Lokalzeit im WDR-Fernsehen. Nach der vertraut klingenden Musik, die das allabendliche Familien-Ritual einleitet, begrüßen zwei sympathisch wirkende Moderatoren die Zuschauer vor den Fernsehgeräten und geben einen Überblick, was am Tag geschehen ist. Sieht einfach aus, ganz so einfach ist es aber nicht.
„Jeder Tag ist anders“, erzählt die 22-jährige Sarah Lewin aus Solingen, die beim Westdeutschen Rundfunk zur Mediengestalterin Bild und Ton ausgebildet wird. Innerhalb von drei Jahren durchlaufen die Auszubildenden alle wichtigen Abteilungen des großen Rundfunksenders und lernen dabei die Medienbranche vor allem von ihrer technischen Seite kennen: Da müssen Studios aufgebaut und „eingeleuchtet“ werden, damit hinterher auch alles im richtigen Licht erscheint. Kameras, Mikrofone und Teleprompter werden eingestellt, Beiträge müssen gedreht, geschnitten und eingespielt werden. „Manchmal kommt es vor, dass eine Sendung schon läuft und es kommt noch ein ganz aktueller Beitrag rein. Für solche Fälle haben die Aufnahmeleiter stets die Uhr im Blick und die Moderatoren einen Knopf im Ohr.“ Dass am Ende für den Zuschauer trotzdem immer alles perfekt aussieht, ist auch der Verdienst der Mediengestalter, von denen ein hohes Maß an Professionalität und Spontaneität gefordert wird.
„Es stecken oft viele Stunden Arbeit für wenige Minuten Beitrag dahinter“, so die Auszubildende. „Dafür läuft das Ganze dann abends im Fernsehen und man sieht, was man erarbeitet hat“, beschreibt sie ihr Erfolgserlebnis, mit dem der teilweise stressige Berufsalltag belohnt wird.
Pappfassade der Lindenstraße
Als Mediengestalterin hat sie außerdem schon viele Blicke hinter die Kulissen werfen können – im wahrsten Sinne des Wortes. Denn wer hätte gedacht, dass die „Lindenstraße“, die Sonntags abends im Fernsehen zu sehen ist, aus Pappfassaden besteht und die Blätter der Lindenbäume jahreszeitgerecht aus Kanada eingeflogen werden? Solch kurioses Insiderwissen sorgt auch im Bekanntenkreis immer wieder für Aha-Erlebnisse. So auch das Geheimnis der Blue-Box, der blauen Wand, die für die Aufzeichnung mit virtuellen Hintergründen wichtig ist: „Die Moderatoren haben nie Blau oder Grün an, denn dann stünden sie zum Beispiel plötzlich mitten in der Wetterkarte!“
Auch Promis zu treffen ist für Sarah mittlerweile keine Besonderheit mehr. „Am Anfang war das noch sehr komisch und aufregend, aber mittlerweile ist es normal.“ Guildo Horn, Frank Plasberg oder Shary und Ralph gehören für Sie mittlerweile genauso zum Arbeitsumfeld, wie für andere Menschen die „normalen“ Arbeitskollegen.
Erst die Drehbücher, dann die Technik
Neben den alltäglichen Abteilungseinsätzen bietet der WDR den Auszubildenden diverse Projekte an, bei denen die Neulinge ihre Fähigkeiten als Mediengestalter ausbauen können. Das größte Projekt dabei heißt FriTV, wobei es sich um die Produktion eigener Sendungen handelt. „Das erste Lehrjahr denkt sich die Drehbücher aus und das zweite Lehrjahr setzt das ganze dann technisch um“, erklärt sie.
Was ihr nun am besten gefällt an diesem Beruf, vermag Sarah auf Anhieb nicht zu entscheiden: „Im Grunde alles zusammen. Die Tatsache, dass man immer mit anderen Leuten zu tun hat, aber auch der ‚Kick’ der Live-Sendung und das Adrenalin, weil man weiß, dass es alle sehen. Die Herausforderung, auch mal ein nettes Wort für diejenigen zu finden, die nervös sind, weil sie bald vor die Kamera müssen und ebenso die Spannung nie so genau zu wissen, was am nächsten Arbeitstag passiert.“
Bei so viel Abwechslung sind die Anforderungen an die Bewerber um einen Ausbildungsplatz als MediengestalterIn natürlich ziemlich hoch. Technisches Interesse und ein hohes Maß an Flexibilität sollte man auf jeden Fall mitbringen. Wer außerdem mit unregelmäßigen Arbeitszeiten kein Problem hat, darüber hinaus noch die nötige Offenheit und Kontaktfreudigkeit mitbringt und sich gut in Gruppen einfinden kann, der sollte sein Glück beim WDR auf jeden Fall versuchen. Weitere Informationen findet ihr hier.

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