Kleines Budget für viel Qualität
11.11.2009 | 12:05 Uhr 2009-11-11T12:05:00+0100
Mit seinen Dokumentarfilmen schildert Bernd Sahling den Lebensalltag von Kindern – authentisch und ungeschminkt. Für ZeusPower haben Esra Gürleyen und Buket Karaman den Regisseur auf der dok you in Duisburg getroffen.
Sahling ist 1961 in Naumburg geboren, heute lebt er in Berlin.
Er studierte Filmregie und entschloss sich anschließend, Dokumentationen mit Kindern zu machen, weil er der Ansicht ist, dass Kinder und Jugendliche mehr in den Vordergrund gerückt werden müssen, dass Erwachsenen ihnen eine Stimme geben müssen.
Die Ideen für seine Filme finde er, in dem er den Alltag der Jugendlichen beobachte und danach seine Sicht der Geschichte schildert. Die Beobachtungen kann er allerdings nicht im eigenen Umfeld betreiben – Sahling ist weder verheiratet noch Vater. "Was aber nicht ist, kann noch werden", lächelt er.
Dafür muss er sich besonders intensiv auf die Filme vorbereiten. So werden seine Filme sehr ansprechend und fesselnd. Klar, sind da auch schon einige Jurys aufmerksam geworden – so gewann er bereits zahlreiche Preise, aber auf den ersten Filmpreis in Chicago und dem 2004 Kidsfilm Preis ist er am meisten stolz.
Viel Arbeit
Als Regisseur hat man viel um die Ohren – so arbeitet er täglich mindestens vier Stunden lang an einem Drehbuch – und das über drei bis fünf Jahre, bis es endlich soweit ist, verfilmt zu werden.
Ob Regisseur wohl schon immer sein Traumberuf war? Bernd Sahling verneint. "Ich wollte eigentlich Lehrer werden. Ich war ein fleißiger Schüler und hatte gute Noten", sagt er im ZeusPower-Interview.
Leben auf großem Fuß, durchgefeierte Nächte mit Hummerbuffett und Champagnerduschen und unendlich viel Schokolade – wer glaubt, dass Filmemacher gut verdienen, wird von Bernd Sahling wie so oft auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt. Filme machen sei ein Risikogeschäft, man wisse nie, was dem Publikum genau gefalle, bei ihm ankomme.
So kalkuliert Bernd Sahling für seine Dokumentarfilme mit ganzen 35.000 Euro. Im internationalen Vergleich, gerade bei abendfüllenden Filmen aus der Traumfabrik Hollywood, reicht das wahrscheinlich noch nicht einmal für die Schminke, die während des Drehs für die Schauspieler verbraucht wird. Genug allerdings, um einen Dokumentarfilm machen zu können. Rund ein Jahr lang braucht Sahling für seine Filme.
Neuer Film
Sein neuester Film heißt "Ednas Tag". Es geht um ein Mädchen mit bosnischer Herkunft, das neu nach Deutschland kommt und sich in die Klasse einfügen muss. Was ihr nicht leicht fällt, da sie nicht gut Deutsch spricht und die Schüler sie nicht beachten.
Dabei geht es vor allem um Integration und den Umgang mit den Kindern. Bernd Sahling möchte veranschaulichen, wie schwer es einige Kinder haben, die anderer Herkunft sind.
Wie dreht man gute, erfolgreiche Filme? "Es geht vor allem um die jahrelange Erfahrung. Je mehr Erfahrung man hat, desto besser", sagt Bernd Sahling, der selbst inzwischen 22 Jahre als Regisseur arbeitet.
Sein Lieblingsfilm von seinen bisher gedrehten Filmen heißt "Blindgänger" - wobei er natürlich all die anderen Filme auch mag, schließlich hat er sie alle selbst gedreht.
Wenig Kohle, wenig Konkurrenz
Der Vorteil eines Kinderdokumentarfilm-Regisseurs sei vor allem, dass man wenig Konkurrenz habe, denn man verdiene nicht sehr viel. Trotzdem arbeite er gerne, denn: "Das Wichtigste ist, dass man Spaß bei der ganzen Sache hat."
Esra Gürleyen und Buket Karaman, ZeusPower-Redaktion

15:14
Mir hat der Artikel meiner Schülerinnen sehr gut gefallen. Das habt ihr super hinbekommen. Weiter so ;)
20:24
Ich finde diesen Artikel sehr gelungen ich danke den beiden Redakteuren für die wichtigen Informationen.