Journalismus

"In zwei Flugstunden an einem Ort des Schreckens"

22.06.2009 | 18:06 Uhr
"In zwei Flugstunden an einem Ort des Schreckens"

Frankfurt. Er ist das Gesicht der ZDF-Nachrichten: Steffen Seibert. Im ZeusPower-Interview mit Adrian Kopps spricht der Familienvater über seine Erfahrungen auf Unicef-Reisen, seine Arbeit als Journalist und seine Zeit als Auslandskorrespondent in den USA.

ZeusPower: Wie ist es zu ihrer Zusammenarbeit mit UNICEF gekommen?

Info
Verlosung

Gemeinsam mit Meyers Lexikonverlag verlost ZeusPower drei Exemplare von "Mein, dein, unser Deutschland", das Steffen Seibert herausgibt.

"Mein, dein, unser Deutschland" (ISBN 978-3-411-07811-0) ist ein spannendes Leserbuch für Jugendliche ab 14 Jahren, in dem Steffen Seibert und weitere Autoren die deutsche Geschichte der letzten 60 Jahre in kleinen Geschichten nacherzählen. Das Buch ist bewusst nicht detailüberladen und in einer Sprache, die Jugendliche verstehen. Zur Herausgabe des Buches bewegte den Fernsehjournalisten übrigens, dass er mit 16, 17 Jahren gerne so etwas gelesen hätte.

Wer gewinnen möchte, schickt uns bis zum 14. Juli, 15 Uhr, eine E-Mail mit Namen, Anschrift, Telefonnummer und Alter sowie dem Stichwort "Mein, dein, unser Deutschland " an aktion@zeuspower.de . Die Gewinner werden telefonisch benachrichtigt. Der Rechtsweg ist wie immer ausgeschlossen!

Steffen Seibert: Vor rund sechs, sieben Jahren sprach mich Unicef an, ob ich Pate werden wollte. Das traf sich sehr gut, denn ich hatte schon oft darüber nachgedacht, mich bei Unicef zu engagieren. Es war also eine glückliche Zusammenkunft und ich sagte zu.

ZeusPower: Was war ihr bisher bewegendster Moment bei Unicef?

Steffen Seibert: Es gibt viele Dinge, die mich auf meinen Reisen für Unicef bewegt haben. Letztens zum Beispiel habe ich den Kosovo besucht. Man fliegt zwei Stunden und steht vor einer riesigen Müllkippe, auf der Kinder arbeiten. Es stinkt furchtbar. Die Gesundheitsgefährdung der Kinder ist immens. Mich bedrückt natürlich auch, wenn ein ehemaliger Kindersoldat davon erzählt, wie er getötet hat. Oft denke ich an diese Erlebnisse, aber ich ertrage sie wegen der vielen Menschen, die sich einsetzen und versuchen die riesigen Probleme, die in unserer Welt bestehen, zu lösen.

Buchautor Steffen Seibert

ZeusPower: Mit Büchern wie „Mein, dein, unser Deutschland“ versuchen Sie das Interesse Jugendlicher für deutsche Geschichte und Politik zu wecken. Was wünschen Sie sich von den Politikern, um Politik Jugendlichen zugänglicher zu machen?

Steffen Seibert: Politiker leben natürlich in einem Beruf, in dem es schwerfällt auszuscheren. Vielleicht sollten sie öfter ihren eigenen Kindern zuhören und sich nicht nur um die Jugendlichen in ihren Parteijugenden, sondern um alle kümmern.

Aufgaben beim ZDF

ZeusPower: Woraus bestehen ihre Aufgaben beim ZDF?

Steffen Seibert: Als Fernsehjournalist präsentiere ich die Nachrichten nicht nur, sondern schreibe auch alle meine Texte selber. Damit habe ich mehr als genug zu tun.

ZeusPower: Wollten Sie schon immer Fernsehjournalist werden?

Steffen Seibert: Nein, eigentlich hatte ich nie vor, überhaupt Journalist zu werden. Durch viele glückliche Zufälle ergab es sich, dass ich nach meinem Studium beim ZDF in Mainz anfangen konnte.

Tipps für journalistischen Nachwuchs

ZeusPower: Welche Tipps würden Sie jemandem geben, der Journalist werden will?

ZDF-Moderator Steffen Seibert bei der UNICEF-Pressekonferenz im Frankfurter Römer. Fotos: Bülend Ürük

Steffen Seibert: Ich persönlich würde auf keinen Fall Journalismus studieren, sondern ein Fach, was mich interessiert. Journalismus lernt man eh nur beim Machen! Aber viele Leute sind da anderer Meinung.

Arbeit im Land der unbegrenzten Möglichkeiten

ZeusPower: Von 1992 bis 1995 waren sie Auslandskorrespondent in Washington. In welchen Extremen haben Sie das Land der unbegrenzten Möglichkeiten erlebt?

Steffen Seibert: Die USA sind ein faszinierendes Land. Dort findet man das Beste - aber auch das Schlechteste und Ärmste auf der Welt. Ich habe in Washington eine wunderschöne Zeit verbracht. Als ich vor kurzem wieder einmal da war um von Obamas Amtseinführung zu berichten, spürte auch ich ein unglaubliches Hoffnungsgefühl.

Mit Steffen Seibert sprach ZeuPower-Reporter Adrian Kopps.

Zur Person: Steffen Seibert wurde am 7. Juni 1960 in München geboren. Er studierte Geschichte und Literaturwissenschaften in Hamburg und London und kam danach  zum ZDF. Unter anderem moderierte er das ZDF-Morgenmagazin, „hallo deutschland" und „ZDF.reporter“. Außerdem wurde er für Sondersendungen und in der Wahlberichterstattung eingesetzt. Für seine Sendung zum Anschlag auf das World Trade Center wurde er mit der Goldenen Kamera und für eine Spendengala für die Opfer des Tsunami mit dem Publikums-Bambi ausgezeichnet. Heute lebt er mit seiner Frau und seinen drei Kindern (zwei Söhne, eine Tochter) in Wiesbaden.

ZeusPower-Reporter

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Kommentare
22.06.2009
21:05
In zwei Flugstunden an einem Ort des Schreckens
von Volontär | #2

Natürlich gibt herrschen im Kosovo schlimme Zustände!!! Das mit den Kindersoldaten ist garnicht darauf bezogen.

22.06.2009
18:47
In zwei Flugstunden an einem Ort des Schreckens
von Dauti | #1

Müllkippen wo Kinder arbeiten? Kindersoldaten?Bei allem Respekt, aber ist sich der Herr wirklich sicher dass er Kosovo meint? Ich nämlich nicht.

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