Immer satt bei "Immersatt"
08.02.2010 | 10:09 Uhr 2010-02-08T10:09:00+0100
Gesunde Ernährung, kostenlose Bildung und jede Menge Spaß bietet der Verein Immersatt sozial benachteiligten Kindern in Duisburg. ZeusPower-Reporterin Katharina Draub hat sich dort mal umgeschaut.
Wer kennt das nicht, dass man in der Schule nur wenig Leistung zeigen kann, wenn der Magen leer ist? Das dachte sich auch Ralf Menrad, Geschäftsführer von Immersatt. Zusammen mit sieben anderen Personen gründete er den Verein in Duisburg. "Vorher war ich in einem Jugendzentrum tätig und habe dort viele Schulkinder gesehen, die nach einem langen Schultag noch nichts gegessen hatten. Damals half uns die Duisburger Tafel. Sie stellte uns Lebensmittel zur Verfügung. Doch eines Tages konnte die Tafel dies nicht mehr machen. Das Jugendamt bat uns, eine Essenseinrichtung für Kinder und Jugendliche zu schaffen." So also entstand "Immersatt – der Kinder- und Jugendtisch e.V.".
Aber ohne Unterstützung, insbesondere von Banken und Baufirmen, hätte diese Idee gar nicht umgesetzt werden können. Seit drei Jahren nun engagiert sich Immersatt für sozial benachteiligte Kinder und versucht, ihre Chancen im Leben zu verbessern. Dies fängt schon mit einer gesunden Ernährung an. So gibt es zwei "Immersatt"-Einrichtungen, die auch "Restaurants" genannt werden. Die eine befindet sich in Duisburg Stadtmitte und die andere in Duisburg Ruhrort. Nach der Schule können die Kinder zu diesen Einrichtungen gehen und ein "drei Gänge Menü" für nur 0,50 € bekommen. Insgesamt sind dort schon über 70 Kinder angemeldet. Sie müssen natürlich nicht jeden Tag kommen, was sie aber offenbar gerne tun. Die sechs- bis zwölfjährigen Kinder erzählen: "Ich bin fast jeden Tag hier und das schon seit einem Jahr." "Es ist schön hier, und ich habe auch schon viele Freunde." Spiele, ein heißbegehrter Kicker und bunt bemalte Wände sorgen dafür, dass sich die Kinder in den Einrichtungen wohl fühlen.
Der Verein bietet jedoch nicht nur ein gesundes Mittagessen: "Schon morgens um sechs Uhr werden 1000 Frühstücksbeutel vorbereitet, die an 28 Grundschulen in der Frühstückspause verteilt werden", erzählt Geschäftsführer Ralf Menrad. Damit ein Immersatt-Tag reibungslos verläuft, werden natürlich viele Helfer benötigt: "Außer ein paar festangestellten Mitarbeitern gibt es insgesamt rund 75 sogenannte Ein-Euro-Jobber und auch 30 ehrenamtliche Mitarbeiter", so Ralf Menrad. Sabine Schmidt, gelernte Erzieherin und Leiterin der beiden Einrichtungen schwärmt: "Das Besondere bei Immersatt ist, dass nicht gegeneinander, sondern miteinander gearbeitet wird. Es sind auch schon viele Freundschaften entstanden. Aber an erster Stelle stehen natürlich die Kinder!"
Sponsoren spielen eine wichtige Rolle bei Immersatt. So spenden verschiedene Geschäfte Lebensmittel, die morgens schon um acht Uhr abgeholt und später verwendet werden. "Was es zu essen gibt, entscheidet der Koch nach dem, was da ist", so Sabine Schmidt.
Dennoch zählt bei Immersatt nicht nur die gesunde Ernährung: "Der Schwerpunkt unserer Arbeit liegt bei der Schulpädagogik, das heißt Hausaufgabenhilfe, Nachhilfe und Sprachförderung", erklärt Ralf Menrad.Deswegen gibt es jeden Tag für die Schulkinder, von denen die ersten schon um halb zwölf kommen, Nachhilfe und Hausaufgabenbetreuung. Außerdem werden Jugendlichen zwei Mal wöchentlich Beratungsgespräche in den Bereichen Bewerbungscoaching, Lehrstellensuche und Praktikavermittlung angeboten.
Damit die Kinder Immersatt auch in den Ferien nicht vermissen, gibt es sogar ein eigenes Ferienprogramm: Mit dem 'Kinderkulturbus' geht’s zu kulturellen Veranstaltungen, die vorher thematisch bearbeitet wurden.
Gute Sache, tolle Leistung, weiter so!
Mehr Informationen unter: www.immersatt.org/
Katharina Draub, ZeusPower-Redaktion

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