Festival

Hauptsache elektronisch

23.10.2012 | 16:23 Uhr
Zehntausende Techno-Fans tanzten beim 18. Nature One Festival auf der Rakentenstation in Kastellaun.Foto: Philipp Model/ZeusPower

Kastellaun/Hunsrück.   Das 18. Nature One Festival bot zehntausenden Techno-Fans auf dem Gelände der ehemalige Raketenstation Pydna jede Menge Live Acts. ZeusPower-Reporter Daniel Klump hat sein Zelt in der Raver-Stadt aufgeschlagen.

Einmal im Jahr wird aus einer ehemaligen Raketenbasis ein Treffpunkt für Elektro-Fans. Im Hunsrück findet dann die „Nature One“ statt. Es ist eines der größten Festivals für elektronische Tanzmusik in Europa. In diesem Jahr sorgten 300 DJs und Live-Acts auf 23 Bühnen für gute Laune bei den 56.000 Besuchern.

In diesem Sommer feierten Zehntausende Techno-Fans im Hunsrück bei der „Nature One“ unter dem Motto „You are Star“ – Du bist der Star. Und für das Festival wurde kein üblicher Ort ausgewählt: Die Raketenbasis Pydna in Kastellaun ist ein 350.000 m² großer ehemaliger Stützpunkt der US-Army. Wo heute die Menschen ein Wochenende lang zu elektronischer Musik tanzten, lagerten bis 1987 atomsprengkopfbesetzte Mittelstreckenraketen.

Während des 18. „Nature One“-Wochenendes wurde den 56.000 Besuchern neben dem einzigartigen Ort einiges geboten: Über 300 DJs und Live-Acts aus über 25 Nationen standen auf insgesamt 23 Bühnen an den Plattentellern und spielten die verschiedensten Musikrichtungen – Hauptsache elektronisch. Neben einigen Newcomern und Talenten der Szene waren auch Laserkraft 3D („Nein Mann“), Star-DJ und Produzent Paul van Dyk oder Loveparade-Gründer Dr. Motte anwesend.

Raver bilden eine Stadt aus Zelten

Raven auf Raketenstation

Die Licht- und Bühnentechnik auf dem Festival ist ebenfalls etwas besonders: Es gibt u.a. Lichtprojektionen, Laser, die mit bis zu 15 km Reichweite in den Himmel scheinen, und LED-Wände, auf denen Live-Aufnahmen der feiernden Zuschauer gezeigt wurden. Außerdem wurden mehrere Kilometer Kabel auf dem ganzen Gelände verlegt. Damit alles reibungslos läuft, waren über 2.500 Mitarbeiter im Einsatz.

Wie bei einem Festival üblich, wurde auch bei der „Nature One“ von Freitag Abend bis Sonntag Mittag campiert. Aus einer Kuhwiese wurde so kurzerhand ein 120 Hektar großes Campingareal mit Duschzelt und diversen Verpflegungsständen. Doch wer dachte, er könne nach einer langen Nacht zumindest den Tag zum Erholen nutzen, lag falsch: Mehrere Dutzend Bühnen und Musikanlagen sind von den Campern selber zwischen Zelten und Autos aufgebaut worden. Hobby-Discjockeys standen dort selber vor dem Mischpult. Eine Rund-um-die-Uhr-Beschallung war garantiert. Doch gestört hat das die wenigsten, im Gegenteil: „Dafür sind wir hier. Das gehört dazu“, so einer der Festivalbesucher.

Mit Drogen, aber friedlich

Der Veranstalter und die Polizei erwähnten immer wieder, wie friedlich die Mengen hier zusammen feierten. Größere Gewaltdelikte soll es nicht gegeben haben. Dafür spielten neben Alkohol auch szenetypische Drogen wie Ecstasy oder Cannabis eine große Rolle – trotz Auto- und Zivilkontrollen der Polizei.

ZeusPower-Reporter Daniel Klump aus Kamp-Lintfort

ZeusPower-Reporter

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