Buch-Rezension

Ein Krimi, der wahnsinnig fesselt

23.06.2010 | 13:15 Uhr
Ein Krimi, der wahnsinnig fesselt
Der Autor Sebastian Fitzek hat seinen Thriller so geschrieben, dass der Leser Seite für Seite tiefer in die Geschichte gezogen wird.

Essen.„Der Augensammler“ handelt von dem Ex-Ermittler Alexander Zorbach, der als Journalist über den Augensammler schreibt. Der Augensammler ist ein Mörder, der Kinder von Familien versteckt, die Frau ermordet und dem Vater 45 Stunden Zeit gibt, seine Kinder zu finden, sonst sterben sie automatisch.

Als die blinde Frau Alina Gregoriev Zorbach aufsucht und erzählt, den Augensammler untersucht zu haben und dann in einer Vision erlebt haben will, wie er die Frau ermodete, machen sich die beiden auf den gefährlichen Weg, der Vision nach zu gehen, um die Kinder zu finden und den Augensammler aufzuspüren. Als sich dann Alinas Gedanken nicht immer als wahr heraus stellen, muss sich Zorbach entscheiden zwischen seiner Familie und einer blinden, die meint, einen Mörder gesehen zu haben und Zorbachs Vertrauen auf eine Probe stellt.

Lesepausen fallen schwer

Das Buch ist meisterlich verstrickt und gibt ähnlich eines Krimis dem Leser viel Platz zum Mitraten und Wahnsinnigwerden. Das Buch ist spannend und zieht den Leser immer tiefer in die Geschichte. Spätestens in dem letzten Satz vor einem neuen Kapitel ist wieder eine Schlinge, die das Pausieren fast unmöglich macht.

Fitzek selbst vergleicht seine Geschichte im Epilog treffend mit einem Perpetuum Mobile: „...graben sich mit rostigen Wiederhaken tiefer und tiefer in das Bewusstsein dessen, der sie sich anhören muss.“ Nie tauchen unnötige Beschreibungen von Figuren auf, die die Schreibfertigkeiten des Autors unter Beweis stellen sollen. Sebastian Fitzek schreibt mit einer Breite von Humor bis Horror ein Szenario in Berlin mit verblüffendem Fachwissen von Psychologie und Kriminologie und denkt in höheren Dimensionen, welche er dem Leser, nach dem er ihn an der Nase herumgeführt hat, verständlich macht.

Wer noch keines seiner Bücher gelesen hat, darf beginnen, wo er möchte, da die Geschichten nicht aufeinander aufbauen – nur dem Autor liebgewordene Charaktere erscheinen auch in späteren Geschichten. Fitzek empfiehlt aber trotzdem, mit seinem Debüt Thriller „Die Therapie“ anzufangen.

ZeusPower-Reporter Gabriel Vishchers aus Essen

ZeusPower-Reporter

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