Film-Projekt

Castingshow im Alten Rom

09.04.2010 | 12:52 Uhr

"Olympus ingenium suum invenit", zu deutsch: "Der Olymp sucht das Supertalent" ist eine Filmproduktion des B.M.V.-Gymnasiums in Essen. Darin beweisen die Schülerinnen der Klasse 8d, dass Latein alles andere als ausgestorben ist.

Wie das Filmprojekt zustande kam, erzählt die 13-jährige Joelina Arndt aus Essen, die für die Dreharbeiten selbst in eine Tunika schlüpfte:

Viel Spaß bei den Dreharbeiten hatten die Schülerinnen des B.M.V.-Gymnasiums aus Essen.

"Unser Projekt begann damit, dass unsere Lateinlehrerin, Frau Küppers, uns von dem Bundeswettbewerb für Fremdsprachen erzählte. Er soll Schüler/innen zum erlernen von Fremdsprachen motivieren. Gesucht wurden kreative Gruppenarbeiten in der Fremdsprache. Wir wollten sofort mitmachen.

Wir überlegten, mit welchem Projekt wir die Jury am meisten begeistern könnten. Unser Favorit: eine lateinische Casting-Show, nach der Art Suche nach dem Supertalent, wie man es bei RTL zu sehen bekommt. So konnten wir alle Figuren einbringen, die wir aus unserem Lateinbuch oder sonst aus dem Latein-Unterricht kannten.

Zeus sucht Athene

Jeder sollte sich eine Figur aussuchen, die er darstellen wollte. Das konnte entweder jemand sein, der beim Casting auftreten oder etwa jemand, der in der Jury sitzen würde. Daneben brauchten wir noch zwei Moderatoren, die durch die Show leiten sollten. Sobald wir uns auf die Rollenverteilung geeinigt und uns die grobe Story im Unterricht ausgedacht hatten, fanden sich nun jeden Donnerstag einige Schülerinnen in einer zusätzlichen Lateinstunde zusammen. Gemeinsam schrieben wir am Drehbuch und übersetzten es mit Hilfe unserer Lehrerin und eines Wörterbuches. Das klingt für einige wahrscheinlich etwas komisch: Freiwillig die Nachmittage mit zusätzlichem Latein-Unterricht verbringen? ''Das ist hier nicht wie Unterricht, wir können frei arbeiten, und man muss ja nicht unbedingt mithelfen. Beim Übersetzen kann auch gar nicht jeder etwas Hilfreiches beisteuern. Aber wenn es darum geht, Vokabeln von früher einzubringen oder einfach einige Ideen für die Geschichte beizusteuern, dann haben alle Spaß dabei'', erklärt eine der Akteurinnen, die alle zwischen 13 und 14 Jahre alt sind.

Unsere Lehrerin druckte uns das Ergebnis unserer Arbeit auf Papier, sodass jeder das Drehbuch inklusive seines Textes hatte. Nun ging es darum, die Texte auswendig zu lernen, was für manche ein gewaltiger Kraftakt wurde ... Doch der Tag des Drehs rückte immer näher. Vorab haben wir uns vom Jugendamt Kameras ausgeliehen. Der eigentliche Drehtag wurde dann sehr stressiger. Gegenseitig halfen wir uns beim Schminken und bei den Kostümen. Jeder hatte einige Requisiten von zu Hause mitgebracht. Und damit wir unser Filmprojekt überhaupt finanziell stemmen konnten, unterstützte uns die Youth-Bank in Essen mit 400 Euro.

Fünf Stunden Drehmaterial

Als der Drehtag langsam dem Ende zuging, kamen wir ein bisschen in Zeitdruck. Doch wir hatten trotzdem eine Menge Spaß. Bis auf ein paar Ausnahmen beherrschten auch alle Darsteller ihre Texte, und wenn es mal hakte, halfen wir mit einigen kleinen Tricks etwas nach.

Natürlich musste das ganze Filmmaterial noch geschnitten werden. Hierbei halfen uns einige Studenten. Keine einfache Arbeit für sie, denn wir hatten immerhin fünf Stunden Material, das nun auf 20 Filmminuten gekürzt werden musste.

Das Ergebnis sahen wir dann erst zwei Wochen später: Es war schon ein komisches Gefühl, sich selbst Lateinisch reden zu hören. Wir haben den Film anschließend beim Bundeswettbewerb eingereicht und hoffen nun natürlich auf den Gewinn."

Joelina Arndt, 13 Jahre, aus Essen

ZeusPower-Reporterin

Facebook
 
Kommentare
Trackbacks

Die Trackback URL zu diesem Artikel ist: http://www.derwesten.de/services/trackbacks/article/2836239/create