Yitian Yang: "Mein deutscher Vorname ist Richard - wie bei Richard Wagner"
31.07.2009 | 16:06 Uhr 2009-07-31T16:06:00+0200
Weil sie ehrenamtlich für das Deutsche Rote Kreuz im chinesischen Erdbebengebiet Sichuan gedolmetscht haben, können sich elf junge Germanistik-Studenten aus China jetzt über eine eindrucksvolle Deutschland-Reise freuen.
Die sieben jungen Frauen und Männer, die an der SISU Chengdu Universität und an der Jiado Universität studieren, hatten Dolmetscherdienste für deutsche Helfer und deutsche Delegationen in Sichuan angeboten. Die Stiftung Mercator hat die Studenten nun gemeinsam mit dem Auswärtigen Amt und dem Goethe-Institut für zehn Tage nach Deutschland eingeladen. Dr. Bernhard Lorentz, Geschäftsführer der Mercator-Stiftung, war damals gemeinsam mit Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier in das Krisengebiet gereist. Dort entstand die Idee, die jungen Sprachenstudenten als Dank nach Deutschland zu fliegen.
Glückliche Studenten
So richtig können die 23-jährige Yanan Jiang und der 22-jährige Yitian Yang ihr Glück nicht fassen. Sie gehören zu der Studentengruppe, die das Ruhrgebiet und Berlin erkunden darf.
"Für uns war es selbstverständlich, in dieser Krise in unserem Land für die Helfer aus Deutschland zu dolmetschen. Wir wollten doch auch den Menschen in der Katastrophe helfen. Niemals hätten wir gedacht, dass wir dafür dieses unglaubliche Geschenk, eine Reise nach Deutschland, erhalten würden.", sagen die beiden sympathischen Studenten. "Wir sind dem deutschen Volk sehr dankbar für die schnelle Unterstützung in dieser Zeit", sagen sie im exzellenten Deutsch.
Weitere Naturkatastrophen
Noch heute ist in dem Krisengebiet längst nicht alles wieder aufgebaut. Ein Drittel der Gebäude wieder, jedoch leidet die Region erneut unter Umweltkatastrophen, im Moment ist es Hochwasser, dass weite Flächen überschwemmt. Doch zum Glück können die Schüler in den Schulen wieder lernen. Viele Lehrer auch aus anderen Regionen Chinas haben sich dafür entschieden, die Kinder zu unterrichten.
Deutsch keine Pflichtsprache
Deutsch wird in der Provinz nur an zwei Hochschulen unterrichtet. Wie kommen die jungen Studenten dazu, die doch schwierige Sprache zu erlernen? "Ich liebe die deutsche Kultur", sagt Yitian Yang ganz ernsthaft. Dabei wirkt der junge Mann in seinem schicken Anzug noch älter und weiser. Vor allem, wenn er dann von seiner Leidenschaft für deutsche Musik spricht. "Mein deutscher Vorname heißt Richard - wie bei Richard Wagner", lächelt er fröhlich. Und auch deutsches Essen liegt Yanan Jiang - "ich liebe Kartoffepüree". Wichtig sind den jungen Chinesen auch deutsche Tugenden wie Fleiß, Pünktlichkeit oder deutsche Qualität.
"Bei uns heißt es: Man soll in amerikanischen Wohnungen leben, deutsche Autos fahren, japanische Frauen heiraten und chinesische Speisen essen", sagt Yitian Yang. "Der deutsche Maschinenbau ist der beste Maschinenbau in der Welt", sagt Yanan Jiang.
Auf nach Berlin
Nach dem gestrigen Besuch der Ruhr 2010 und auf Zeche Zollverein werden sie am Samstag in Duisburg den Stadtteil Marxloh besichtigen. Dort steht unter anderem der Rosengarten für Marxloh im Mittelpunkt. In Berlin dürfen sie in der kommenden Woche unter anderem in die Bundespressekonferenz und in das Pergamonmuseum.
Bülend Ürük

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