Nationalen Karlspreis gewonnen und europaweit auf dem Treppchen
20.05.2009 | 15:07 Uhr 2009-05-20T15:07:00+0200
Aachen. Lehrer Ulrich Dellbrügger kann es kaum in Worte fassen: „Einfach sensationell", jubelt er. Das trifft es schon ganz gut. Denn die Bio-AG des Conrad-von-Soest-Gymnasiums hat nun beim internationalen Wettbewerb des Europäischen Jugendkarlspreises den dritten Platz belegt.
„Das ist eine super Bestätigung für unsere Arbeit", findet auch die stellvertretende Schulleiterin Ulla Gutsche. Insgesamt nahmen junge Menschen aus 27 Nationen am Wettbewerb teil.
Bereits im nationalen Vergleich hatten sich die „Diplomaten in Gummistiefeln" gegen die Konkurrenz durchgesetzt und als beste Deutsche den nationalen Jugendkarlspreis bekommen. Der dritte Platz im internationalen Ranking ist noch mal eine Steigerung des Ganzen.
Gemeinsam mit der Abiturientin Annika Fischer (18) sind die beiden Lehrer zur Verleihung in die Aula der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule (RWTH) Aachen gekommen.
Hier, auf der großen Bühne des Hörsaals, führt eine junge Moderatorin durch den Vormittag. In kleinen Kabinen am Rand sitzen Dolmetscher und übersetzen für das internationale Publikum: deutsch, französisch, italienisch, polnisch.
Bis zuletzt bleibt es für die Gäste eine Überraschung, welche Nation den Wettbewerb gewinnt. Nach einem Europa-Einspieler über die Videoleinwand werden schließlich die Gewinner bekannt gegeben.
Als Aachens Oberbürgermeister Jürgen Linden ans Rednerpult, tritt ist die Spannung groß. Doch schon nach den ersten Sätzen wird klar: Es geht um Soest - Wir sind dritter Sieger.
Stellvertretend für alle „Diplomaten in Gummistiefeln" darf Annika Fischer den Preis auf der Bühne entgegen nehmen. Aachens Oberbürgermeister
Jürgen Linden ehrt das Engagement der Schüler und Lehrer in seiner Laudatio: „Ihr Projekt zum Hochwasserschutz hat gezeigt, dass auch kleine Schritte eine große Wirkung haben können."
Und Lehrer Dellbrügger findet: „Diesen Preis haben nicht nur die aktuellen Schüler, sondern alle Generationen seit Beginn der Bio-AG verdient." Auch Hans-Gert Pöttering, Präsident des Europäischen Parlaments, kam als Ehrengast nach Aachen und lobte in seiner Ansprache das Engagement der Jugendlichen.
Über den zweiten Platz kann sich eine Gruppe aus Frankreich freuen. „Europäisches Theaterfestival der Universität von Albi" heißt ihr Projekt.
Die Übergabe des ersten Preises, der mit 10.000 Euro dotiert ist, übernimmt Präsident Pöttering selbst. Die Jury zeichnet schließlich Polen mit „YOUrope needs YOU" als Sieger aus, ein Jugendprojekt, bei dem Studenten Jugendlichen in Workshops Interessantes über Europa vermitteln.
Glücklich machen sich Annika Fischer, Ulla Gutsche und Ulrich Dellbrügger wieder auf den Weg nach Soest. Und hoffen, „dass die Auszeichnung ein Anreiz für Schüler ist, sich weiter für Europa zu engagieren."

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