Glauben

Gänsehaut auf dem Kirchentag in Dresden

12.07.2011 | 10:03 Uhr
Gänsehaut auf dem Kirchentag in Dresden
Kirchentagsteilnehmer versammelten sich in Dresden auf den Elbwiesen gegenüber der Altstadt zum Abschlussgottesdienst des 33. Deutschen Evangelischen Kirchentags (DEKT). Foto: dapd

Dresden.ZeusPower-Reporterin Melanie Schäfer war beim diesjährigen Kirchentag in Dresden und hat andere Jugendliche gefragt, warum sie ausgerechnet dorthin gekommen sind, wo es doch für junge Menschen so viele andere Möglichkeiten zur Freizeitgestaltung gibt.

Wer zum ersten Mal „Kirchentag“ hört und selbst noch nie teilgenommen hat, denkt natürlich zuerst an Gottesdienste, Andachten, Gebete - für die meisten Jugendliche wohl eher eine langweilige Sache. Dass viel mehr hinter einem (Glaubens-)treffen wie dem Evangelischen Kirchentag stecken kann, der vom 1. bis zum 5. Juni in der sächsischen Landeshauptstadt stattfand, wissen meist nur diejenigen, die bereits selbst einmal dabei waren.

60 Prozent Frauen, 40 Prozent unter 30 Jahren

Reden, lachen, sehen: Das haben auch Luisa Menzemer (v.l.), Luca Zilt und Alexandra Höfer gemacht.

So waren zahlreiche Jugendliche unter den 118 000 Dauerteilnehmern aus Deutschland, aber auch aus anderen und nicht nur europäischen Ländern. Was für die meisten zählte, war das umfangreiche Programm (300 aus 2300 Veranstaltungen für Jugendliche), das geboten wurde. Live-Konzerte von den Wise-Guys, Aura Dione oder Andreas Bourani lockten ganze Massen an. Gerade zu solchen Programmpunkten fanden sich auch DresdnerInnen und Einwohner der nahen Städte ein, die sich die geringe Entfernung zum Nutzen machten.

Denen, die den Kirchentag nicht zum ersten Mal miterlebten, waren die Gemeinschaft und die zwanglosen, aber doch manchmal tiefer gehenden Begegnungen wichtig. Sei es beim Schlangestehen für die Bratwurst oder beim Warten auf die Straßenbahn. Alle, die den grünen Kirchentagsschal oder ein sonstiges Erkennungszeichen trugen, gehörten einfach zusammen. Menschen, die sich noch nie zuvor gesehen hatten, unterhielten sich, lachten und tanzten miteinander.

„Was die jungen Leute alles so machen!“

Ein Stück Ruhrgebiet beim Kirchentag: ein geliehenes Schachtzeichen in Dresden.

Als Tausende auf den Einlass zum großen Wise-Guys-Konzert warteten, vertrieb man sich die Zeit mit „Energizern“ wie dem Schüttel- oder Pony-Song. Und schnell wie ebenso spontan war für den kommenden Tag ein Flashmob organisiert, der sich tatsächlich herumsprach, sodass dieser mit einer stetig wachsenden Zahl von jungen Menschen über die Bühne ging, was nun vor allem die ältere Generation zum Staunen brachte.

Dass Kirchentag auf keinen Fall Langeweile, sondern einen unglaublichen Zuwachs an Erfahrungen bedeutet, kann ich persönlich nur bestätigen. Während dieser fünf Tage prasselten unzählige Eindrücke auf jeden nieder, die man so schnell nicht mehr vergessen möchte. Gänsehautgefahr bestand nicht nur, wenn hunderttausende Protestanten, Katholiken und anders Gläubige bei den Eröffnungs- und Abschlussgottesdiensten zusammen das „Vater unser“ sprachen, sangen und sich an den Händen fassten.

Ihr werdet nicht allein sein

Warten auf das Konzert von Aura Dione in der sonnigen Flutrinne.

Der Kirchentag ist nicht einfach nur ein Treffen von Christen, er bietet Austausch in allen möglichen Bereichen, führt Menschen zusammen und erinnert in den schönsten Momenten an die Menschen auf der Welt, den es gerade nicht annähernd so gut geht. Dabei spielt die jüngere Generation eine ganz besondere Rolle. Sie findet neue Ansätze für Probleme, ist bereit zu diskutieren und möchte etwas verändern.

Vielleicht lockt auch euch die Neugier, das bloße Interesse, einmal dabei zu sein, in zwei Jahren nach Hamburg, wo wieder etliche den 34. Evangelischen Kirchentag feiern werden. Zwei Sachen sind jedenfalls schon sicher: Wise-Guys, Dr. Eckart von Hirschhausen und die Kirchentagsjunkies unter den Jugendlichen werden wieder kommen. Ihr werdet nicht allein sein!

Melanie Schäfer, ZeusPower-Reporterin Essen

ZeusPower-Reporterin

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