"Emo"-Preisträger Fabian...

Vom Drummer zum preisgekrönten Schauspieler

12.10.2009 | 10:26 Uhr

Fabian Halbig hat den „Emo“ der Kinderfilmtage Ruhr 2009 als bester Darsteller bekommen. Dabei ist er eigentlich Musiker, spielt Schlagzeug bei der Band „Killerpilze“.

Doch im Film „Vorstadtkrokodile“ zeigte er auch schauspielerisches Talent. Er verkörperte den Gehbehinderten Kai und musste deswegen sogar das Rollstuhlfahren lernen. Die ZeusPower-Reporterinnen Pia Massing und Carla Scheytt haben den ausgezeichneten Jung-Schauspieler für ein Interview getroffen.

ZeusPower: Ist es dein erster Preis, den du für deine schauspielerischen Leistungen bekommst?

Fabian Halbig: Ja es ist mein erster Preis dieser Art, deswegen bin ich besonders stolz darauf. Zuvor habe ich nur Preise als Musiker bekommen, wie zum Beispiel die Goldene Schallpatte, dennoch wird mir dieser Preis als bester Darsteller besonders in Erinnerung bleiben und ich werde ich in meinen Schrank direkt unter die goldene Schallplatte stellen.

ZeusPower: Wie hast du dich speziell auf die Rolle als Rollstuhlfahrer vorbereitet? Was war besonders schwierig daran?

Als bester Darsteller im Film "Vorstadtkrokodile" wurde Darsteller Fabian Halbig gewählt und ausgezeichnet.

Fabian Halbig: Damit ich mich richtig in dem Rollstuhl bewegen kann, habe ich einen Rollstuhltrainer bekommen, der mit mir auch außerhalb der Drehzeiten durch München und meine Heimatstadt gefahren ist und mir gezeigt hat, wie ich mich bewegen muss.

ZeusPower: Kanntest du die „Vorstadtkrokodile“ schon bevor du für die Rolle engagiert wurdest?

Fabian Halbig: Ich kannte die Vorstadtkrokodile schon zuvor, dennoch habe ich das Buch als einziger in meiner Familie nicht gelesen. Das Lustige daran war, dass ich es auf meinem Nachttisch lag und einen Monat später schon die Anfrage kam, ob ich in dem Film mitspielen möchte.

Musik bleibt Nummer 1

ZeusPower: Was ist dir wichtiger: Musik oder Schauspiel?

Fabian Halbig: Musik ist mir wichtiger, denn das mache ich nun auch schon deutlich länger. Zudem hab ich das meinen Bandkollegen auch versprochen, dass ich ihnen treu bleibe. Dennoch kann ich mir durch das Schauspielen ein zweites Standbein aufbauen.

ZeusPower: Ist es schwierig beides unter einen Hut zu bekommen?

Fabian Halbig: Während der Dreharbeiten war ich zwei Monate von zu Hause weg. Und am Wochenende hatte ich dann immer Auftritte. Das war schon ziemlich anstrengend. Aber am Wochenende immer mit meiner Band Musik zu machen war ein toller Ausgleich. Das hat mich auch immer total glücklich gemacht.

ZeusPower: Kannst du überhaupt noch ein richtiges Privatleben führen, wenn du so viel unterwegs bist?

Fabian Halbig: Ich versuche es, so gut wie es geht. Ich telefoniere viel mit meiner Familie und die Wiedersehensfreude ist natürlich immer riesig. An freien Wochenenden mache ich dann auch immer was mit meinen Freunden.

ZeusPower: Wo seid ihr während eines Drehs untergebracht?

Fabian Halbig: Entweder haben wir ein Haus gemietet, oder alle Jugenddarsteller leben in einem Hotel. Während des Drehs stehen immer zwei oder drei Wohnmobile bereit, in denen wir uns aufhalten und spielen oder so.

ZeusPower: Möchtest du den Beruf als Schauspieler später weiterführen?

Fabian Halbig: Wenn ich interessante Rollenvorschläge bekomme und meine Band dadurch nicht vernachlässigt wird, möchte ich immer wieder schauspielern. Aber trotzdem liegt mein Schwerpunkt bei der Musik.

Vorbild Jürgen Vogel

ZeusPower: Hast du Vorbilder im musikalischen als auch im schauspielerischen Bereich?

Fabian Halbig: Meine ganze Band findet „Die Ärzte“ toll, weil sie seit zwanzig Jahren leidenschaftlich Musik machen. Sie sind auf jeden Fall Vorbilder. Im schauspielerischen Bereich finde ich Jürgen Vogel ganz cool. Er soll auch witzig sein, aber ich habe ihn noch nicht getroffen. Ergibt sich bestimmt noch mal.

Interview: Carla Scheytt und Pia Massing, ZeusPower-Reporterinnen

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