Interviewtraining

Auf Schalke bleiben keine Fragen offen

10.05.2012 | 17:37 Uhr
Funktionen
Auf Schalke bleiben keine Fragen offen
Fußballprofi Timo Hildebrand (links) steht den Zeus-Reportern Rede und Antwort. Yilmaz Sanli (Mitte) von der Schalker Presseabteilung unterstützt die jungen Journalisten bei ihrer Arbeit.

Gelsenkirchen.   Ein Interview mit einem waschechten Profifußballer führen? Die Fragen selber aussuchen und stellen? Welcher Fußballfan würde sich das nicht wünschen? Für 18 aufgeregte Zeus-Reporter ging dieser Traum beim Interviewtraining auf Schalke in Erfüllung: Sie sprachen mit Timo Hildebrand.

Ein Interview mit einem waschechten Profifußballer führen? Die Fragen selber aussuchen und stellen? Welcher Fußballfan würde sich das nicht wünschen? Für 18 aufgeregte Zeus-Reporter ging dieser Traum beim Interviewtraining auf Schalke in Erfüllung: Sie sprachen mit Timo Hildebrand.

Die jungen Reporter waren bei ihrer Ankunft in der Gelsenkirchener Arena noch unwissend, welcher Schalker Lizenzspieler sie wohl erwarten würde. Begleitet von Medienprofis aus dem Verein lernten sie aber erst einmal, wie man ein Interview professionell vorbereitet, um schließlich am Ende des Tages ihre neu erworbenen Kenntnis praktisch anzuwenden.

Ein Interview muss gründlich vorbereitet werden. Dirk Oberschulte-Beckmann (links) und Yilmaz Sanli (Mitte) vom FC Schalke 04 erklären, worauf es dabei ankommt.

Aber der Reihe nach: Als sich Jörg Seveneick von S04tv morgens im Stan-Libuda-Raum, mitten im Herzen der Schalker Arena, vorstellte, sahen die Teilnehmer noch etwas müde aus. Doch die Aufmerksamkeit erwachte schnell, als Jörg Seveneick den Jugendlichen von seinen eigenen Erfahrungen als „Interviewprofi“ erzählte und seine Schilderungen mit Videoaufzeichnungen von Interviews, die er selbst geführt hat, verbildlichte. Im anschließenden Gruppengespräch über Tipps und Tricks, die ein Interview interessanter und attraktiver wirken lassen; tauten die bislang noch unerfahrenen Zeus-Reporter dann schnell auf und erkannten selbstständig, was bei den gezeigten Interviews gut, aber auch was schlecht war. Zu diesem Zeitpunkt war aber die Frage noch immer nicht geklärt, wen die Jugendlichen später selbst interviewen würden. Damit die Spannung nicht ins Unermessliche stieg, verkündeten die Schalker Mitarbeiter endlich, welcher Spieler vom Drittplatzierten der Fußballbundesliga kommen würde: Timo Hildebrand. Die Aufregung der sowieso schon nervösen und zu Anfang auch eher schüchternen Zeus-Reporter war nun klar zu erkennen. Es galt für die Jugendlichen, sich vorzubereiten. In drei Gruppen suchten sie mithilfe zweier Ausgaben des Schalker Kreisels – der Zeitschrift des Vereins – und dem Internet eifrig nach Fragen und diskutierten miteinander. Nach einer kleinen Stärkung am Buffet gingen alle Blicke sofort zur Tür, wenn sich diese auch nur einen Spalt breit öffnete. Die Anspannung stand den Zeus-Reportern förmlich ins Gesicht geschrieben.

Sehnsüchtiges Warten auf Timo Hildebrand

Wann kommt Timo endlich? Saskia von der Gesamtschule Hünxe war sehr aufgeregt, und dass, obwohl die Achtklässlerin sich lieber einen anderen Profi gewünscht hatte: „Eigentlich ist Julian Draxler mein Lieblingsspieler.“ Bei diesen Worten nickten ihre zwei Freundinnen, die genau wie Saskia sichtlich nervös waren. Der Achtklässler Simon vom Adalbert-Stifter-Gymnasium in Castrop-Rauxel war ein wenig gelassener. Er hätte sich eigentlich den Spieler Huntelaar gewünscht, doch wie die Mädchen, freute er sich jetzt ebenfalls auf Timo Hildebrand. Auf die Frage, ob er sich vorstellen kann, später im Bereich der Medien zu arbeiten, antwortete Simon nickend: „Ich finde Fernsehen und Radio interessant. Und Moderieren würde mir bestimmt Spaß machen.“ Ob er dieses Ziel weiterhin verfolgt, wird sich zeigen.

Dann endlich war es so weit und der sehnsüchtig erwartete Timo Hildebrand kam herein. Er wirkte – entgegen allen Erwartungen – nicht wie ein Fußballstar, sondern ganz normal. Gelassen setzte er sich zu den einzelnen Gruppen und begrüßte die Jugendlichen. Mit ein paar Späßen lockerte er die Stimmung auf, was sehr gut war, denn den Zeus-Reportern war die Nervosität nun mehr als deutlich anzumerken. Timo Hildebrand beantwortete alle Fragen der jungen Journalisten sehr ausführlich. Er machte einen bodenständigen und freundlichen Eindruck. Die Jugendlichen fragten und schrieben bis keine Fragen mehr offen waren. Sie klammerten sich förmlich an ihren Blöcken fest und wurden von Frage zu Frage mutiger – auch darin, genauer ins Detail zu gehen und Dinge zu hinterfragen.

Fragen zum Privatleben werden ungern beantwortet

Timo Hildebrand merkte nach dem Interview an, dass die meisten Fragen seine Karriere betroffen hätten, was ihm persönlich gut gefallen hätte. Private Fragen würde er grundsätzlich nicht so gerne beantworten. Auf die Frage, wie die Zeus-Reporter sich als Interviewer geschlagen hätten, antwortete er: „Ich war erstaunt, wie gut sie recherchiert und sich vorbereitet haben. Einige Fragen traten zwar mehrmals auf, aber ansonsten sind viele verschiedene Aspekte angesprochen worden. Das haben sie sehr gut gemacht.“ Ergänzend sagte er, dass für ihn bei einem guten Interview der Blickkontakt und das Eingehen von Reporter und Interviewpartner aufeinander wichtig seien. Denn so habe das Interview eine entspannte Grundlage und könne sich zum Gespräch entwickeln. Zum Abschluss seines Besuches fügte er an: „An so einem Interviewtraining würde ich jederzeit wieder teilnehmen – sehr gerne.“

Natürlich gab es für die Zeus-Reporter auch noch Autogramme – der eine holte sich die begehrte Unterschrift direkt für seine ganze Familie, der andere nur für sich selbst – und auch Fotos mit dem ehemaligen Nationaltorwart wurden geschossen. Die zuvor noch aufgeregte Achtklässlerin Saskia fand das Treffen mit Timo Hildebrand „richtig gut“ und war sehr stolz auf ihre Fotos mit ihm. Genau wie Simon aus Castrop-Rauxel würde sie erneut am Interviewtraining teilnehmen. Beide grinsten vor Freude.

Doch damit war der Besuch auf Schalke noch nicht vorbei: Bei einer ausführlichen Arena-Führung durch den Stadionsprecher Dirk Oberschulte-Beckmann wurden der Innenraum, die Tribünen, die Kabinen, der Spielertunnel und der VIP-Bereich besichtigt. Zahlreiche Fotos, die am nächsten Schultag wohl für viel Neid unter den Freunden und Freundinnen sorgen würden, wurden geschossen. Schließlich endetet der Tag an der Tausend-Freunde-Mauer vor der Veltins Arena. Glückliche Zeus-Reporter, die einen rundum gelungenen Presse-Termin erleben durften, machten sich auf den Heimweg. Und nun heißt es für die Jugendlichen: ran an die Stifte und schnell die Artikel fertigstellen!

Fabian Grieger, Bochum und Rebecca Rohrbach, Mülheim

ZeusPower-Reporter

Kommentare
Aus dem Ressort
So geht’s glutenfrei durch Deutschland
Ernährung
Weil er selbst unter Zöliakie leidet, hat der Student Sebastian Lukas eine interaktive Netzkarte entwickelt, die Betroffenen zeigt, wo sie gefahrlos...
„Mach dir klar, wofür du brennst!“
Interview
Frank „Buschi“ Buschmann ist Sportkommentator und Moderator. Seine oft witzige und emotionale Art hat ihn bekannt gemacht. Auch in sozialen Netzwerken...
Sister-Act – Spritzige Show und viele Promis
Premiere
Endlich ist es so weit! Die Nonnen sind da! Das Musical Sister Act feierte am 3. Dezember Premiere im Metronom Theater Oberhausen. Es ist das Stück,...
Gute Laune garantiert
Rezension
Das Musical „Sister Act“ ist in Oberhausen angekommen. Unser Zeus-Reporter Cedrik Pelka war bei der Premiere.
„Zur Not mach ich ein eigenes Reisebüro auf!“
Musik
Er singt von „Flamingos und Flipper“, trägt Bart und Sonnenbrille und ist einer der beliebtesten Musik-Acts in diesem Jahr: Die Rede ist vom...