Ausbildung

Auf Tuchfühlung mit Kunden

19.06.2012 | 15:03 Uhr
Auf Tuchfühlung mit Kunden
Katharina Hellmich lernt bei der Techniker Krankenkasse das Handwerk einer Kauffrau im Gesundheitswesen. Foto: Dirk Bauer

Gelsenkirchen.   Kaufleute im Gesundheitswesen müssen besonders eines sein: kommunikativ. Der Kontakt zu Menschen gehört zum Alltag. Das ist auch bei Katharina Hellmich so. Sie ist Auszubildende der Techniker Krankenkasse, die sich nun auch an ZeusAzubi beteiligt.

Der lange, gläserne Flur im Gelsenkirchener Wissenschaftspark ist überfüllt mit Schülern. Ein Durchkommen ist schwer. Es ist Vocatium - Jobmesse. Und Katharina Hellmich ist mittendrin. Die 22-jährige Auszubildende der Techniker Krankenkasse soll am Stand ihres Unternehmens potentielle Bewerber über die Ausbildungsmöglichkeiten bei der TK informieren. Und dadurch auch für ihren eigenen Berufsalltag lernen. Denn eine Kauffrau im Gesundheitswesen muss vor allen Dingen eines sein: kommunikativ. Und wo könnte man den Umgang mit Menschen besser erproben, als auf einer Messe, auf der es nur so wimmelt von Neugierigen und Wissenshungrigen.

Gerade an Schüler der Stufe 12 richtet sich der Infostand der TK. Denn bis ein potentieller Bewerber tatsächlich seine Ausbildung bei Deutschlands größter Krankenkasse antreten kann, dauert es noch ein bisschen: Die TK sucht Lehrlinge für 2013.

Fast alle Azubis werden übernommen

„Man sollte erst einmal locker ins Gespräch kommen, nicht sofort mit dem Sachlichen beginnen, sondern vorher eine gute Ebene schaffen“, rät die Gelsenkirchenerin. Sie weiß, wovon sie spricht. Denn Katharina Hellmich ist bereits im dritten Lehrjahr und schließt noch in diesem Monat ihre Ausbildung ab. Die Übernahme ist so gut wie unter Dach und Fach. Rund 99 Prozent der Azubis gehe es bei der TK so. Ist die Abschlussprüfung erfolgreich bestanden und habe sich der Lehrling gut ins Unternehmen eingefunden, stehe prinzipiell jedem eine weitere Beschäftigung bei der TK zur Verfügung – unbefristet.

Katharina Hellmich (rechts) im Informationsgespräch mit einer potentiellen Bewerberin. Der Kontakt mit Menschen ist das A&O einer Kauffrau im Gesundheitswesen. Foto: Dirk Bauer, WAZ FotoPool

„Wir sind ein wachsendes Unternehmen“, erklärt die 22-Jährige lachend das Privileg, das es bei vielen Firmen nicht gibt. „Es ist wichtig für junge Leute, eine Perspektive zu haben“, fügt Ausbilderin Ira Dylong hinzu. Neben der Übernahme hätten die jungen Mitarbeiter deshalb zusätzlich die Option, vielfältige Weiterbildungsmöglichkeiten zu nutzen. Selbst ein duales Studium könne absolviert werden.

Permanente Kontakt zu Menschen

Kommunikation ist das Alltagsgeschäft für Kaufleute im Gesundheitswesen bei der TK. Als Azubi im Vertriebszentrum Gelsenkirchen hat Katharina Hellmich deshalb schon mit unglaublich vielen Menschen locker geplaudert und sie zugleich sachlich beraten. Zu den Aufgaben der TK-Lehrlinge des im Vergleich zum Sozialversicherungsangestellten noch relativ unbekannten Berufs gehört die Neukundengewinnung ebenso dazu wie das Beraten von Kunden einer Familienversicherung. Auch verärgerte Versicherte hatte sie schon am Telefon. Hier gelte es, eine konstruktive Lösung des Problems zu finden und den Versicherten davon abzuhalten, zu einer anderen Krankenkasse zu wechseln.

„Wenn man von Anfang an ein offener Typ ist, fällt einem der permanente Kontakt zu Menschen nicht schwer“, findet sie. Das mache den Job ja gerade erst so spannend und abwechslungsreich, betont Ausbilderin Ira Dylong. Beim Kontakt mit immer neuen Menschen komme einfach keine Langeweile auf.

Gesundheitspolitische Themen

Reichlich Trubel herrschte auf der Jobmesse Vocatium im Wissenschaftspark Gelsenkirchen. Die TK informierte besonders Schüler der Stufe 12 über ihre Ausbildungsmöglichkeiten. Foto: Dirk Bauer

In diesem Zuge führt Katharina Hellmich noch einen weiteren und überaus wichtigen Aspekt ihrer Arbeit auf, der für Kaufleute im Gesundheitswesen unverzichtbar sei: „Wir sollten uns in gesundheitspolitischen Themen sehr gut auskennen.“ „Denn die Kunden sind viel wissbegieriger geworden“, ergänzt Ausbilderin Ira Dylong. In den Beratungsgesprächen seien viele Fragen zu Entwicklungen im Gesundheitswesen mittlerweile an der Tagesordnung. Da sollte man auch als Auszubildender schon wissen, welche Kassen gerade fusionieren und wer derzeit im NRW-Gesundheitsministerium sitzt. „Es wäre peinlich, wenn man im Gespräch nicht darüber Bescheid weiß. Durch dieses Wissen fühlen sich Kunden kompetent beraten“, betont Katharina Hellmich. Um sich auf den neuesten Stand zu bringen, liest die Abiturientin täglich die Tageszeitung. Immer nach der Arbeit, wenn sie nach Hause kommt, setzt sie sich an den Tisch und greift wie selbstverständlich zur Ausgabe. Das sei liebgewonnener Alltag, immerhin hätten die Eltern schon immer ein Abo gehabt.

Da verwundert es nicht, dass die baldige Absolventin es gut heißt, dass ihr Unternehmen sich mit 20 Abos an ZeusAzubi beteiligt und ihren Nachfolgern die Möglichkeit bietet, sich ebenso leicht durch die Zeitungslektüre auf den neuesten Nachrichtenstand zu bringen. „Ich wäre ja als Azubi schön blöd, diese Chance nicht zu nutzen“, bemerkt sie lachend.

Büro extra für Azubis

Freitag, 12 Uhr: Nach erfolgreich überstandener Jobmesse führt Katharina Hellmich gemeinsam mit ihrer Ausbilderin Ira Dylong durch das Azubi-Büro im Vertriebszentrum in der Klosterstraße. Ein eigenes Büro nur für die Auszubildenden. Das ist wieder so eine positive Ausnahme bei der TK, die aber selbst innerhalb des Unternehmens nicht selbstverständlich sei. Hier lernen die Lehrlinge gemeinsam unter Betreuung von Ira Dylong das A&O des Beraterhandwerks. Nach dem ersten Ausbildungsjahr Berufsschule, hausinternen Seminaren und einer intensiven Einführung ins richtige Beraten stehen die Telefone hier selten still. „Ich wusste, dass ich eine Ausbildung machen und im Vertrieb arbeiten möchte. Ein Studium stand nie zur Debatte“, erzählt die 22-Jährige Abiturientin. „Ich bin ein sehr offener Mensch und unterhalte mich gerne mit Leuten. Das ist so mein Ding.“

Weitere Informationen zur Techniker Krankenkasse und deren Ausbildungsmöglichkeiten gibt es im Internet unter www.tk.de.

Kerstin Wördehoff

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