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Zirkus-Reportage ausgezeichnet

14.07.2011 | 12:28 Uhr
Zirkus-Reportage ausgezeichnet

Essen.Ein Zirkusleben ist bunt und lustig: Dominik Nellenschulze weiß jedoch auch aus eigener Erfahrung, wie anstrengend es sein. Für seine Reportage erhält er den ZeusAward „Bester Beitrag einer Förderschule“.

Im Zirkus sollen die Zuschauer ihre Probleme und Sorgen vergessen. Die Darbietungen – ganz gleich, ob Artistik, Zauberei, Clownerie oder Dressur-Nummern – werden mit einer unbeschwerten Leichtigkeit und einem ansteckenden Lächeln vorgetragen. Doch hinter einer unterhaltsamen Zirkusvorstellung steckt viel harte Arbeit; davon, aber auch von der Faszination der bunten Zirkuswelt, berichtet Zeus-Reporter Dominik Nellenschulze.

Er reiste fünf Wochen mit einem kleinen Zirkus quer durchs Sauerland. Dabei erlebte der Schüler, wie vielfältig und anstrengend die Aufgaben sind, die eine Zirkusfamilie erledigen muss: „Für die Vorstellung werben, Plakate aufhängen, Plätze mieten, von einem Platz zum anderen ziehen, das Zelt aufbauen, wieder abbauen und die Tiere pflegen. Dann muss man noch die Vorstellung machen, in der oft die ganze Familie auftritt.“

Viel Fünfreundlichkeit, wenig Geld

Dabei ist häufig das Geld knapp. Dennoch: Die Freiheit, die Dominik beim fahrenden Volk erlebt hat und die Freundlichkeit, die ihm die Zirkusfamilie entgegen gebracht hat, bringen ihn zu dem Schluss: „Im nächsten Jahr möchte ich wieder mit dem Zirkus fahren.“ Dominik Nellenschulze erhält den ZeusAward dafür, dass er den Leser mit seinem Text in eine unbekannte Welt entführt – ohne dabei eine Facette dieser Welt zu verschweigen. Eine gelungene Reportage, so die Jury.

In der Wettbewerbskategorie „Bester Beitrag einer Förderschule“ werden Beiträge ausgezeichnet, die nachvollziehbar und dadurch überzeugend darstellen, dass die Schülerinnen und Schüler Spaß am Umgang mit der Zeitung hatten. Gesucht werden in dieser Kategorie nicht nur spannende Texte, sondern auch Fotos, Zeichnungen, Aktionen und vieles mehr. Das wichtigste Bewertungskriterium ist die Kreativität der „Zeus-Reporter“.

Erschienen ist der Artikel „Leben beim Zirkus ist nicht leicht“ am 9. Dezember 2010 auf der Zeus-Seite der WP-Ausgabe Meschede.

Leben beim Zirkus ist nicht leicht

Zeus-Reporter ist fünf Wochen lang mitgefahren

Schmallenberg/Eslohe. In den vergangenen Sommerferien war ein kleiner Zirkus in Eslohe zu Gast. Ich war jeden Tag beim Zirkus. Ich habe geholfen, das kleine Zelt aufzubauen – das große war noch zu schwierig für mich. Schon das Aufbauen des kleinen Zeltes hat sieben Stunden gedauert.

An den anderen Tagen habe ich mich um die Tiere gekümmert. Es gab Ziegen, Tauben, Pferde und ein Lama. Das hat Spaß gemacht. Dann haben mich die Zirkusleute gefragt, ob ich nicht mit ihnen fahren möchte. Daraufhin habe ich meine Mutter gefragt und sie hat es tatsächlich erlaubt.

Ich war fünf Wochen unterwegs, quer durchs Sauerland. Geschlafen habe ich in einem kleinen Zelt, das ich abends in dem großen Zirkuszelt aufgestellt habe. Die Zirkusleute haben in ihren Wohnwagen geschlafen. Gegessen habe ich zusammen mit der ganzen Zirkusfamilie, das waren zwölf Personen. Ich habe mich mit allen gut verstanden, vor allem der Zirkusdirektor war sehr nett. Aber jetzt genug von mir, jetzt möchte ich euch erzählen wie es im Zirkus abgeht.

Das Leben im Zirkus ist nicht einfach, denn man muss alle möglichen Aufgaben selber machen: für die Vorstellungen werben, Plakate aufhängen, Plätze mieten, von einem Platz zum anderen ziehen, das Zelt aufbauen, wieder abbauen und die Tiere pflegen. Dann muss man noch die Vorstellungen machen, in der oft die ganze Familie auftritt.

Das Problem ist, dass die meisten Menschen beim Zirkus nicht viel Geld haben. Denn man muss die Platzmiete, Strom, Wasser, Lebensmittel, Futter für die Tiere und natürlich Benzin für die Autos bezahlen. Da darf keine teure Reparatur anstehen, sonst wird das Geld sehr knapp. Die Vorstellungen sind auch nicht immer gut besucht, so dass die Einnahmen oft klein sind. Einmal reichte das Geld gerade noch für den Sprit zum nächsten Ort.

Der Zirkus, bei dem ich mitfahren durfte, heißt „Zirkus Trumpf Fantastic“. Bei diesem Zirkus habe ich folgendes Gedicht gelernt: Das ist die bunte Zirkuswelt, die Welt für klein und groß. Wen einmal sie gefangen hält, den lässt sie nie mehr los. Und so lange noch am hohen Himmelszelt viele Tausend Sternlein stehen, und so lange sie uns alle noch besuchen kommen, wird unsere bunte Zirkuswelt ganz bestimmt nie untergehen.

Ich habe gelernt, dass nicht alles so einfach ist im Leben. Im nächsten Jahr möchte ich wieder mit dem Zirkus fahren.

Dominik Nellenschulze, Oberstufe, Valentin-Schule, Schmallenberg

 

Maximilian Böttner

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