ZeusAward 2009/10

„Worte, wie in Stein gemeißelt“

12.07.2010 | 17:45 Uhr
„Worte, wie in Stein gemeißelt“
Die Spannung steigt – kurz vor der Verleihung der ZeusAwards.

Essen.Auf dem ZeusAward freuten sich alte Hasen des Journalismus’ über frische Ideen und die prägnante Schreibe der Nachwuchsreporter. Und darüber, dass Zeus auch Chefredakteure schlauer macht.

Besser hätte es für Ron Papo kaum laufen können. Mit seinem Selbstinterview über seine Leukämie-Erkrankung versuchte der Schüler aus Gelsenkirchen, Aufmerksamkeit zu wecken. „Ich wollte Außenstehenden zeigen, wie das ist und ihnen einen kleinen Einblick in eine andere Welt geben“, erklärt er auf der Bühne im Essener Gop-Varieté, nachdem er für seinen Text mit dem ZeusAward ausgezeichnet wurde.

Dass ihm mit seinem Artikel, den er für das Zeus-Projekt in diesem Frühjahr geschrieben hat, ein großer Wurf gelungen ist, findet vor allem Juror Wilhelm Klümper. Der stellvertretende Chefredakteur der WAZ schwärmt in seiner Laudatio, wie Ron mit prägnanten Sätzen den Leser einfängt. „Du hast nur eine Option: Leben oder Sterben“, zitiert er aus dem Artikel. Das seien Worte, wie in Stein gemeißelt – und zu lesen waren sie nun mehr als einmal in der Zeitung.

Zeus-Splitter
Alle ZeusAward-Gewinner

Gewinner in der Kategorie „Bester Text“ sind Ron Papo sowie Alena Eisfeld und Laura Nagel. Ron Papo hat fährt mit Gazprom Deutschland für eine Reise nach Berlin. Die beiden Zeus-Reporterinnen erhalten von den Dortmunder Stadtwerken DEW 21 jeweils ein Netbook.

In der Kategorie „Bestes Foto“ hat Paul Mulders gewonnen. Er reist mit Unicef nach Berlin und ist live bei der Pressekonferenz dabei, auf der Unicef das Foto des Jahres prämieren.

Für die „Beste Zeus-Aktion“ haben eine Gruppe von zehn Schülerinnen und Schülern aus den Klassen 9B und 10B von der Heinrich-Lübke-Schule in Brilon sowie Inja Vetter vom Gymnasium Adolfinum in Moers das beste journalistische Händchen bewiesen. Die Gewinner machen eine Reise durch Deutschland, gesponsert von der Bundeswehr.

In der Kategorie „Bester Beitrag einer Förderschule“ konnte sich Svenja Vijeyaratnam durchsetzen. Die Schülerin hat von den Bochumer Stadtwerken einen iPod-MP3-Player als Preis erhalten.

Den „Sonderpreis Zeus-auf-Schalke“ hat Niklas Kriesten gewonnen. Er wird auf Kosten von Gazprom Deutschland einige Tage in Berlin verbringen.

Bei dem Wettbewerb „HomeSpot – hier bin ich gern!“ konnte der Text von Anna Bochmann am meisten überzeugen. Die Gewinnerin steigt ins Flugzeug und fliegt mit dem Fotografen Hans Blossey übers Ruhrgebiet.

Schüler machen Chefredakteure schlau

Dass die Zeitung so viele junge Menschen auch bei bestem Freibadwetter am Nachmittag in ein Theater lockt, freut Westfalenpost-Chefredakteur Bodo Zapp. Er musste gleich häufiger als Laudator ans Mikrofon treten. Zum Beispiel für die Kategorie „Beste Zeus-Aktion“. So rief er die Schülerinnen und Schüler der Heinrich-Lübke-Schule aus Brilon ins Scheinwerferlicht. Sie hatten für mehrere Zeus-Artikel vor der Bundestagswahl mit verschiedenen Bundestagskandidaten ein Interview geführt – und zwar mittels eines Chatprogramms via Internet. Damit haben die Hauptschüler Bodo Zapp beeindruckt.

Mit einem kurzen Blick auf die ZeusAward-Gewinner vergewissert sich Zapp dann noch schnell, ob er den Namen des Chatprogramms auch richtig ausspricht: ICQ heißt es und der Chefredakeur ist, wie er selbst sagt, wieder einmal „schlauer geworden“. Besonders erfreut war er von dem crossmedialen Konzept der Schüler: „So frisch kann Zeitung sein“, wenn man moderne Kommunikationstechniken mit einbeziehe.

Kaum sind die einen Preisträger von der Bühne verschwunden, künden die ZeusAward-Moderatoren Ivonne Peters und Piet Keusen die nächsten Gewinner an. Einer davon ist Paul Muders. Der Schüler vom Reichenbach-Gymnasium in Ennepetal fotografiert gerne – und vor allem richtig gut. Das hat er mit einem Foto für eine Geschichte über Parcours-Läufer bewiesen. Peter Schröder von der Westfälischen Rundschau macht ihm dafür ein tolles Kompliment und erntet ein stolzes Lächeln von Paul: „So stellen wir uns ein Aufmacherfoto vor“, sagt Schröder und betont, wie wichtig Bilder seien. „Fotos sind das Schaufenster einer Zeitung.“

Elektrifiziert durch schnelle Schritte

In das Innenleben eines Fußballvereins hat Niklas Kriesten von der St.-Walburga-Realschule in Meschede geschaut. Und er hat nicht nur Leidenschaft und Teamgeist gefunden. Am Beispiel eines Jungen beschreibt der Nachwuchsreporter in seinem Zeus-Artikel, dass es Mobbing auch im Fußballverein gibt. Dafür wird er mit dem Sonderpreis „Zeus-auf-Schalke“ ausgezeichnet. Die Laudatoren zollen ihm für die Wahl dieses sensiblen Themas eine Menge Respekt.

Nicht mit Bällen, aber dennoch mit flotten Schritten zeigt die Gruppe „Electrify“ der Essener Tanzschule Lentz zwischenzeitlich dann, wie man sich im Hiphop-Genre möglichst elegant, cool und schnell bewegt. Inja Vetter aus Moers ist das während der „Recherche“ für ihren Zeus-Artikel weniger gelungen. In mancher Bewegung fühlte sich die Gymnasiastin mehr als unsicher. Denn Inja verbrachte einen Tag auf zehn Zentimeter hohen Highheels und schrieb darüber. Manfred Lachniet, stellvertretender Chefredakteur der NRZ, gefiel die „Idee richtig gut“. Er überreichte der Schülerin, die zur Preisverleihung in bequemen Sneakers gekommen ist, den ZeusAward für die „Beste Zeus-Aktion“.

Letztlich war das Schuhwerk von Inja Vetter eine gute Wahl für den Award. Denn nach der Verleihung konnten sich die Gäste noch auf die Varieté-Show des Gop-Theaters freuen. Und die lässt sich in bequemen Schuhen wahrscheinlich besser genießen als in engen Stöckelschuhen.

Eine Bildergalerie zum ZeusAward findet ihr hier.

Max Böttner

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