Zeus-Reporter lernen bewussten Konsum
23.05.2011 | 16:35 Uhr 2011-05-23T16:35:00+0200
Bochum.27 Achtklässler der Realschule Strünkede machen eine WELTbewusste Stadtführung durch Bochum. „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ heißt das Projekt des Zeus-Partners Unesco, bei dem die Schüler lernen sollen, nachhaltig zu konsumieren.
Mehtap ist Nordamerika und bekommt sieben Kekse. Chihab und seine zwei Klassenkameraden repräsentieren Europa und kriegen acht Kekse aus der Packung. Genauso viele dürfen sich die Asiaten nehmen – obwohl 17 Schüler den Kontinent darstellen.
Es ist nicht leicht, ein so vielschichtiges und komplexes Thema wie globale Gerechtigkeit zu vermitteln. Wenn die Weltwirtschaft jedoch zu einer Kekspackung und die Schulklasse zur Weltbevölkerung wird. Wenn die Kontinente anschließend die Kekspackung aufteilen und die kleinsten Gruppen die meisten Kekse bekommen – dann merkt jeder Schüler: Da läuft irgendwas falsch.
„Fällt euch was auf?“, fragt Miriam Streit, die an diesem Tag 27 Zeus-Reporter aus der Klasse 8e der Realschule Strünkede aus Herne auf eine WELTbewusste Stadtführung durch Bochum geleitet. „Die Kekse sind ungerecht aufgeteilt“, antworten die Schüler. „Und: Habt ihr eine Idee, wie man das ändern könnte?“, fragt Miriam Streit wieder. „Nordamerika und Europa könnten ein paar Kekse abgeben“, schlagen die Schüler vor.
Aber wie macht man das im Alltag? Wie kann man als Einzelner seinen kleinen Beitrag dazu leisten, dass die Kekse gerechter verteilt werden – sprich: dass der Unterschied zwischen armen und reichen Kontinenten kleiner wird? Darum geht’s bei diesem konsumkritischen Stadtspaziergang, den die Unesco-Aktion „Bildung für eine nachhaltige Entwicklung“ für Zeus organisiert hat.
Erster Stop: Die Filiale einer global agierenden Modekette. Mit einer Fotoreihe zeigt Miriam Streit, wie aus der Baumwollpflanze auf einem indischen Feld die fertige Hose auf dem Bügel wird. Der Weg ist gepflastert mit Umweltverschmutzung, schlechten Arbeitsbedingungen und Ausbeutung. „Wer kauft sich mindestens eine neue Jeans im Jahr?“, will Miriam Streit von den Schülern wissen. Fast alle zeigen auf. Die Studentin nennt die Namen einiger Firmen, die sich um gerechte Produktion verdient machen. Und rät: Ihr könnt eine Hose auch mal zwei Jahre tragen.“
Gleiches gilt für den Schuhkauf. Miriam Streit hat ein Puzzle mitgebracht. Die Teile demonstrieren, wer von den 100 Euro für neue Sportschuhe, wie viel bekommt. Dass eine Arbeiterin von jedem Schuh 40 Cent abbekommt, während mancher Werbeträger Millionensummen für einen Schuhspot bekommt, finden die Schüler „komisch“.
Letzter Punkt: Fastfood. Auch hier geht’s um Umweltzerstörung, Massentierhaltung, unüberlegten Konsum. Was kann man tun? „Weniger Fleisch essen und darauf achten, dass es aus biologischem Anbau kommt“, rät Miriam Streit.
Nach anderthalb Stunden ist der Stadtrundgang vorbei. Die Schüler haben mitgemacht, viele Fragen gestellt, viele Antworten bekommen. Ob sie ihren Konsum ändern werden? Vielleicht, vielleicht auch nicht. Zumindest werden sie in Zukunft wohl an die Kekspackung denken, wenn sie Jeans, Schuhe oder Fleisch kaufen.

0mitdiskutieren