Zeus-Nachwuchsredakteure werfen einen Blick ins Unbekannte
03.06.2011 | 18:56 Uhr 2011-06-03T18:56:00+0200
Siegen-Geisweid.„So, dann gehen wir einfach mal rein.“ „Oje.“ „Die Tasche muss leider draußen bleiben, der Fotoapparat auch.“ „Okay.“ „Wer möchte die Schlüssel mal halten?“ Finger schnellen in die Höhe. Schwupp – der Schlüsselbund fliegt durch die Luft und bleibt in einer Röhre liegen; er wurde der Schülerin Badre einfach aus der Hand gezogen.
„Oha“, vier Mädchen und zwei Jungen äußern sich überrascht bis erschrocken. Burkhard Irnich, Chefarzt für Radiologie und Neuroradiologie am Kreisklinikum Siegen, bleibt gelassen. Er weiß, dass das Gerät, vor dem die Gruppe steht, eine starke magnetische Anziehungskraft besitzt.
Die Schülerinnen und Schüler der 8a Schüler der Albertus-Magnus-Schule sind beeindruckt. In ihrer Mission als Zeus-Nachwuchsredakteure sind sie der Einladung der AOK ins Haus Hüttental des Kreisklinikums Siegen gefolgt, um einen Blick ins Unbekannte zu werfen – einen Blick ins Innere des menschlichen Körpers.
Dass dies besonders gut mit einer Magnetresonanztomographie – kurz MRT – oder umgangssprachlich Kernspintomographie gelingt, die auf sehr starken Magnetfeldern basiert, erfahren sie im Rahmen einer theoretischen Einführung von Oberarzt Achim Hoferichter. Der Facharzt für Neurologie erklärt ihnen, dass die MRT vor allem in der medizinischen Diagnostik zur Darstellung von Struktur und Funktion der Gewebe und Organe im Körper eingesetzt wird.
„Hattest du Angst?“
Mit der Technik können Schnittbilder vom menschlichen Körper gemacht werden, die in der Regel um einiges detaillierter als Röntgenaufnahmen sind. Hinzu kommt, dass manche Organe erst durch die MRT-Untersuchung darstellbar werden, beispielsweise Nerven- und Hirngewebe. Sieben Mädchen und Jungen hören gespannt zu.
Etwas nervös reagieren sie erst auf die Frage, ob jemand die Probe auf Exempel wagen möchte. Es ist Hatice, die sich nach dem anziehenden Schlüsselexperiment von Chefarzt Burkhard Irnich in die rund 1,80 m lange „Röhre“, das MRT-Gerät, schieben lässt. Ihre Klassenkameraden schauen und lauschen. Einige Minuten vergehen, die alles andere als leise sind. Auf ein rhythmisches Pumpgeräusch folgt ein lautes Brummen, das in ein überlautes Hämmern und Klopfen übergeht. Von Hatice schauen nur die Beine heraus, ihr Oberkörper ist in der Röhre verschwunden.
Als das erlösende „Okay“ von Chefarzt Irnich ertönt, gesellt sie sich leicht schwankend wieder zu ihren Mitschülern. „Und, wie war’s?“ „Wie hast du dich gefühlt?“ „Hattest Du Angst?“, sechs Nachwuchsredakteure möchten alles wissen. Hatice wird sicherlich berichten. In Kürze vielleicht auch auf den Zeus-Seiten, denn die Schüler möchten einen Text über ihren Blick ins Unbekannte schreiben.

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