Gegen Gewalt in Fußballstadien
24.11.2010 | 15:05 Uhr 2010-11-24T15:05:00+0100
Gelsenkirchen.„Blau und weiß ein Leben lang ...“, dieses Motto ist - selbstverständlich in weißer Schrift auf blauem Grund - an den Wänden des Spielertunnels „auf Schalke“ zu lesen. Lebendig werden diese Worte aber erst durch die vielen Tausend Fans, die an jedem Spieltag ihre Mannschaft im Stadion anfeuern. Dass zum „Fan-Sein“ aber noch viel mehr gehören kann, erfuhren Zeus-Reporter bei einem ganz besonderen Tag „auf Schalke“.
Gleich zu Beginn widmen sich die 19 Zeus-Reporter im Pressekonferenzraum „auf Schalke“ einem brisanten Thema: Gewalt in Fußballstadien. Dass es auf dem Fußballplatz nicht immer friedlich zugeht, weiß Conn Banhold von der Gesamtschule Hattingen aus eigener Erfahrung: „Bei uns im Verein ist es nach einem Spiel auch schon mal zu einer Prügelei mit der gegnerischen Mannschaft gekommen“, berichtet der aktive Fußballer.
Fanarbeit hat viele Facetten
Damit dies in der Veltins-Arena nicht passiert, wird in Gelsenkirchen intensive Fanarbeit betrieben. Dazu gehört die Initiative „Gib Gas gegen Gewalt!“ von Schalkes Hauptsponsor Gazprom. Nikita Lebedev, Nils Wülfing und Maximilian Buchholz vom Märkischen Gymnasium in Schwelm sind besonders beeindruckt davon, dass Gazprom im Rahmen der Initiative Benefinzspiele organisiert, damit andere Vereine finanzielle Mittel für Fanprojekte oder Fanbetreuer einspielen können. „Wir finden gut, dass Vereine, die weniger Geld zur Verfügung haben, bei der Fanarbeit unterstützt werden“, lautet die einhellige Meinung.
Eine kurze Fahrt im Mannschaftsbus lässt die Zeus-Reporter rätseln, welcher Profi-Fußballer wohl auf welchem Platz sitzt. Der ein oder andere Schüler würde seinem Lieblingsspieler gerne eine Nachricht hinterlassen. Aber dazu kommt es nicht, denn schon heißt es: Nächste Haltestelle Glückauf-Kampfbahn - Ziel erreicht.
Ein Hauch von Nostalgie umgibt die Jugendlichen, als sie auf der unter Denkmalschutz stehenden Tribüne des ehemaligen Schalker Stadions stehen. „Alle großen Erfolge von Schalke wurden in diesem Stadion gefeiert“, berichtet Frank Arndt, stellvertretender Vorsitzender des Schalker Fan-Club Dachverbands (SFCV). Und er fügt mit ein wenig Wehmut hinzu: „Heute wird hier leider kein Fußball mehr gespielt. Auch die Jugendmannschaften trainieren auf einem anderen Gelände.“ Nur an Spieltagen wird das einstige „Erfolgsstadion“ noch genutzt. Dann richtet das Schalker Fanprojekt, das viele Fangruppierungen betreut, hier eine Anlaufstelle ein.
Zur Arbeit des Fanprojekts gehört ebenfalls die Betreuung von gewaltbereiten Fans, die es zweifelsohne auch „auf Schalke“ gibt. In besonderer Alarmbereitschaft sind die Mitarbeiter natürlich bei brisanten Paarungen, zum Beispiel beim Revierderby Dortmund gegen Schalke. Bei solchen Spielen kochen die Emotionen gerne hoch, doch Rolf Rojek, 1. Vorsitzender des SFCV, berichtet stolz, dass es unter anderem durch die gute Fanarbeit kaum noch zu Ausschreitungen käme. „Man kann sich ja frotzeln, aber das sollte es dann auch gewesen sein“, so Rojek. Dem stimmen auch die Zeus-Reporter vom Hellweg Gymnasium in Bochum zu, denn Christian Breitenstein, Lukas Knoll und Tobias Rumpza sind gute Freunde, obwohl Christian BVB Fan ist, Lukas Schalke anfeuert und Tobias sein Herz an den FC Bayern verloren hat.
Bei Revierderbys ist die Stimmung aufgeheizt
Mit Rivalitäten zwischen verschiedenen Vereinen kennt sich auch ein Schalker-Spieler gut aus: Christoph Metzelder, der einst Spieler des BVB war und nun im königsblauen Trikot aufläuft. Jetzt stellt er sich den Fragen der Zeus-Reporter zu diesem Thema. Die wollen von ihm wissen, wie er als Spielerein Revierderby erlebt. „Man merkt schon, dass mehr Emotionen im Spiel sind - bereits im Vorfeld. Die Berichterstattung in den Medien ist viel intensiver und aufgeheizter. Auch zum Training kommen mehr Zuschauer. Auf dem Platz muss man dann aber versuchen, die Emotionen auszuschalten und professionell Fußball spielen“, so Metzelder.
Christian Feind von der Liselotte-Rauner-Schule in Bochum nutzt noch schnell die Gelegenheit, um von Christoph Metzelder eine professionelle Meinung zum Wechsel der beiden Nationalspieler Mesut Özil und Sami Khedira zu Real Madrid zu bekommen. Metzelder hat schließlich selbst einige Jahre in Spanien gespielt, weiß Christian Feind. Und deshalb fügt er noch ein wenig provokativ hinzu: „Es heißt ja auch, in Spanien würden die Gehälter nicht immer pünktlich gezahlt.“ Metzelders Antwort ist diplomatisch: „Ob Özil und Khedira ihr Gehalt pünktlich bekommen, weiß ich nicht. Aber für den deutschen Fußball ist der Wechsel sehr gut, denn die beiden trainieren unter einem der besten Trainer und können ihre bei Real Madrid gesammelten Erfahrungen in die Nationalmannschaft einbringen.“
Natürlich gibt es zum Abschluss des Zeus-auf-Schalke-Tages noch ein Fotoshooting. Jeder Nachwuchsreporter wird mit Christoph Metzelder fotografiert und alle Autogrammwünsche werden erfüllt. Schließlich muss sogar Conn Banhold von der Gesamtschule Hattingen, der sich im Vorfeld jeden Spieler, nur nicht Metzelder gewünscht hat, zugeben: „Okay, der ist nett!“
Wie die Zeus-Reporter diesen Tag erlebt haben, lest ihr in Kürze hier!

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