Tiere gehören nicht unter den Weihnachtsbaum
19.12.2011 | 12:13 Uhr 2011-12-19T12:13:00+0100
Dortmund/Castrop-Rauxel. Am 15.12.2011 besuchten wir, zwei Schülerinnen der Droste-Hülshoff Realschule, das Tierheim in Castrop-Rauxel. Dabei stand uns Bärbel Simon, die zweite Vorsitzende des Tierheimes, mit freundlichem Rat zur Verfügung. Im Tierheim leben momentan circa 20 Katzen, 25 Hunde und 30 bis 40 Kleintiere.
Während und kurz nach der Weihnachtszeit werden in diesem Tierheim keine Tiere vermittelt. Der Grund dafür ist, dass viele Menschen diese Tiere unüberlegt kaufen, um sie zu einem Geschenk zu machen.
Meistens geben die Menschen die gekauften Tiere aus Überforderung oder Zeitmangel wieder ab, was dem Tier jedoch Schaden zufügt. Bärbel Simon kennt dieses Problem nur zu gut. Sie berichtete uns, dass die meisten Tiere schon im Sommer, vor den Ferien, nach kurzer Zeit wieder ins Tierheim gebracht werden. Die Käufer geben fadenscheinige Gründe an, wie Allergien.
Das sind keine guten Nachrichten für die Helfer des Tierheims, die alle ehrenamtlich dort arbeiten und von denen es leider nicht genug gibt. Das Tierheim besteht grundsätzlich aus privater Finanzierung sowie Spenden und ehrenamtlicher Arbeit. Deswegen freut sich das Tierheim über jegliche Futter- und Geldspenden.
Begleitung eines Dogwalkers
Eine große Frage, die sich stellt, wenn man ans Tierheim denkt ist, wie bekomme ich ein Tier von dort? Würden wir davon ausgehen, einen Hund aus dem Tierheim zu kaufen, müssten wir zunächst ein Gespräch mit einem Mitarbeiter führen, um einen Hund auszusuchen, der zur Familie passt.
Viele Menschen erwarten, dass man wie in einem Zoo durch das Tierheim gehen kann. Sie vergessen aber, dass die dort lebenden Tiere meist diesem Stress nicht ausgesetzt werden sollten. Am ersten Sonntag von April bis November finden Trödelmärkte im Tierheim statt, wo der Zwinger auch für Besucher geöffnet ist.
Zu einem Hundekauf gehören weiter Kriterien wie zum Bespiel das gegenseitige Kennenlernen von Mensch und Hund, sowie das Spazierengehen in Begleitung des Dogwalkers. Der Dogwalker ist eine Person, die für die noch herrenlosen Hunde zuständig ist. Derjenige geht mit ihnen Gassi und versucht ihre Charaktereigenschaften zu ermitteln.
Pflege bis ans Lebensende
Im Alter von 16 Jahren hat man die Möglichkeit Dogwalker zu werden, diese Arbeit ist ehrenamtlich. Vor und nach dem Kauf wird der neue Lebensraum des Hundes gründlich geprüft, erst dann wird der Hund an die neuen Besitzer abgegeben. Der Kontakt mit den neuen Besitzern bleibt bestehen, denn dem Tierheim ist es wichtig, dass es den Tieren gut geht. Erfreulich für das Tierheim ist, dass viele abgegebene Katzen in diesem Jahr ein neues Zuhause gefunden haben.
Abgegebene Tiere kommen in der unterschiedlichsten Verfassung im Tierheim an: sehr guter oder auch sehr verängstigt. Im Tierheim finden alle Tiere ein Zuhause. Unvermittelbare Tiere werden dort nicht eingeschläfert, sie werden bis an ihr Lebensende dort gepflegt und respektiert, es sei denn, es ereignen sich Vorfälle die, die Mitarbeiter nicht verantworten können.
Alle Tiere des Tierheims werden auf Krankheiten untersucht und geimpft. Besonders wird auf Kastrierung von Katzen und Katern geachtet, um übermäßige Würfe zu vermeiden.
Michelle Grundmann und Martina Schoepe, Droste- Hülshoff Realschule, Klasse 10c, Dortmund

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