Hinter den Kulissen des Opernhauses
19.12.2011 | 12:33 Uhr 2011-12-19T12:33:00+0100
Dortmund. Orange und sehr modern. So lernte die Klasse 9c der Wilhelm-Busch-Realschule das Foyer des Opernhauses in Dortmund kennen. Im Rahmen des Zeus-Projektes waren sie zu einer Führung im Theater eingeladen worden. Katharina Kücke , Studentin der Theaterwissenschaften, begrüßte die Klasse.
Die Führung durch das Theater begann im Opernhaus. Normalerweise tummeln sich hier 1170 Zuschauer, denn soviel Plätze gibt es im Opernhaus. Doch die Klasse 9c lernte das Opernhaus von einer ganz anderen Seite kennen.
Die Schüler und Schülerinnen dürfen auf der Bühne stehen. Sie ist 27 Meter hoch und wirkt riesengroß. Die Scheinwerfer strahlen grelles Licht in die Gesichter der Besucher. Neben der Bühne steht Christoph Öhl, er hat die gesamte Technik für die Bühnenarbeiten unter Kontrolle. Er ist der wichtigste Mann für die Durchführung eines gelungenen Theaterabends.
Sechs Bühnen
Die Schauspieler, die hier proben, lernen schon den Text für ihr nächstes Stück. Dafür haben sie maximal drei Monate Zeit. Meistens müssen die fest engagierten Schauspieler den Text von fünf bis acht Stücken gleichzeitig beherrschen. Dabei proben sie auf sechs Bühnen. Die kleinste Bühne ist das Studio, das nur 99 Zuschauer fasst.
Bevor das Opernhaus gebaut wurde, stand dort eine Synagoge, die durch politische Willkür zerstört wurde.
Im Opernhaus gibt es 2000 Kugellampen, die so viel Energie wie zwei Familienhäuser verbrauchen. Vor der Renovierung verbrauchten diese Kugellampen sogar die Energie von mehreren hundert Familienhäusern.
Hinter den Kulissen wird das angefertigt, was später auf der Bühne landet. Das Bühnenbild wird vom Bühnenbildner festgelegt. Aus einer großen Menge Holz wird das Bühnenbild dann in der Schreinerei angefertigt. Für eine Kulisse benötigen die Schreiner rund drei bis sechs Wochen. Die fertige Kulisse wird dann an die Malerei weitergegeben und fertiggestellt.
Die Masken sind sehr schwer herzustellen und die Maskenbildner bemühen sich, dass sie echt wirken. Für die Herstellung einer Perücke benötigen die Bildner echte Haare, dies dauert ganze 40 Stunden.
Bis zu 3000 Kleider
Plötzlich sehen wir überall Kleider und Hunderte Gänge. Ein Labyrinth in diesem Opernhaus. Unglaublich aber wahr. Und wir sind nur in einem der sieben Funden und dürfen uns tausende von Kostümen anschauen. Es sind insgesamt bis zu 3000 Kleider. Die Herstellung eines Kostüms kann bis zu drei Monate dauern. Das Theaterstück liefert die nötigen Informationen für eine Kostüm-Inspiration. Die Schülerinnen und Schüler durften mehrere Kostüme anprobieren. Von dicken Männern bis zu Kleidern von Bäuerinnen.
Wie auf dem Trödelmarkt sieht es in dem Raum mit den vielen Requisiten aus. Es sind so viele, dass man sie nicht zählen kann. Eine Requisite, die nie ausgeht, ist das berühmte Crashglas. Dies ist ein Glas, mit welchem man sich nicht verletzen kann. Es wird meistens bei Prügeleien auf der Bühne verwendet. Eines dieser Gläser ist jedoch sehr teuer.
Simone Kaip, Wilhelm-Busch-Realschule, Klasse 9c, Dortmund

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