Billiger ist nicht immer besser
19.12.2011 | 14:08 Uhr 2011-12-19T14:08:00+0100
Dortmund. „Je billiger, desto besser!“, so lautet die Devise für viele Menschen. Wieso ein T-Shirt vom Kleinhändler kaufen, wenn man sich doch zum selben Preis beim tollen Großhändler oder Textildiscounter gleich 10 Stück kaufen kann? Zeus-Reporterin Miu-Wah Lok kämpft für weniger Kinderarbeit.
Vielleicht noch diese zwei Paar Schuhe von einer Billig-Kette, sie passen ja so gut in die Schuhsammlung. Und hier die tolle Jacke vom trendigen Discounter für das Kind und dann kann die Jacke vom letzten Monat auch endlich in den Müll.
Bei so niedrigen Preisen macht sich doch keiner mehr Gedanken über die Herkunft des Produktes, geschweige denn über die Herstellung. Wieso auch? Man lebt halt im Überfluss und so ist es auch gut! Bedeutender ist, dass man auch den Kleiderschrank tagtäglich mit neuen Auswahlmöglichkeiten füttern muss, bevor er noch verhungert! Und dann, wenn es soweit kommt, weiß man plötzlich nicht, was man tragen soll - man sieht ja das Kleidungsstück vor lauter Kleidern nicht mehr!
Aktiv gegen Kinderarbeit
Natürlich weiß jeder, woher die schicken „Edeljeans“ vom Discounter kommen. Wahrscheinlich von irgendwelchen indischen Kindern, die in dunklen Fabrikhallen hocken. Mit schäbigen Fetzen am dünnem Leib gekleidet. Bei diesem Anblick überflutet einen das Gefühl von Mitleid, aber man kann es ja leider leider eh nicht ändern und so kauft man sich dann doch noch das bezaubernde Hemd an der Stange für billige 15 Euro.
Fairtrade, super! Jeder bewundert die Menschen, die sich daran halten. Aber schon bei dem Preis von 6,99 Euro anstelle von 4,99 Euro für ein Tee denkt man doch: Das lohnt sich nicht, nur für ein gutes Gewissen. Man muss eben sparsam leben. Ich finde, man sollte aktiv gegen Kinderarbeit werden und nicht denken: „Ich sehe es nicht ein, wieso ich daran was verändern soll, der größte Teil der anderen macht es ja auch nicht!“
Miu-Wah Lok, Fritz-Henßler-Berufskolleg, Klasse 12 GT1, Dortmund

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