Freizeit

Angeln ist spannend und entspannend zugleich

18.01.2012 | 12:02 Uhr
Angeln ist spannend und entspannend zugleich
Zwei Freizeitfischer sind in einem Hafenbecken auf der Jagd nach Barsch, Hecht und Zander. Foto: dapd

Dortmund.  Angler haben Maden im Kühlschrank, kleiden sich wie Einzelkämpfer und stehen mitten in der Nacht auf. Warum? Ein Interview.

Viele Leute denken, dass der Angelsport einseitig und langweilig ist. Aber das Angeln hat spannende und faszinierende Seiten. Dazu habe ich einen begeisterten Angler befragt, der bereits seit über 25 Jahren Köder auswirft.

Was ist für Sie das Faszinierende beim Angeln?

Nicht jedes Gewässer und nicht jeder Fisch ist gleich zu angeln. Es gibt dort eine Menge Unterschiede an Situationen, Eigenschaften und Momenten, die man beachten muss. Man muss berücksichtigen, was es für ein Gewässer ist. Zum Beispiel ob es ein stehendes oder ein fließendes Gewässer ist. Wie tief es ist. Welche Fische dort leben. Wie der Pflanzenbewuchs ist. Welche Temperatur das Gewässer hat und und und ... Also man sieht an diesen Ausführungen, dass es eine Menge zu berücksichtigen gibt, um erfolgreich zu fischen.

Wer hat Sie dazu gebracht, Angler zu werden und Sie davon überzeugt, wie vielseitig das Anglerleben sein kann?

Da geht dem Angler das Herz auf: Auf der Angelmesse finden Angler die neuesten Trends und Entwicklungen des Angelsports. Hier Pilker zum Meeresangeln, im Design der Norwegischen Flagge. Foto: Lars Fröhlich

Als Kind bin ich mit dem Arbeitskollegen von meinem Vater, der auch Angler war, ein paar Mal mit zum Angeln gegangen. Der erste Fang hat mich so fasziniert und war so aufregend, dass ich immer weiter angeln wollte und je mehr ich mich mit dem Angeln beschäftigte, umso mehr habe ich festgestellt, wie spannend, entspannend und aufregend zugleich Angeln doch sein kann. Nun angele ich seit fast 30 Jahren.

Was war denn Ihr größter Erfolg in ihrem Anglerleben?

Da gibt es, ohne auf das „Anglerlatein“ zurückzugreifen, eine Menge große Fische, die ich gefangen habe. Von einem Karpfen von über 25 Pfund bis zu Aalen von über einem Meter Länge und Dorschen in der Ostsee. Aufregend und spannend war es auch als ich in Marokko im Atlantik Haie angeln war. Dort habe ich dann Haie und Mondfische gefangen, die wir dann zum Teil sofort gegrillt und gegessen haben.

Haben Sie schon viele ihrer Angeln und andere Angler-Utensilien kaputt gemacht?

Ja, also Angeln und Angelrollen leiden unter Verschleiß und gehen kaputt.

Was ist das Peinlichste, was Ihnen bisher beim Angeln passiert ist?

Ja. Und das war so: Ich musste einer Angel mal hinterherschwimmen. Es war im Sommer zur Mittagszeit an einem See und weil die Karpfen auf sich warten ließen, bin ich zu einem Nachbarangler gegangen und habe mit ihm ein kleinen Plausch gehalten. Dabei merkte ich nicht, dass ich einen gewaltigen Biss an der Angel hatte. Beim Reden mit dem anderen Angler sah ich nur, wie meine Angel über das Wasser schoss. Ein großer Karpfen hatte gebissen und im Nu die Angel mit der Rolle ins Wasser gezogen. Ich sprang sofort ins Wasser und schwamm der Rute hinterher. Die Rute habe ich noch bekommen, aber der Fisch war weg. Bei meinen Angelfreunden war das natürlich der Lacher Nummer Eins.

Auf was für einen Fisch angeln Sie am liebsten?

Einen speziellen Lieblingsfisch habe ich gar nicht. Es interessieren mich die Gewässer. Faszinierend ist zu erkennen, welcher Fisch jetzt wohl am besten zu angeln ist. Es können kleine Raubfische sein wie Barsche oder aber auch große Friedfische wie Karpfen. Ich war aber auch schon am Meer angeln oder auf hoher See. Das Tolle ist, den Fisch aufzuspüren, zu locken und dann zu überlisten.

Jens Galla, Klasse 8e, Geschwister-Scholl-Gesamtschule, Dortmund

Zeus-Reporter

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