3000 Kunden pro Woche bei der Dortmunder Tafel
12.12.2011 | 12:47 Uhr 2011-12-12T12:47:00+0100
Dortmund. Die Zeus-Reporterinnen Jasmin Drag und Ayse Uzun besuchten die Dortmunder Tafel in der Osterlandwehrstraße und schauten hinter die Kulissen. Ansgar Wortmann von der Dortmunder Tafel stellte sich für ein Interview zur Verfügung.
Zeus: Ab wie vielen Jahren darf man ehrenamtlich bei der Tafel arbeiten?
Ansgar Wortmann:Aus Sicherheitsgründen haben wir entschieden, dass man erst ab 16 bei uns mitarbeiten kann.
Hygiene ist aber schon ein großes Thema, oder?
Das ist das Wichtigste bei den Angestellten. Jeder Mitarbeiter wird von einer Ärztin auf die wichtigsten Dinge hingewiesen, die man beachten muss. Beim Umgang mit den Lebensmitteln tragen wir zum Beispiel alle Einweghandschuhe. Immer wieder muss natürlich gründlich geputzt werden.
Wer ehrenamtlich bei der Tafel arbeitet bekommt Lebensmittel umsonst?
Nein, bei der Weitergabe von Lebensmitteln werden Ehrenamtliche nicht anders behandelt als alle anderen: Nur wer nachweist, dass er bedürftig ist, darf bei uns einkaufen! Allerdings haben wir eine Küche, so dass jeder Mitarbeiter hier essen kann, wenn er im Dienst ist.
Wo bekommt die Tafel die Lebensmittel her?
Die Lebensmittel werden von großen Lebensmittelgeschäften wie Lidl oder Rewe zur Verfügung gestellt, Brötchen von Bäckern. Es handelt sich dabei um Ware, die sonst weggeworfen würde, weil man sie aus verschiedensten Gründen nicht mehr verkaufen kann. Alles ist aber trotzdem noch gut zu genießen.
Sind Spenden häufig?
Die Lebensmittelspenden holen wir täglich ab und wir freuen uns, dass wir mit vielen Geschäften zusammenarbeiten.Natürlich freuen wir uns über jedes weitere Geschäft, das neu dazu kommt. Daneben kostet die Tafelarbeit natürlich auch Geld, zum Beispiel für Putzmittel, Benzin, Miete und vieles mehr. Daher freuen wir uns auch über Geldspenden.
Wie viele Menschen besuchen täglich die Tafel?
Insgesamt kommen jede Woche rund 3000 Kunden zu uns. Mit deren Ehepartnern und Kindern profitieren fast 10.000 Menschen von der Einkaufsmöglichkeit bei der Tafel. Außerdem geben wir auch an viele soziale Einrichtungen in Dortmund Lebensmittel ab, die daraus beispielsweise Mahlzeiten für Obdachlose zubereiten.
Wie viel muss man bei der Tafel bezahlen?
Jeder Einkauf kostet zwei Euro.
Was ist mit dem letztem Rest des Essens?
Wir versuchen wirklich alles, was noch verzehrbar ist, irgendwie weiterzugeben.
Was für Produkte bietet die Tafel an?
Wir können das anbieten, was uns zur Verfügung gestellt wird. In der Regel haben wir Obst, Gemüse, Brot und Brötchen und manchmal Wurst und Molkereiprodukte. Wir bieten keine Vollversorgung, sondern nur ein kleines Zubrot.
Jasmin Drag und Ayse Uzun, Ricarda-Huch-Realschule, Klasse 8b, Dortmund

0mitdiskutieren