Auch der Tod wird gefeiert
11.11.2010 | 13:33 Uhr 2010-11-11T13:33:00+0100
Witten.Was kommt nach dem Tod? Zeus-Reporterin Hannah ist dieser Frage auf den Grund gegangen. Feiertage zum Gedenken an die Verstorbenen, Halloween und Totensonntag dürfen dabei natürlich nicht fehlen. Richtig gruselig wird aber erst ein Blick in die Antike.
Was kommt nach dem Tod? Gerade im November werden wir oft durch bestimmte Feiertage an diese Frage erinnert. Eine Übersicht über die wichtigsten Riten und Gebräuche rund um den Tod:
Allerheiligen, das Festum Omnium Sanctorum, ein christliches Fest, wird zum Beispiel am 1. November gefeiert. Dieser Tag dient als Gedenktag der Heiligen und Verstorbenen. Es ist Brauch, an Allerheiligen auf den Friedhof zu gehen und die Gräber seiner Verwandten vor allem mit Lichtern zu schmücken.
Es wird vermutet, dass die Christen damit das keltische Fest Samhein aufgegriffen haben, ein Totenfest am ersten Tag des Winters.
Am Vorabend, dem 31. Oktober, wird in den Vereinigten Staaten und mittlerweile auch in vielen europäischen Ländern Halloween gefeiert.
Das Wort Halloween leitet sich aus der amerikanisch-englischen Bezeichnung „All Hallows Eve“, dem Vorabend von Allerheiligen, ab. Die Herkunft und die ursprüngliche Bedeutung sind allerdings unklar. Er ähnelt dem mexikanischen Brauchtum am „Tag der Toten“.
Halloween gibt’s Süßes oder Saures
An Halloween ist es bei Kindern Brauch, sich gruselig zu verkleiden, von Haus zu Haus zu ziehen und um Süßes oder Saures zu bitten, indem man Gedichte oder Lieder vorträgt. Manche evangelische Christen bedauern das zeitliche Zusammentreffen mit dem Reformationstag. Dieser gedenkt am selben Tag der Reformation, also der Spaltung des westlichen Christentums in verschiedene Konfessionen wie lutherisch, katholisch und reformiert.
Der Ewigkeitssonntag oder auch Totensonntag, der in diesem Jahr auf den 21. November fällt, ist ein weiterer Gedenktag an die Verstorbenen. Er wird am letzten Sonntag vor dem ersten Advent gefeiert. An diesem Tag besucht man auf dem Friedhof die Gräber der Verwandten und schmückt sie. Er gilt wie Allerheiligen als ein stiller Feiertag.
Vor mehr als 2000 Jahren hatten auch schon die Römer sehr interessante, teils recht gruselige Vorstellungen davon, was sie nach dem Tod erwartet.
Dämonische Wesen im Reich des Hades
Vom berühmten Dichter Vergil ist mit seiner ausführlichen Schilderung des Totenreiches ein eindrucksvolles Bild der antiken Jenseitsvorstellung der Römer überliefert worden. Auch dort gab es schon strenge Vorkehrungen: Das riesige Reich des Hades, also des Gottes des Todes, betritt man durch eine Vorhalle mit großen Flügeltüren. Diese werden von dämonischen Wesen bewacht.
Ein langer Weg führt von dort aus herab zu den Flüssen Styx, Cocytus und Acheron, an dessen Ufern sich die Seelen der Verstorbenen versammeln. Charon, der Fährmann, setzt mit seinem Kahn nur diejenigen, die von ihren Verwandten bestattet wurden, über den Fluss.
Auf der anderen Seite beginnt nun das Totenreich, der Orcus. Dieser wird von Cerberus, dem dreiköpfigen Höllenhund, bewacht. Im Orcus halten sich die Seelen der Verstorbenen auf - von Kindern, Unschuldigen, gefallenen Kriegshelden bis hin zu Selbstmördern.
Daraufhin teilt sich der Orcus in zwei Hälften: der Tartarus und das Elysium. Der Tartarus ist von einer dreifachen Mauer und einem glühenden Feuerstrom aus Lava umgeben. Dort müssen Verbrecher hart für ihre Vergehen büßen, was man daran erkennen kann, dass man von dort lautes Stöhnen sowie Schläge hören kann, die auf eine unbarmherzige ewige Strafe voller Buße hinweisen.
Im Elysium warten Tanz und Gesang
Das Elysium hingegen ist das genaue Gegenteil. Es ist ein Ort des Lichts und der Freude, wo man sorglos sich an Tänzen, Chorgesang, Gymnastik, Waffenspielen und Wagenrennen erfreuen kann. In einem abgelegenen Teil des Elysiums fließt der Fluss Lethe, der Strom des Vergessens. Wenn man von seinem Wasser trinkt, kann man zurück an die Oberwelt und in einen neuen Körper schlüpfen.
Hannah Kübler, Klasse 8a, Albert-Martmöller-Gymnasium

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