Das Dilemma der Horoskopschreiber
07.11.2011 | 10:59 Uhr 2011-11-07T10:59:00+0100
Wetter. Zeus-Reporterin Jana sucht den Sinn ihres Horoskops und stolpert dabei über einige Probleme. Was die Schülerin quält, bringt den Leser zum Lachen.
Ich lese jeden Tag mein Horoskop. Nicht, dass ich abergläubisch wäre. Horoskope liest man doch nur zum Spaß! Obwohl, selbst wenn ich abergläuisch wäre, zugeben würde ich dies nie. Mein Horoskop schaut mich nur jeden Tag an, wenn ich die „Mein Tag“-Seite unserer Zeitung aufschlage. Und dann steht da so etwas Allgemeines wie: „Nutze den Tag.“ Aha. Würde ich ja gerne. Ich aber liege mit Grippe im Bett, draußen regnet es, die Bücher in meinem Schrank sind alle schon gelesen beziehungsweise interessieren mich nicht.
Will mir mein Horoskop also sagen, ich solle den Tag nutzen, um gesund zu werden? Wohl kaum, dem armen Horoskopschreiber sind wohl die Ideen ausgegangen. Für was kann man den Tag denn nutzten, wenn man krank im Bett liegt? Was hätte Einstein an meiner Stelle getan? Die Relativitätstheorie neu erfunden? Vielleicht, aber mir fehlt jegliches Wissen über die Relativitätstheorie. Also, nein. Schreiben? Ich schreibe gerne, das ist für mich nämlich entspannend, aber heute tut es mir ja schon weh einen Stift überhaupt anzusehen. Musik hören oder endlich mal dieses Hörspiel anfangen, das ich schon seit drei Jahren habe? Ich lege es rein, schalte es an und sofort wieder aus. Ist das laut! Und warum zur Hölle lässt es sich nicht leise stellen?
Jetzt verstehe ich endlich, was mir der Horoskopschreiber sagen wollte: „Nutze den Tag, indem du nachdenkst, wie du ihn nutzen kannst.“ Nach dieser tollen, weltverändernden Erkenntnis entschließe ich mich schlafen zu gehen. Das nutzt meinem Ehrholungspegel.
Jana Lehnhardt, Klasse 8c, Geschwister-Scholl-Gymnasium, Wetter

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