Kino zum Anfassen
15.11.2011 | 15:14 Uhr 2011-11-15T15:14:00+0100
Essen. Ganz nah dran an den Stars: Zeus-Reporter aus Langenberg waren bei der Filmpremiere von „Hotel Lux“ in der Essener Lichtburg.
Es ist eigentlich ein ganz gewöhnlicher Dienstagabend. Eigentlich. Ganz gewöhnlich bedeutet, dass es dunkel wird, die Menschen vom Einkaufsbummel nach Hause gehen und sich die Essener Innenstadt langsam leert. Doch an diesem Dienstagabend ist es nicht so.
Massen von Journalisten und Kinobesuchern strömen in Richtung „Lichtburg“, dem ältesten Kino Deutschlands. Altes Kino, neuer Film. Ganz neuer Film. So neu, dass er noch nie gezeigt wurde.
In der überfüllten Fußgängerzone bildet sich eine Gasse für zwei glänzende Limousinen mit der Aufschrift „Hotel Lux“.
Günther Rohrbach, der Produzent des gleichnamigen Films, Leander Haußmann, der Regisseur, und die Hauptdarsteller Thekla Reuten und Michael „Bully“ Herbig steigen aus. Ein Blitzlichtgewitter prasselt auf die Filmemacher und Schauspieler. Ein Autogramm hier, ein Autogramm da. So arbeiten sich Herbig und Co. über den roten Teppich ins Kino. Nach einem Interview für die versammelten Medienvertreter und einer Rede des Produzenten beginnt die Geschichtskomödie.
Herbig verkörpert den Komiker Hans Zeisig, der im Varieté Valetti Stalin parodiert. Sein bester Freund Meyer (Jürgen Vogel) schlüpft in die Rolle Hitlers. Meyer bekennt sich zu Anfang des Films als Antifaschist, weshalb er mit gefälschten Papieren untertauchen muss. Fünf Jahre vergehen, bis der von Hollywood träumende Zeisig degradiert wird. Statt Stalin muss er fortan einen listigen Juden spielen. Zeisig wagt einen mutigen Hitlerauftritt, der ihn Kopf und Kragen kostet. Von seinem Freund, dem Maskenbildner, erhält er neue Papiere und reist unter dem Namen Lohmann nach Moskau, um dort eine Nacht im Hotel Lux für eine Weiterreise nach Hollywood Zwischenstopp zu machen. Dort verwechselt der russische Geheimdienst ihn aber mit Hitlers abtrünnigem Leibastrologen Hansen. Ab sofort ist er Stalins Astrologe und deutet ihm die Sterne, wodurch sich sein Aufenthalt in Moskau unfreiwillig verlängert.
In seiner Unterkunft trifft er alte Bekannte wieder: die holländische Widerständlerin Frida (Thekla Reuten) und Meyer. Außerdem finden sich dort auch spätere Protagonisten der deutsch-deutschen Geschichte wie Walter Ulbricht und Herbert Wehner wieder.
Der Abspann ist gelaufen, das Licht geht an. Aber das versammelte Publikum bleibt sitzen. Aus gutem Grund, denn etliche Darsteller werden nacheinander auf die Bühne gerufen und von den Zuschauern mit viel Beifall bedacht. Reuten und Herbig sorgen noch einmal für viel Begeisterung: Kino zum Anfassen.
Eben doch kein ganz gewöhnlicher Dienstagabend.
Michel Gehrke, Florian Fürst
Klasse 8c
Gymnasium Langenberg

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