Auslandsjahr

Warum in die Ferne schweifen ...?

11.06.2010 | 11:46 Uhr
Warum in die Ferne schweifen ...?

Unna.Statt ein weiteres Jahr in ihrem Heimatort zu verbringen, entscheiden sich immer mehr Jugendliche, für längere Zeit ins Ausland zu gehen. Doch was sollte man dabei beachten?

Bei Auslandsaufenthalten kann man zwischen verschiedenen Zeiträumen wählen: üblich sind mindestens zehn Tage bis zu einem Jahr. Die Kosten liegen bei einem halben Jahr normalerweise zwischen 7000 und 10 000 Euro, bei einem ganzen Jahr zwischen 15 000 und 35 000 Euro – inklusive Verpflegung und Flugkosten.

Aber sind Auslandsaufenthalte überhaupt sinnvoll? Was lernen die Schüler während ihrer Zeit im Ausland?

Neugierig auf die Sprache, die Kultur

Wir haben eine Umfrage gestartet und vier Schüler befragt, die bereits im Ausland waren. Zwei Schüler besuchten eine High School in den USA, eine Schülerin entschied sich für Kanada und eine weitere war in Frankreich. Die Gründe, warum sich so viele ins Ausland begeben, sind häufig die gleichen: Die meisten sind neugierig auf die Kultur, die Sprache und die Menschen im Ausland. Sie wollen neue Bekanntschaften schließen und selbstständiger werden.

Aber ein Auslandsaufenthalt ist nicht unbedingt für jeden Typ geeignet: Viele der Schüler sagten, man müsse relativ gute Vorkenntnisse der jeweiligen Sprache besitzen, anpassungsfähig sein und bereit sein, etwas Neues auszuprobieren. Zu große Schüchternheit führe ebenfalls zu Hindernissen.

Auf die Frage, was ihnen der Auslandsaufenthalt denn gebracht habe, sagten viele Schüler, sie hätten nicht nur ein zweites Zuhause gefunden, sondern auch mehr Selbstständigkeit erlangt und vor allem die Sprachkenntnisse erweitert. Auch der Wiedereinstieg in den deutschen Schulalltag sei überraschend leicht gefallen. Die Kontakte im Ausland seien auch recht häufig erhalten geblieben.

Auf alle Fälle zu empfehlen

Nicht nur in Deutschland sind Auslandsaufenthalte beliebter geworden: Auch Schüler aus Frankreich zieht es in fremde Länder. Eine französische Schülerin entschied sich für einen kurzen Aufenthalt von zwei Monaten in Deutschland. Wir haben die Schülerin Julie aus Frankreich befragt, die die zehnte Klasse besucht. Sie bekommt zehn Stunden Deutschunterricht pro Woche und sei nach Deutschland gekommen, um die Sprache besser kennenzulernen. Den Kontakt nach Deutschland baute sie über eine Brieffreundschaft mit Hilfe ihrer französischen Schule auf. Dem Unterricht in Deutschland könne sie inzwischen ganz gut folgen.

Die meisten der befragten Schüler waren derselben Ansicht: Ein Auslandsaufenthalt sei alles in allem weiterzuempfehlen.

Julie-Margaux Schinkel, Jelena Petereit, Klasse 8a, Geschwister-Scholl-Gymnasium, Unna

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