Unna

Ostern feiern in Österreich, oder Neujahr feiern in 1001 Nacht

15.05.2008 | 19:00 Uhr

Unna. Während meine Freundinnen in den Skiurlaub nach Österreich gefahren sind oder zuhause Ostern gefeiert haben, habe ich mich mit meinen Eltern auf den Weg nach Persien, besser bekannt als Iran, gemacht, um dort mit meiner Familie "Nou rûz", das ...

... persische Neujahr, zu feiern. Nach einem anstrengendem Flug waren wir dann endlich in Teheran. Die Zeitverschiebung beträgt zweieinhalb Stunden. Wenn es hier 8 Uhr ist, ist es dort 10.30 Uhr. Wir Frauen müssen dort unsere Haut bedecken, dass heißt Kopftuch und Mantel tragen - ganz schön ungewohnt, immerhin war es im März schon 24 Grad warm.

Am Anfang fühlte ich mich wie eine Bäuerin, doch nach der Zeit gewöhnte ich mich daran. In den zwei Wochen haben wir bei dem Bruder und den Schwestern meines Vaters gewohnt, denn die typisch persische Gastfreundschaft würde nie zulassen, dass die Familie oder der Besuch in einem Hotel wohnt.

In Persien gibt es sehr viele Gerichte mit Kräutern, auch wird dort viel Reis gegessen. Viele Gerichte kannte ich schon, da sie mein Vater zuhause auch kocht. Nach ein paar Tagen Eingewöhnung bei meiner Familie begann das persische Neujahr, dass dort 13 Tage gefeiert wird. Das Kalenderjahr beginnt mit dem 20/21 März, dem Frühlingsanfang. Dieses Fest spiegelt viel Gedankengut aus dem Zarathustra-Glauben wieder. Auf jeden Fall wird am Neujahrstag ein festlicher Tisch gedeckt, auf dem sich sieben Lebensmittel befinden müssen, die mit dem Buchstaben "ßîn" beginnen (ßîn = sieben s) . Ein Beispiel wäre ßîb, was Apfel heißt. An diesen Tagen kann man nur das Nötigste einkaufen, dass heißt: Nur Lebensmittelgeschäfte haben offen.

An Neujahr ist es typisch, dass man sich gegenseitig besucht und beschenkt. Während der Neujahrszeit besuchten wir auch ein Teil der anderen Verwandtschaft, die in Isfahan lebt. Isfahan sieht so aus wie man sich das in 1001 Nacht vorstellt, mit vielen schönen und alten Gebäuden.

Das letzte Mal war ich vor vier Jahren in Persien. Meine Familie freute sich, mich zu sehen und ich mich umgelehrt auch. Die ganzen zwei Wochen über haben wir hauptsächlich persisch und in Notfällen englisch geredet. Es war eine aufregende und schöne Zeit für mich. Samira Taffazoli, 8d Geschwister-Scholl-Gymnasium

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