Merhaba Türkiye - Ich komme aus Unna
15.05.2008 | 19:00 Uhr 2008-05-15T19:00:40+0200Unna. Als wir in der Schule überlegt haben, worüber wir einen Zeus-Artikel schreiben könnten, kam ich auf die Idee, etwas über meine zwei Heimatorte zu schreiben: Unna-Billmerich und einen Ort in der Türkei, der Kütahya heißt und zirka 230 km südlich von
... Istanbul im Landesinneren liegt. Ich bin 1992 in Unna geboren. Wenn man mich nach meiner Heimat fragt, würde ich erst einmal sagen: Billmerich. Aber Kütahya ist auch ein bisschen meine Heimat, denn von dort stammen meine Eltern, die aus der Türkei nach Deutschland gekommen sind.
In der Türkei ist vieles anders als in Deutschland. Wenn ich morgens bei meinen Großeltern in Kütahya wach werde, höre ich die Stimme des Muezzins, der zum Gebet aufruft. Es ist dort viel wärmer als bei uns zuhause in Billmerich, wo ich gemeinsam mit meiner Mutter und meinem Bruder Emre lebe.
In der Türkei frühstücken wir immer gemeinsam. Wir, das sind: Mein Opa, meine Oma, Cousins, Cousinen, Tanten, Onkel und natürlich meine Mutter, mein Bruder und ich. Leider findet so ein Frühstück mit der ganzen Familie in Billmerich nur am Wochenende statt, weil jeder in der Woche seiner Arbeit nachgehen muss. Wenn ich in Kütahya das Haus verlasse, fällt mir auf, dass die Menschen anders gekleidet sind, als bei uns in Deutschland.
Die Frauen tragen weite Kleider oder Röcke und in den türkischen Dörfern tragen viele von ihnen ein Kopftuch. Die Menschen sind traditionsbewusster und religiöser als bei uns in Deutschland. Während in Deutschland oder in türkischen Großstädten häufig Jeans getragen werden, fällt mir auf, dass Männer in Kütahya häufig Anzüge tragen - und nicht nur sonntags. Gern verbringe ich Zeit mit meiner Familie und mit Freunden, wenn ich in der Türkei bin. Besonders freue ich mich, meine Verwandten zu besuchen, da ich sie leider nur so selten sehe. Aber dauerhaft dort zu leben, kann ich mir nicht vorstellen. Nach dem Urlaub fahre ich also wieder nach Hause.
Die Türkei bietet mir nicht so gute Perspektiven, sei es hinsichtlich der Schulbildung oder bei der Berufswahl. In Deutschland habe ich ganz andere Möglichkeiten. Da ich später einmal Krankenpfleger werden möchte, ist es für mich wichtig, einen guten Abschluss zu bekommen. Weil ich besser Deutsch spreche als Türkisch, kommt es für mich nicht in Frage, in der Türkei eine Schule zu besuchen. Außerdem fühle ich mich in Unna sehr wohl, weil hier alle meine Freunde leben und ich auch gern hier zur Schule gehe. Doch manchmal vermisse ich die türkische Gelassenheit, den familiären Zusammenhalt und vor allem das schöne Wetter.
In der Türkei grillen wir abends oft, sitzen häufig in einer Runde mit allen Familienmitgliedern zusammen auf der Terrasse, trinken türkischen Tee und unterhalten uns bis tief in die Nacht.
Auf jeden Fall freue ich mich auf den nächsten Besuch und kann es kaum erwarten, zu Beginn der Sommerferien meinen Koffer zu packen. Denn dann heißt es wieder für ein paar wunderbare Wochen: Hallo Türkei! Merhaba Türkiye! Umut Cakir, 8e Peter-Weiss-Gesamtschule

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