Menschenrechtskrise in Tibet und Olympia nebenan
29.04.2008 | 15:20 Uhr 2008-04-29T15:20:00+0200Unna. Täglich sehen wir es im Fernsehen und lesen es in den Zeitungen: Protestierende Menschen und brutale chinesische Polizisten bei Straßenschlachten in China. ...
... Doch warum haben die Menschen dort so wenig Rechte und was haben die olympischen Spiele und der Fackellauf damit zu tun? Ständig ist von China, verhafteten Reportern und Bürgerrechtlern die Rede. Doch warum können dort so viele Menschen einfach verhaftet werden? Uns erscheint das unmöglich, denn in Deutschland leben wir in einer Demokratie. Das heißt, die Regierung wird frei von den Bürgern gewählt und besteht aus vielen Politikern, die versuchen, die Gesetze so zu machen, dass es dem ganzen Volk nützt.
In China regiert aber nur eine Partei, die sich kaum nach dem Willen des Volkes richtet. Die chinesische Staatsform nennt sich Kommunismus. Die Idee des Kommunismus ist, dass kein Mensch über einen anderen herrschen soll und dass nichts einzelnen Personen allein gehören soll, sondern alles dem Volk gemeinsam. Die Menschen sollen im Kommunismus alle politisch und wirtschaftlich gleich behandelt werden.
Jeder nimmt vom Vorhandenen
In einer kommunistischen Gemeinschaft soll jeder nach seinen Fähigkeiten arbeiten und nach seinen Bedürfnissen vom Vorhandenen nehmen. Das heißt, Maschinen, die man zur Produktion von Sachen benötigt, gehören nicht einem Einzelnen. Sie gehören allen, beispielsweise der Gemeinschaft, die zusammen auf einen Bauernhof arbeitet. In China ist die Verwirklichung dieser Idee aber nicht gerade einfach, kein Wunder bei über einer Milliarde Einwohnern.
In China herrschen große Armut und Korruption. Einige Leute geben Politikern Geld, damit diese eine bestimmte Entscheidung treffen. Die Polizei in China kann Land und Besitz eines Menschen einfach beschlagnahmen, wenn es ihnen und den Politikern gefällt.
Aber was hat das alles mit Tibet zu tun? Tibet ist ein Hochland im Westen Chinas und wurde 1950 von China besetzt. Immer wieder demonstrierten tibetische Mönche friedlich für mehr Bürger- und Menschenrechte, wurden dann aber von der Polizei verhaftet. Als immer größere Proteste gegen die chinesische Regierung aufflammten, setzte diese auch das Militär ein.
Die Lage wurde immer brutaler und es kam zu immer heftigeren Protesten und Straßenschlachten. Viele Menschen wurden dabei schon verletzt und getötet. Außerdem darf auch das geistige Oberhaupt der Tibeter, der Dalai Lama, nicht mehr nach China einreisen, obwohl dieser Pazifist ist - also Gewalt auf jeden Fall ablehnt. Wie kommen die Bilder von weinenden Mönchen und Fackelattacken bei den Chinesen an?
Die traurige Antwort: Meist gar nicht. Die Regierung bestimmt genau, was in Zeitungen geschrieben wird, und was im Fernsehen läuft. So glauben die Menschen, dass alles gar nicht so schlimm ist und dass die Regierung alles richtig macht. Auch bei den Olympischen Spielen wird alles kontrolliert werden. Deshalb versuchen tibetische Freiheitskämpfer und auch internationale Menschenrechtler die Weltöffentlichkeit zu erreichen und auf die Geschehnisse in Tibet aufmerksam zu machen. Sie protestieren beispielsweise auf der Straße und auf internationalen Veranstaltungen. So kam es auch, dass Menschenrechtler den olympischen Fackellauf stören konnten und teilweise die olympische Fackel ausging. Durch solche Ereignisse sieht man die tibetischen und internationalen Menschenrechtler fast jeden Tag in den Nachrichten protestieren. Wegen der Brutalität und Menschenverachtung der Regierung denken viele andere Staaten darüber nach, nicht zu den Spielen zu kommen. Ob das hilft, die Lage zu beruhigen, ist aber fraglich. Eine Lösung des Konfliktes ist nicht in Sicht. Tobias Rossol Denis Pudelko Chris Leja, 8e Geschwister-Scholl-Gymnasium, Unna

0mitdiskutieren