Unfälle
Hilfe bei traumatischen Erlebnissen
19.05.2009 | 17:15 Uhr 2009-05-19T17:15:00+0200Dortmund. Massenkarambolage auf einem großen Autobahnkreuz: Polizei, Feuerwehr und Notärzte sind vor Ort, Feuer werden gelöscht, Überlebende gerettet, aber auch Verletzte und Tote geborgen.
Erschütternde Bilder, die jeder aus Zeitungen und dem Fernsehen kennt. Jeder nimmt sie wahr, viele werden von solchen Bildern berührt, aber sie werden auch von den meisten schnell wieder vergessen. Aber was ist, wenn man selbst dabei war? Wenn man so etwas überlebt hat? Oder als Feuerwehrmann selbst Personen aus einem zerstörten Auto gezogen hat? Feuerwehrleute kommen immer dann, wenn die Bevölkerung selbst hilflos ist – nicht umsonst heißt es Notruf. Sie sind Retter und Problemlöser, sie dürfen nicht nicht funktionieren.
Welche Möglichkeiten zur Aufarbeitung traumatischer Einsatzerlebnisse es für Einsatzkräfte bei der Feuerwehr in Dortmund gibt, zu diesem Thema haben wir mit Uli Eickelmann, der Sprecher des Teams für Psychosoziale Unterstützung (PSU) ist, gesprochen. Als wir an der Feuerwache ankommen ist niemand dort – Einsatz-Alltag für viele Feuerwehrleute. Kurze Zeit später rückt der Löschzug an und Uli Eickelmann erzählt uns: „Die Aufgabengebiete des PSU-Teams umfassen die Einsatznachbesprechung und die Einzelbetreuung von Kollegen im Wachalltag und im Arbeitsumfeld. Die Helfer betreuen außerdem Betroffene, Angehörige und Augenzeugen am Einsatzort. Das PSU-Team arbeitet vertraulich und anonym.”
17 Einsätze
pro Jahr
Psychosoziale Unterstützung gibt es nun seit zehn Jahren. Am Anfang startete das PSU-Team mit zehn Mitarbeitern, nun ist es auf 17 angewachsen. Durchschnittlich werden die Helfer im Jahr zu 17 Einsätze angefordert.
Eigentlich kann jede Feuerwehrmann mit Berufserfahrung zum PSU-Team hinzukommen. Dafür werden sie durch eine Diplom-Psychologin nach bestimmten Kriterien ausgewählt. Außerdem durchlaufen sie ein zehntägiges Seminar und weitere vier so genannten Supervisionstage. Hierbei werden sie ausgebildet und können über eigene Erlebnisse und Erfahrungen sprechen.
„Dank PSU wird nun auch bei Einsatznachbesprechungen über psychologische Sachen gesprochen und nicht nur über den Einsatz im technischen Sinne” berichtet Uli Eickelmann. „Den Kollegen tut dies gut, sie sind nun viel gesünder und bei allen Einsätzen voll dabei. Und diese Hilfe anzubieten hat sich ausgezahlt, denn auch viele Institutionen, zum Beispiel Ärzte, Polizei, Seelsorger, Krankenhäuser und Hilfsorganisationen kennen die Helfer des PSU und äußern sich lobend über die Arbeit.”
Wer zum PSU-Team gehört, muss Tag und Nacht erreichbar sein, bei jedem Einsatz sollten ein, zwei Psychologen anwesend sein. Psychosoziale Unterstützung ist ein wichtiger Bestandteil der Feuerwehr.
Lea Schwake,
Jonna Nieszytka,
Carina Grosser,
Clara-Schumann-Gymnasium,
Holzwickede, Klasse 8a

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