Feuerwehrleute müssen Stress aushalten können
02.09.2011 | 14:34 Uhr 2011-09-02T14:34:43+0200
Unna.Etwas nervös war Zeus-Reporterin Jessika. Aber ein netter Kreisbrandmeister nahm sie an die Hand und zeigte ihr, wo die „Helden in Rot“ auf der Wache in Unna für den Notfall trainieren.
Draußen vor der Wache der Feuerwehr in Unna ist es leise. Wenige Leute sind zu sehen. Die Wagen der Feuerwehr, die immer einsatzbereit sind, stehen in einer Fahrzeuggarage. Auch im Gebäude ist es still, die Luft ist kühl und angenehm. Die Wache ist geräumig mit vielen Räumen. Ein paar Mitarbeiter gehen an mir vorbei und begrüßen mich. Dann treffe ich den Kreisbrandmeister Ulrich Peukmann (55), er empfängt mich sehr warmherzig und meine Nervosität, die ich anfangs hatte, sinkt.
Peukmann erzählt: „Ich arbeite schon seit zwölf Jahren in Kreis Unna als Kreisbrandmeister und insgesamt bin seit 18 Jahren im Dienst. Wir werden rund 50 000 mal im Jahr zu Einsätzen gerufen. Das Schlimmste für mich sind schwere Verkehrsunfälle oder Brände mit Toten. Am aller schlimmsten finde ich jedoch Unfälle mit Kindern, denn ich habe selbst Kinder.“
Lange sitzen, aber bequem
Danach führt Peukmann mich durch das Gebäude. Das Büro für die Notrufzentrale ist sehr modern und mit qualitativ wertigen Bürostühlen eingerichtet, um das lange Sitzen der Mitarbeiter so angenehm wie möglich zu machen. Jeder der Mitarbeiter hat einen Arbeitstisch mit sechs Bildschirmen, um möglichst viele Tätigkeiten gleichzeitig ausüben zu können.
In dem Trainingsraum, wo die Feuerwehrmänner und -frauen einmal im Jahr eine Stressübung absolvieren müssen, stehen verschiedene Sportgeräte wie ein Laufband, ein Fahrrad und ein Crosstrainer.
Knistern und Kinderschreie
Über eine weitere Trainingsmöglichkeit berichtet der Kreisbrandmeister: „Das ist ein Extraraum, in dem die Feuerwehrleute unter Stress geprüft werden. Sie klettern durch eine Röhre in ein Gitterlabyrinth. In diesem Raum wird das Licht komplett ausgemacht, nur mit einer UV-Lichtkamera kann gefilmt werden. Damit die Feuerwehrkräfte noch mehr unter Stress stehen, fügen wir verschiedene Hintergrundgeräusche hinzu, wie zum Beispiel das Knistern von Feuer und Geschrei von Kindern. Auch um die Übung so realistisch wie möglich zu gestalten. Die Feuerwehrmänner müssen auf dem Boden krabbeln, weil sich in einem brennenden Gebäude weniger Rauch am Boden befindet. Die Hauptaufgabe ist, eine 90 Kilogramm schwere Pupe zu retten. Nach der Aufgabe, wird ausgewertet, ob sie bereit sind, in einer echten Situation, die Nerven zu bewahren.“
Nach der Trainingsraum gehen wir auf den Hof. Es ist alles sehr groß und mir fällt sofort der riesige Schlauchtrockenturm auf. Wir gehen in das Gebäude, es hängen viele 30 Meter lange Schläuche zum Trocknen in dem Turm. Das sieht sehr beeindruckend aus, fast wie ein Kunstwerk.
Nach der Besichtigung darf ich auch noch über außenliegende Stahltreppen auf den Turm hochsteigen. Als ich heruntersehe, wird mir etwas schwindelig. 35 Meter hoch ist der ganze Turm, man kann in jede Richtung hinschauen und die Aussicht ist wunderschön. Einfach ein tolles Gefühl.
Auf dem Weg zurück fühle ich mich sehr zufrieden und entspannt, auch wenn ich am Anfang sehr aufgeregt war.
Jessika Beniaminov, Klasse 8c, Peter-Weiss-Gesamtschule, Unna

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