Unna

Chinesische Mama hier, Deutscher Papa in China

15.05.2008 | 19:00 Uhr

Unna. Eigentlich ist es schon merkwürdig, weil mein Vater als Deutscher in China arbeitet und meine Mutter als Chinesin mit mir in Deutschland lebt...

Wie es ist, wenn man den Vater selten sieht, wenn er die ganze Zeit in China ist? Man vermisst ihn schon sehr - noch dazu, dass meine Eltern geschieden sind. Aber weil mein Vater auch oft an seine Tochter denkt, ruft er jeden Tag zu Hause in Unna an, selbst wenn es sieben Stunden Zeitunterschied zwischen China und Deutschland sind.

Aber wie ist es mit der Mutter, die mich alleine erzieht und in Deutschland lebt? Vermisst sie ihr Heimatland und ihre Familie, die dort lebt? Wie findet sie sich mit ihrer Mentalität hier in Deutschland ab? Viele Fragen, die ich mir auch Tochter stelle. Aber ich kann sie nicht beantworten. Da ich aber meinen Vater so selten sehe, habe ich das Gefühl, dass ich einen besseren Kontakt zu ihm habe!

Nach einer langen Zeit freut man sich ja mehr, den Vater wieder zu sehen als die Mutter, weil man sie ja jeden Tag sieht. Man wird als Tochter von dem Vater mehr verwöhnt als bei der Mutter. Er tut alles für dich, damit es dir gut geht und du ein sorgenfreies Leben hast.

Jedoch ist der Abschied umso trauriger, weil man wieder lange warten muss und sich fragt: Wann ist es soweit, dass ich Papa wieder sehe? Ebenso schwierig ist es für den Vater, weil er sich wünscht, hier in Deutschland und bei seiner Tochter leben zu können und nicht immer hin und her zu fliegen. Er würde viel lieber Zeit mit mir verbringen, sich mehr um mich kümmern, mich mehr unterstützen und trösten, wenn ich traurig bis!

Nur telefonisch kann er mich aus China höchstens erreichen, aber er versucht von dort aus mir so gut wie möglich zu helfen, wo es geht.

Er macht mir auch über diese riesige Entfernung vom anderen Kontinent aus Mut, schenkt mir Hoffnung und gibt mir das Gefühl, dass ich mich immer auf "meinen Alten" verlassen kann. Deshalb bin ich sehr froh, ihn als Vater zu haben - selbst, wenn er so weit weg lebt. Laura Borchardt, 8b Ernst-Barlach-Gymnasium

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