Straßen

Verkehrsinfarkt

25.05.2012 | 12:32 Uhr
Verkehrsinfarkt
Staus prägen oft das Straßenbild. Foto: dapd

Hilchenbach.   Staus prägen zunehmend das Bild auf deutschen Straßen. Über das gestiegene Verkehrsaufkommen und dessen Folgen hat sich Zeus-Reporter Alexander Czogalla Gedanken gemacht.

Mittlerweile haben viele Familien in NRW mindestens zwei Autos, denn die Autos sind immer leichter zu finanzieren. Außerdem glauben die meisten Autofahrer, nur durch ein eigenes Auto frei und flexibel zu sein. Wenn man einmal darauf achtet, fällt sofort auf, dass in den meisten Autos nur der Fahrer sitzt. Für die vielen Autos gibt es somit auch viel zu wenig Parkhäuser oder Parkplätze. Deswegen glauben einige Autofahrer, sie hätten das Recht in zweiter Reihe auf der Fahrbahn zu parken. Der Berufsverkehr wird zu den Stoßzeiten (Arbeitsbeginn und -ende) auch immer unerträglicher, weil nur noch wenige Berufstätige Bus und Bahn benutzen oder Fahrgemeinschaften gründen.

Dadurch entstehen überall Staus. Auch an verkaufsoffenen Sonntagen oder einem langen Samstag ist der Einkaufsverkehr kaum auszuhalten. Niemand trägt seine Einkäufe zu Fuß nach Hause und somit ist selten ein Parkplatz frei.

Ein Teufelskreis

Durch die Einstellung der Menschen entsteht ein Teufelskreis: Da viele Menschen auf öffentliche Verkehrsmittel verzichten, werden die Verbindungen von Bus und Bahn immer schlechter, denn zu wenige Mitfahrer bedeuten unrentable Strecken. Das führt teilweise zu Schließungen. Dadurch werden die Menschen in die Autos gezwungen, vor allem in ländlichen Gegenden. Dort ist der Arbeitsplatz selten zu Fuß zu erreichen.

Durch den zunehmenden Verkehr auf den Straßen gibt es auch immer mehr Unfälle, die sich bei sehr hohem Verkehrsaufkommen oder schnellen Geschwindigkeiten zu Massenkarambolagen ausweiten. Viele Stadträte glauben, ihre Innenstädte durch Fußgängerzonen bereichern zu müssen. Ein Durchkommen zu diesen Zentren ist nur mit viel Geduld und Zeit auszuhalten.

Viel Verkehrt bedeutet auch viele Straßenschäden, dementsprechend viele Baustellen und Umleitungen. Daraus resultieren wieder Stau und auch oft Unfälle. Bei fehlenden Standstreifen wird der Verkehr zusätzlich durch Mofas und Fahrradfahrer behindert, wenn man keine Gelegenheit hat, diese zu Überholen.

Die Brummis schleichen

Für LKWs sind die Ortsdurchfahrten viel zu eng. Deswegen schleichen die Brummis mit minimaler Geschwindigkeit durch die Straßen. Das Gleiche gilt für Brücken oder kleine Tunnel. LKW-Fahrer haben das zusätzliche Problem der Standzeitvorschrift. Ihre Lenkzeit ist begrenzt und wird über Fahrtenschreiber kontrolliert. Deswegen werden vor allem an Autobahnen große LKW-Parkplätze gebaut, denn an den normalen Rastplätzen ist schon alles voll.

Somit quälen sich immer längere Blechlawinen durch die Städte, um von A nach B zu gelangen. Der dabei entstehende Lärm und Stress macht die Fahrer, Anwohner und Fußgänger krank. Die neumodischste aller Krankheiten ist wohl das Burn-out-Syndrom, welches immer mehr Opfer findet. Neben Schlaganfall und Herzinfarkt ist das eine ebenso schlimme wie langwierige Krankheit. Deswegen sollten mehr Menschen Bus und Bahn benutzen oder Fahrgemeinschaften gründen, und auch mal zu Fuß einkaufen gehen, damit es nicht mehr so viele Staus auf den Straßen gibt. Auch unserer Umwelt zuliebe ...

Alexander Czogalla, Klasse 8b, Carl-Krämer-Realschule, Hilchenbach

Zeus-Reporter

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