„Siegen hat für BAP besondere Bedeutung”
21.04.2009 | 15:47 Uhr 2009-04-21T15:47:00+0200
Siegen. Vor dem BAP-Konzert in Siegen interviewten wir, Naemi Kramme und Jana Reichel, Schülerinnen der Klasse 8d der Bertha-von-Suttner-Gesamtschule Siegen im Rahmen des ZEUS-Projektes den Gründer, Leadsänger und Gitarristen der Kölschen Rockgruppe BAP, Wolfgang Niedecken.
In lockerer Art erzählte er uns über Ereignisse und Erinnerungen aus dem Leben der Band, die nun schon seit mehr als 33 Jahren besteht. Man höre und staune! Eine Frage unseres Interviews lautete, ob Siegen für ihn und die Band eine besondere Bedeutung habe. „Für BAP hat Siegen schon eine besondere Bedeutung, denn wir haben 1982 unser allererstes Konzert hier im Siegerland gegeben”, erzählte Wolfgang Niedecken.
Wie in Siegen, so auch in anderen Städten, werden auf der „Radio-Pandorra-Tour 2009” Hits gespielt, die das Publikum immer wieder hören möchte. Ein Drittel, so Niedecken, seien stets neue Songs und zwei Drittel „Klassiker”, denn wenn man nur alte Hits spiele, würde man sich nicht weiter entwickeln. Für Wolfgang Niedecken persönlich und auch für die Fans sind „Verdamp lang her”, „Do kanns zaubre” oder „Time is cash, Time ist money” große Erfolge. Auf die Frage, warum BAP nur im Kölschen Dialekt singt, antwortete Wolfgang Niedecken: „Da Kölsch unsere Umgangssprache ist und wir uns damals eigentlich nur aus Spaß zum Proben getroffen haben, überhaupt nicht geplant hatten öffentlich aufzutreten, behielten wir den kölschen Dialekt bei, den wir auch immer gesprochen haben.”
BAP gehört zu den erfolgreichsten Deutschen Rockgruppen, aber auch bei BAP lief nicht immer alles reibungslos, wie uns der Leadsänger bestätigte. Wir fragten ihn, ob es in der langen Bandgeschichte auch Rückschläge gegeben habe. BAP, so Niedecken, habe durch „schlimme Schicksalsschläge auch Bandmitglieder verloren”. Angst vor Pannen gebe es aber auch nach so langer Zeit, so Niedecken, zum Beispiel dann, wenn Instrumente neu besetzt werden müssten, technische Pannen aufträten oder jemand kurz vor einer Tour krank würde. Auch bei einer lang bestehenden Band gebe es keine Routine pur.
Auf die sehr persönliche Frage, welche Träume er habe, antwortete Wolfgang Niedecken nach kurzer Überlegung: „Ein großer Traum von mir wäre, einmal Australien zu bereisen. Überhaupt bin ich ein reisefreudiger Mensch.” In seinen Songs verarbeitet er die Reiseerlebnisse und erzählt von fremden Ländern, um damit auch auf problematische politische Situationen hinzuweisen. Für sein Afrika-Projekt setzt er sich besonders ein, um damit auch auf die schwierige politische Situation auf dem afrikanischen Kontinent aufmerksam zu machen.
Mit dem Projekt „Rebound” setzt sich Wolfgang Niedecken für die Resozialisierung von Kindersoldaten in Uganda ein. In einigen Songs schildert Wolfgang Niedecken seine Erfahrungen, die er in Afrika gesammelt hat. Das Erfolgsrezept von BAP, nach dem wir ihn fragten, erklärt sich Wolfgang Niedecken dadurch, dass sie als Band immer Spaß und Freude an der Musik hatten und auch immer noch haben. Er sei, so betonte er, mit dem Glück gesegnet, sein Hobby zum Beruf gemacht haben zu können.
In den 33 Jahren des Bestehens der Band standen alle bisherigen Bandmitglieder stets in Kontakt miteinander, auch wenn es kurze künstlerische Pausen gegeben habe, allerdings nicht mehr in den letzten zehn Jahren. „Kurze Rückzüge von Presse und Medien waren beabsichtigt und gut”, so Niedecken. Die Frage nach dem Ziel für die Zukunft der Band beantwortet er simpel: „Ganz einfach, mit Spaß und Freude weiter Musik machen.”
Getreu dem Bap-eigenen Song-Motto „Time is cash, time is money” widmete Niedecken sich im Anschluss an das Interview seiner Pflicht als Künstler und betrat die Bühne mit seiner Band. Geduldig signierte er danach BAP-CDs.

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