Sie sind höher als der Kölner Dom
25.05.2011 | 17:15 Uhr 2011-05-25T17:15:00+0200
Hilchenbach.Seit dem Tsunami in Japan und dem havarierten Atomkraftwerk in Fukushima fordern auch in Deutschland immer mehr Menschen, dass der Strom nicht mehr mit Atomkraftwerken produziert werden soll. Wenn sie aber abgeschafft werden, wo soll dann der Strom herkommen?
Als Alternative zum Atomstrom gibt es die Windkraft. Windräder sind sehr umweltfreundlich und erzeugen viel Strom, denn wenn sich zum Beispiel die Windmenge verdoppelt, verachtfacht sich die dadurch erzeugte Strommenge. Diese und viele andere Fakten erfuhren drei Zeus-Reporter der Haardter-Berg-Schule, als sie den Bürgerwindpark in Hilchenbach besuchten.
Sie sind 20 Meter höher als der Kölner Dom
Wenn man sich dem ersten Windrad zu Fuß nähert, erkennt man erst, wie riesig diese „Windmühlen“ in Wirklichkeit sind: Bis zur Nabe ist ein Windrad 138,80 Meter hoch, bis zur Spitze der Flügel sind es sogar 179,30 Meter. Der Kölner Dom misst dagegen nur bescheidene 158 Meter.
Beim ersten der insgesamt fünf Windräder im Bürgerwindpark informierte uns Günter Pulte, Geschäftsführer der Rothaarwind GmbH als Betreiber des Windparks, über den Bau im Jahr 2007. Insgesamt wurden für die Transporte aller Bauteile über 1750 Schwertransporte benötigt.
Auch die übrigen Daten der Windräder sind beeindruckend: In die Grundfläche eines Windrades könnte man ein Einfamilienhaus stellen. Der Außendurchmesser der Fundamente beträgt 22 Meter, berichtet Günter Pulte. Damit jedes Windrad fest auf dem Boden steht, mussten 3,98 Meter tiefe Stahlbetonfundamente erstellt werden. Die einzelnen Betonsegmente der Türme sind mit einem Spezialkleber (Epoxidharz) verklebt.
Ein komplettes Windrad wiegt rund 4000 Tonnen. Für die Leitungen zur Übergabestelle des Stroms in Hilchenbach wurden insgesamt 4,5 Kilometer Kabel in den Boden verlegt.
Je nach Windstärke macht ein Windrad im Schnitt 19,5 Umdrehungen pro Minute. Wenn mal ein Windrad stehen bleibt, weil es defekt ist oder gestoppt wurde, kann es durch die erzeugte Eigenenergie der anderen Windräder wieder angetrieben werden. Nur wenn alle Windräder stehen bleiben sollten, wird Fremdstrom zum Anlaufen benötigt. Die fünf Windräder zusammen können in einem Jahr Strom für etwa 6700 Haushalte erzeugen.
Um zu Wartungszwecken in die Spitze eines Windrades zu gelangen, kann man entweder eine Leiter mit 540 Sprossen hochklettern oder in einen Aufzug steigen. Mit der Leiter braucht man ungefähr 15 bis 20 Minuten, mit dem Aufzug dauert es immer noch beachtliche acht Minuten bis ganz nach oben.
Im Inneren der Windräder sind verschiedene Sicherungssysteme installiert, damit sämtliche Wartungsarbeiten unfallfrei durchgeführt werden können.
15, 5 Millionen Euro
Günter Pulte zeigte uns zum Schluss im Inneren von Turm eins eine Präsentation über die Bauphase und überreichte den Zeus-Reportern auch noch zusätzliches Informationsmaterial. Der Park habe rund 15,5 Millionen Euro gekostet.
Es kommen viele Besuchergruppen in den Park. Interessenten können sich auch anhand von Schautafeln entlang des knapp fünf Kilometer langen Rundweges über diese umweltfreundliche Energiealternative informieren.
Christopher Rosum, Jan Prenzlow und Tim Wissenbach, Klasse 8b, Haardter-Berg-Schule, Siegen

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