Sport

Schalker Küche steht Kopf

08.06.2011 | 18:08 Uhr
Schalker Küche steht Kopf
Den Abschluss bildete ein Gruppenfoto. Foto: Zeus

Gelsenkirchen.Gemurmel geht durch die Reihen,wir drehen uns um und sehen Benedikt Höwedes und Julian Draxler. Heimlich haben sie sich in den „Glückauf- Club“ geschlichen und laufen nun, von ungläubigen Blicken verfolgt, zu den Kochtöpfen.

Sie probieren und schmecken ab,eine Menschentraube bildet sich vor ihnen, jeder will Bilder machen und sich schon mal ein Autogramm sichern. Die beiden Spieler des Fußballvereins FC Schalke 04 schauen uns bei den letzten Vorbereitungen des Projekts „Kochen auf Schalke“ über die Schulter. Chefkoch Olaf Diekamp läuft noch einmal von Gruppe zu Gruppe und gibt letzte Tipps, dann können wir das Essen anrichten.

Der Chefkoch Diekamp legt selbst Hand an und gibt Tipps. Foto: Zeus

Nachdem wir uns gesetzt hatten, servierte das zuvor eingeteilte Serviceteam das Essen. Dabei gesellten sich die Fußballspieler zu uns Schülern. Der Küchenleiter Diekamp betont noch einmal, dass das Essen auf Gas von Gazprom gekocht wurde. Ganz zu Anfang des Tages hatte uns der ehemalige Chefgeologe von Gazprom-Germania Werner Dauben bereits erklärt, wie das Erdgas aus Sibirien ins Ruhrgebiet gelangt. Er berichtete uns sowohl von der Findung als auch vom Abbau und dem Transport des Gases, welches Jahrtausendelang unter der Erde entsteht. Außerdem klärte er uns über die Vorzüge dieses Gases auf.

Um Punkt 12 Uhr gingen wir hinüber in den VIP-Bereich der Arena, in dem der Chefkoch und sein Team, die, wie sie uns erklärten, an normalen Spieltagen bis zu 4500 Essen zubereiten, bereits eine vollständige Küche aufgebaut hatten. Wir wurden in Gruppen eingeteilt, die sich jeweils um einen bestimmten Gang des Menüs, das aus Chefsalat, Schalker Chicken-Schaschlik und Vanillepudding bestand, kümmerten.

Schalke als „Traumverein“

Während des Essens konnten wir die Schalker Spieler mit Fragen löchern. Zunächst interessierten uns die Wechselgerüchte um Benedikt Höwedes. Doch wie er erklärte sei Schalke sein „Traumverein“, vor allem, weil er im Ruhrgebiet aufgewachsen sei. Außerdem gäbe es für ihn keinen Anlass für einen Wechsel. Auch die Meinung der Spieler zum Vereinswechsel von Manuel Neuer ausgerechnet zum Verein FC Bayern München wurde eingefordert. Einerseits sagten die Spieler, dass sie seine Entscheidung verstünden, andererseits betonten sie, dass noch kein fester Entschluss bestünde.

Auch die Trainerfrage nach Magath oder Rangnick klärten sie betont lässig, ohne dabei in die Bredouille zu geraten. Und sogar das Gefühl im Stadion von Manchester United zu stehen konnten sie uns beschreiben: Es sei überwältigend, so dass sich die Anreise schon alleine deshalb gelohnt habe.

Draxler mit Fragen gelöchert

Julian Draxler schmeckt das Chicken-Schaschlik ab. Foto: Zeus

Besonderes Augenmerk unsererseits lag natürlich auf dem erst 17-jährigen Draxler, der direkt aus der Gesamtschule Berger Feld, die nur wenige Minuten vom Stadion entfernt liegt, zum Essen kam. Uns zum Vorbild wurde auch noch mal betont, dass er die Schule zwar wechselte, aber nicht in der elften Klasse schmiss.

Natürlich blieben schulische Fragen trotzdem nicht aus. Auf die Aussage, dass Englisch eines seiner Lieblingsfächer sei, hörte man lautes Aufstöhnen. Die Frage nach seinem Gehalt umspielte das Fußballtalent locker und sagte mit einem Grinsen: „Ja, ich könnte mir sofort ein schickes Cabrio leisten.“ Dieses könnte er jedoch nur in Begleitung seiner Eltern fahren, da er in seinem Alter erst einen eingeschränkten Führerschein besitzt.

Auch mal Fast Food

Zuletzt noch die wichtigste Frage: „Dürfen Fußballer alles essen und trinken?“ Julian antwortete darauf, er dürfe alles essen, „ aber gesund“, und hin und wieder sogar Fast Food, worauf der Chefkoch Olaf Diekamp einwarf, dass auch Fußballspieler Abwechslung bräuchten. Und Benny meinte noch mit vollem Mund, dass er normalerweise nur Wasser trinke und manchmal auch ein Bier mit Freunden. Nach dem Essen und der Gesprächsrunde durfte sich jeder Autogramme geben lassen und Bilder mit den beiden Fußballidolen machen.

Der Nachmittag endete mit einem Applaus für den Stadionsprecher Dirk Oberschulte-Beckmann, der uns den ganzen Tag über mit witzigen Kommentaren, guter Laune und der typischen Stadionsprecherstimme begleitet hatte und für die PR-Managerin Katrin Herbstreit. Zuletzt konnten wir mit Sicherheit sagen, dass auch Fußballstars ganz normale Menschen sind.

Annalena Moll, Julia Schäfer, Klasse 8a, Gymnasium Netphen

Zeus-Reporter

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