Soziales

Jeden Tag des Lebens richtig genießen

16.06.2011 | 18:42 Uhr
Jeden Tag des Lebens richtig genießen
Foto: Zeus

Olpe. Der Wind weht kräftig über das Kinderhospiz Balthasar in Olpe, die Windräder mit den Namen der verstorbenen Kinder drehen sich fröhlich und munter. „Leben und Lachen, Sterben und Trauern“, dieser Satz begleitet das Team des Hospizes jeden Tag.

Britta Gerhard (30) ist Referentin für Öffentlichkeitsarbeit beim Hospiz. „Ich liebe meinen Job. Es gibt mir und meinem Team immer ein erfüllendes Gefühl, wenn wir einer Familie helfen können“, sagt sie.

Für die Mitarbeiter des Hospizes gibt es keine festen Arbeitszeiten. Sie richten sich ganz individuell nach den Bedürfnissen der Kinder. Mit einem Stofftier im Arm erzählt Britta Gerhard, dass die Arbeit, die alle Mitarbeiter im Hospiz zu leisten hätten, nicht immer einfach sei – das sei eine Einstellungssache. Jeder müsse seinen eigenen Weg finden, Nähe zuzulassen und Distanz zu bewahren. Natürlich lasse niemanden der Tod eines Kindes kalt. Daher sei es sehr wichtig, dass man ein gutes Team habe, wo man auch seine Gefühle zugeben und zu ihnen stehen könne.

Diesen Aspekt versuche man auch den jeweiligen Angehörigen zu vermitteln. „Jeder Tag“, so Britta Gerhard, „ist ein emotionsreicher Tag.“

Gänsehaut

Dann macht sie eine Aussage, die Gänsehaut verursacht: „ Wir können dem Leben nicht mehr Tage geben, aber den Tagen mehr Leben.“ Und sie fügt noch hinzu: „Das Hospiz ist zwar in katholischer Trägerschaft und wir pflegen auch heute noch sehr guten Kontakt mit den Franziskanerinnen. Doch hier spielt die Zugehörigkeit zu einer Religionsgemeinschaft keine Rolle. Alle sind willkommen.“

Das erste Kinderhospiz weltweit wurde 1982 eröffnet, auf Wunsch einer Familie mit einem unheilbar kranken Kind. Mit viel Unterstützung wurde am 18. September 1998 das erste Kinder- und Jugendhospiz in Deutschland eröffnet.

Schade, dass solch eine Einrichtung erst seit 13 Jahren existiert – denn die Arbeit, die dort Tag für Tag geleistet wird, ist einfach bewundernswert.

Sema Nur Yagci, Klasse 8b, Realschule Am Häusling, Siegen

Zeus-Reporter

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