Hobby

Ein Besuch im Zaubergarten

22.06.2011 | 16:46 Uhr
Ein Besuch im Zaubergarten
Der „Zaubergarten“ Foto: Zeus

Wilnsdorf.„ Wow“, das unser erster Gedanke, als wir den Garten in Wilnsdorf-Wilden betreten. Lauter Blumen und getöpferte Figuren, kleine Könige, Frösche, Eidechsen und viele andere tierische und märchenhafte Figuren begrüßen uns. Doch nicht nur das, sondern auch langhaarige Zottelhunde kommen auf uns zugestürmt. Für unsere Recherche im Rahmen des ZEUS-Projektes haben wir den Garten von Jutta Willwacher (55) begesucht, von dem wir durch Zufall gehört hatten.

Seit über 30 Jahren pflegt und gestaltet Jutta Willwacher ihr kleines Paradies, das uns vorkommt wie ein Zaubergarten. Es ist ihr Hobby und die gelernte Kunstpädagogin hat nicht nur einen grünen Daumen, der dafür sorgt, dass auch die exotischsten Pflanzen wachsen und gedeihen. Ihr Garten ist auch Kulisse und Ausstellungsfläche für ihre getöpferten Werke.

Für das Töpfern der Figuren nimmt sie sich viel Zeit. Für die großen Figuren, wie zum Beispiel einen Engel, braucht sie drei bis vier Stunden und für kleinere Figuren, einen Igel oder eine Eidechse, etwa eine dreiviertel Stunde. Nach dem Formen und Gestalten erfolgt die Fertigstellung der Figuren in vier Schritten: Zunächst müssen sie zwei bis drei Wochen trocknen, danach werden sie bei einer Temperatur von 1080 Grad Celsius gebrannt und dann glasiert, damit sie glatter werden und ihre Farbe bekommen. Als letztes muss man die Figuren noch mal brennen, um sie gartentauglich zu machen.

Getöpferte Figuren, Foto: Zeus

Zwei Besucher, die während unseres Gespräches mit Jutta Willwacher aufgetaucht sind, finden den Garten einfach toll, da er fröhlich gestaltet und schön bunt ist. Am besten gefallen ihnen der Teich und natürlich die vielen getöpferten Figuren, die überall „versteckt“ sind. Sie fragen sich allerdings, wie man einen so großen Garten pflegen kann. Das ist wirklich keine leichte Angelegenheit, Jutta Willwacher braucht mehrere Stunden am Tag dafür. Diese Zeit genießt sie aber, es ist für sie eine gute Abwechslung zu ihrer beruflichen Tätigkeit.

Als gelernte Kunstpädagogin arbeitet sie in der Siegener Kinderklinik. Das Erstaunliche dabei ist, dass sie ihren Hund Emmi (8) mitnimmt, einen Bearded Colli, der für den Einsatz mit Kindern pädagogisch ausgebildet und geprüft wurde. Emmi kommt schon seit vier Jahren für zwei Tage in der Woche mit zur Klinik. Jutta Willwacher berichtet uns, dass Emmi den Kindern hilft, sie beruhigt und selbstbewusster macht. Das Wichtigste dabei ist jedoch die Rücksichtnahme, die die Kinder im Umgang mit dem geduldigen Tier lernen.

Zweimal im Jahr, jeweils zum Anfang und zum Ende der Gartensaison, lädt Jutta Willwacher zu einem Gartenfest ein, bei dem sie ihre Gäste mit Kaffee und Kuchen bewirtet. Außerdem konnte man ihren Garten samt den Kunstwerken bei der Veranstaltung „Offene Gartenpforte“ am 19. Juni bewundern. Dabei durfte man sogar selber töpfern.

Der Abschied aus dem Gartenparadies fällt uns nicht leicht, aber wir bekommen als Andenken jede einen sogenannten „Sorgenstein“ geschenkt. Der ist natürlich getöpfert und rappelt, wenn man ihn schüttelt. Die Kinder in der Kinderklinik lieben diese Sorgensteine. Sie vertrauen ihnen ihre kleinen und großen Nöte an und fühlen sich danach wohler und befreiter.

Ausgestattet mit unseren Andenken und noch ganz beschäftigt mit den vielen Eindrücken, machen wir uns wieder auf den Heimweg. Schön, dass es das Zeus-Projekt gibt, sonst hätten wir diesen wundervollen Zaubergarten nicht entdeckt!

Zeus-Reporter

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