Schule mit Geschichte
19.11.2007 | 20:28 Uhr 2007-11-19T20:28:43+0100HANS-BÖCKLER-BERUFSKOLLEG. Kaufleute werden in Oberhausen seit 1910 ausgebildet.
U nser deutsches Berufsschulsystem existiert seit Beginn der 1920er Jahre und war Vorreiter für das Ausland. Das Berufskolleg ist eine Schulform, in der verschiedene Bildungs- und Ausbildungsabschlüsse unter einem Dach erzielt werden können. Beim Hans-Böckler-Berufskolleg handelt es sich um den kaufmännischen Zweig dieser Schulform, dessen Eigenständigkeit gegenüber dem gewerblichen und technischen Teil eine längere Entwicklungsgeschichte vorausging.
Von Raumnot und Lehrermangel
Vor 1874 gab es nur private Schulen für Schülerinnen und Schüler, die eine Ausbildung anstrebten. 1910 wurde die sogenannte Handwerker- und Fortbildungsschule Oberhausen gegründet. Dort gab es eine einzige Klasse für kaufmännische Unterrichtsfächer. 1920 entstand die Berufs- und Handelsschule Oberhausen. Auch diese war von den Schülerzahlen her immer noch stark gewerblich geprägt, die kaufmännischen Lehrgänge bildeten noch ein Anhängsel. In den folgenden Jahren aber stieg die Zahl kaufmännisch interessierter Schüler, so dass am 1. April 1936 die "Städtische Handelslehranstalt" als selbständige kaufmännische Schule gegründet wurde.
In den Jahren 1936 bis 1945 hatte die Schule mit Raumnot und Lehrermangel zu kämpfen. Der Unterricht, der eigentlich ganztägig von 8 bis 19.15 Uhr stattfinden sollte, wurde von haupt- und nebenamtlich tätigen Lehrern bestritten.
Auch in den 50er und 60er Jahren wurde die Situation nicht besser. Wegen hohen Unterrichtsausfalls bestand nur die Hälfte der Schüler die Prüfungen. Das Gebäude der heutigen Adolf-Feld-Grundschule reichte aber schon lange nicht mehr aus. An der Danziger Straße, Ecke Mauerstraße, gab es ein kleines Grundstück, auf dem ein hohes Haus gebaut wurde, das uns bis heute als Schulgebäude dient, jetzt aber unter der Adresse Otto-Dibelius-Straße 9 zu finden ist.
H ans Böckler wurde 1875 in Trautskirchen (Mittelfranken) geboren und war von Beruf Gold- und Silberschläger. Seit 1894 war er in der Gewerkschaftsbewegung tätig. 1949 wurde er Vorsitzender des von ihm gegründeten DGB. Er hat sich um zahlreiche soziale Errungenschaften verdient gemacht und war an Montan-Mitbestimmung und Betriebsverfassungsgesetz beteiligt.
Diskussion zwischen CDU und SPD
Seit der Einweihung am 1. April 1961, zu der die Witwe des Namensgebers als Ehrengast eingeladen war, trägt unsere Schule den Namen. Der Namensgebung ging eine kontroverse Diskussion zwischen SPD und CDU voraus.
Murat Mehmet-Ali, Klasse HSUE, Hans-Böckler-Berufskolleg

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